Fälschungsschutzrichtlinie für Human-Arzneimittel tritt am 09.02.2019 in Kraft

Zum 09.02.2019 wird die Fälschungsschutzrichtlinie 2011/62/EU (FMD) sowie die zugehörige delegierte Verordnung (EU) 2016/161 (dVO) in Kraft treten.

Ab diesem Datum müssen Hersteller von verschreibungspflichtigen Human-Arzneimitteln ihre Produkte mit zwei Sicherheitsmerkmalen, ein Erstöffnungsschutz und ein Data Matrix Code (beinhaltet Seriennummer, Produktcode, Charge, MHD) ausstatten. Ziel der Richtlinie und der dazugehörenden delegierten Verordnung ist der Schutz des Patienten vor gefälschten Arzneimitteln in der legalen Lieferkette.

Durch die Ausstattung mit den oben erwähnten Sicherheitsmerkmalen, wird jede Packung zu einem Unikat und über den enthaltenen Produktcode eindeutig identifizierbar. Wir als Großhändler müssen jede Packung beim Verkauf in einer speziellen Datenbank ausbuchen (dekomissionieren). Auf Grund dieser Richtlinie und dieser Prozesse können wir ab dem 09. Februar 2019 keine abgegebenen verschreibungspflichtigen Humanarzneimittel mehr zurück nehmen.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere AGB’s und den originalen Text der obigen Verordnung unter:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016R0161&from=CS

Weitergehende Infos erfahren Sie auch hier:

https://www.securpharm.de/

Lungenwürmer bei Hund und Katze

Thema: Lungenwurm bei Hund und Katze. Jetzt im Covetrus Blog lesen.

Das Auftreten von Lungenwürmern unter Hunden und Katzen galt bis vor zwei Jahrzehnten noch vor allem auf endemische Hotspots in Frankreich, England und Dänemark beschränkt. In den vergangenen Jahren finden diese Parasiten allerdings immer weitere Verbreitung und stellen eine Herausforderung in der Kleintierpraxis dar. Neben dem steigenden Infektionsdruck durch die Verbreitung in der Wildtierpopulation (vor allem unter Füchsen) begünstigt der Zugang zu Zwischenwirten durch Freilauf der Hunde und Katzen eine Aufnahme der Parasiten. Darüber hinaus kann ein Befall mit Lungenwürmern über lange Zeit asymptomatisch verlaufen und wird daher oft spät oder gar nicht diagnostiziert. Zieht man in Betracht, dass Lungenwürmer gravierende bis letale pathologische Folgen nach sich ziehen können, die Prognose allerdings bei einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung mit effektiven Anthelminthika sehr gut ist, ist der geschärfte tierärztliche Fokus auf diese Parasiten lohnend.

Angiostrongylus vasorum, Crenosoma vulpis und Aelurostrongylus abstrusus – die häufigsten Lungenwürmer bei Hund und Katze

Unter den vier in Zentraleuropa vorkommenden Lungenwürmern des Hundes sind die beiden Fadenwürmer Angiostrongylus vasorum und Cremosoma vulpis am weitesten verbreitet. Die parasitierenden weiblichen Würmer legen dabei jeweils ihre Eier ab, aus denen sich in der Lunge des Hundes das erste Larvenstadium entwickelt. Dieses wird über die Trachea in den Schlund transportiert, gelangt von dort in den Magen-Darm-Trakt und wird mit dem Kot ausgeschieden. Als Zwischenwirt für eine Entwicklung vom Larvenstadium I zum infektiösen Larvenstadium III dienen Schnecken. Die Hunde infizieren sich entweder durch den Verzehr infizierter Schnecken selbst oder durch eine orale Aufnahme infektiöser Larven etwa durch das Fressen von Gras. Der weitere Infektionsweg der Larven III erfolgt über den Darm des Hundes, die Darmwand, auf dem Blutweg in die Leber und von dort über das Herz in die Lunge.
Unter den Katzen ist Aelurostrongylus abstrusus der am weitesten verbreitete Nematode des Respirationstraktes. Eine Studie unter 4.067 Katzen in der Schweiz ergab dabei im Jahr 2018 eine Prävalenz von 10,7 Prozent. Der Infektionsweg verläuft hierbei äquivalent zu den Lungenwürmern des Hundes mit dem Unterschied der Aufnahme der infektiösen Larven. Während für Aelurostrongylus abstrusus ebenfalls Schnecken als Zwischenwirt fungieren, nehmen Katzen die infektiösen Parasiten vor allem über ihre Beutetiere, Mäuse, Vögel und Frösche, auf, die als paratenische Wirte dienen.

Klinische Symptome einer Lungenwurminfektion

Eine Infektion mit C. vulpis bei Hunden führt zu respiratorischen Symptomen wie Husten, Tachypnoe, Schleimauswurf, Nasenausfluss und Niesen. Das Spektrum der klinischen Symptome einer Infektion mit A. vasorum hingegen ist deutlich breiter, weshalb auch bei nicht respiratorischen Symptomen eine Abklärung auf einen Befall mit Lungenwürmern angezeigt sein kann. Mit A. vasorum infizierte Hunde können gänzlich ohne klinische Symptome bleiben. In den häufigsten Fällen dominieren auch hier respiratorische Anzeichen. Gerade im Fall von chronischen Verläufen können allerdings auch Koagulopathien, Anorexie, Leistungsintoleranz und Störungen des zentralen Nervensystems auftreten. Ein Verschluss der Lungen- oder anderer wichtiger Arterien beziehungsweise eine Herzinsuffizienz kann letale Folgen haben.
Ein Befall der Katze mit Aelurostrongylus abstrusus bleibt in vielen Fällen asymptomatisch. Treten Symptome auf, handelt es sich um respiratorische Beeinträchtigungen, Husten und diffuse Erscheinungen wie Leistungsintoleranz.

Infektionsgefahr für Haustierbesitzer

Die drei Haupt-Lungenwürmer bei Hund und Katze sind für den Menschen ungefährlich. Anders sieht es jedoch beim Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila) aus. Dieser kosmopolitische Parasit ist vor allem bei Wildcaniden und Igeln vorzufinden, kann aber in seltenen Fällen auch Haushund und Katze befallen. Auch Infektionen des Menschen sind nicht gänzlich ausgeschlossen. Diese erfolgt über die orale Aufnahme infektiöser Larven, die sich in den Atemwegen etablieren und zu Bronchitis und Husten führen können.

Die Diagnostik von Lungenwürmern

Die gängige Diagnostik von Lungenwürmern erfolgt über die Untersuchung des frischen Kots, aufgrund der unterschiedlichen Ausscheidung der Larven in einer 3-Tages-Sammelprobe im Larven-Auswanderverfahren nach Baermann-Wetzel. Die Larven werden dabei frühestens 40 Tage nach einer erfolgten Infektion im Kot ausgeschieden.
Ebenfalls möglich ist ein Nachweis zirkulierender Antigene und Antikörper mittels ELISA. Für den Aelurostrongylus abstrusus der Katze ist diesem Verfahren dabei eine wachsende Bedeutung beizumessen, da die Ausscheidung der Larven über den Kot früh sistieren kann. Bildgebende Verfahren können darüber hinaus Auskunft über Verlauf und Schweregrad der Infektion geben und eine Behandlung unterstützen.

Behandlung eines Befalls mit Lungenwürmern

Eine Behandlung erfolgt sowohl für C. vulpis als auch A. vasorum mit Anthelminthika aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone. Empfohlen wird etwa eine Dosis von 2,5 mg/kg Körpergewicht Moxidectin in einer Spot-On-Behandlung mit einer möglichen Wiederholung nach vier Wochen oder eine Behandlung mit Milbemycinoxim in einer Dosis von 0,5 mg/kg KG einmal wöchentlich über vier Wochen. Diese Präparate sind auch zur Prophylaxe in endemischen Gebieten zugelassen. Wurde der Lungenwurmbefall rechtzeitig diagnostiziert, ist die Prognose in der Regel sehr gut. Treten hochgradige klinische Symptome bzw. Superinfektionen auf, können Antibiotika und Glukokortikoiden die Behandlung unterstützen. Die Diagnose und Behandlung von Lungenwurminfektionen sind in der Kleintierpraxis mit wenig Aufwand verbunden und können dabei effizient weitreichende pathologische Folgen für Hund und Katze verhindern.

Quellen:

https://www.esccap.org/uploads/docs/pa077iig_ESCCAP_2012_Factsheet_Angiostrongylus_d_def_310812.pdf

http://www.esccap.ch/2-uploads/praxis/ESCCAP%20CH_GL%20Endo%20rev_d_def_200415.pdf

https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/35881/2/KleintierKonkret_Schnyder_Berlin_01_07_2010.pdf

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304401719300068?via%3Dihub

https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/93531/1/ZORA_NL_93531.pdf

https://www.esccap.ch/demo/wp-content/uploads/2019/01/ESCCAP-CH_HenrySchein_ToT_MS_Lungenwuermer-bei-Hund-und-Katze_PF_031117.pdf

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Valentinstag: Jeder Fünfte zieht Haustier dem Partner vor

Frau kuschelt mit einem Welpen auf der grünen Wiese. Jetzt im Covetrus Blog lesen.

Hundewiese statt Sterne-Restaurant, Schnurren statt Liebesschwüre: Jeder Fünfte verbringt den Valentinstag lieber mit seinem Haustier als mit seinem Partner. Zu diesem erstaunlichen Ergebnis kam eine gemeinsame Umfrage von Reuters und Ipsos, die in 23 Ländern durchgeführt wurde. Rund 21 Prozent der 24.000 Befragten entschieden sich für das Haustier, Frauen und Männer gleichermaßen. Keine gute Bilanz für den Zweibeiner. Ob mit Fell, Federn oder Schuppen – tierische Lebenspartner stehen am 14. Februar anscheinend weltweit hoch im Kurs. Die Türkei zeigt sich besonders tierfreundlich, die romantisch veranlagten Franzosen bilden hingegen das Schlusslicht. Sie können sich für die Idee eines tierischen Valentinstags-Partners so gar nicht erwärmen. Bei den Umfrageergebnissen spielt die Geografie allerdings keine so bedeutende Rolle. Weitaus größeren Einfluss auf die Entscheidung, ob man mit Mensch oder Tier den Valentinstag verbringen möchte, haben Alter und Einkommen.

Valentinstag: Jeder Fünfte zieht Haustier dem Partner vor

In der gemeinsamen Umfrage von Reuters und Ipsos wurden 24.000 Erwachsene in 23 Ländern gefragt, ob sie lieber mit ihrem Haustier oder ihrem Partner den Valentinstag verbringen möchten. Das Ergebnis ist überraschend: Ein Fünftel der Befragten entschied sich für ein tierisches Date am Valentinstag. An der Spitze liegt die Türkei. Hier scheint die Liebe zum Tier besonders groß zu sein, immerhin entschieden sich beachtliche 49 Prozent für ihren tierischen Partner – dicht gefolgt von Indien mit 41 Prozent, Japan mit 30 Prozent und China mit 29 Prozent. In den USA, dem Land, das den Valentinstag zelebriert wie kaum ein anderes, bevorzugten immerhin 27 Prozent das tierische Date, in Australien waren es 25 Prozent.
In Deutschland haben zwischenmenschliche Gefühle am Tag der Liebe immerhin noch eine Chance: Nur 14 Prozent der Befragten wählten ihr Haustier als Valentinstags-Begleiter. Noch romantischer geht es in Frankreich zu, hier entschieden sich gerade mal 10 Prozent für den tierischen Partner, in Mexiko waren es 11 Prozent und in den Niederlanden und Ungarn jeweils 12 Prozent.

Die Unterschiede zwischen den Ländern waren weniger gravierend, als Sie bei diesen Ergebnissen jetzt vielleicht vermuten. Tatsächlich spielen Einkommen und Alter eine wesentlich größere Rolle, wenn es heißt: „Be my Valentine“. Bei den unter 35-Jährigen entschieden sich 25 Prozent für ihr Haustier, bei den 35- bis 54-Jährigen waren es noch 18 Prozent und bei den Befragten, die älter als 55 Jahre waren, waren es sogar nur noch 14 Prozent. Bei den Befragten mit geringerem Einkommen entschieden sich 24 Prozent dafür, mit ihrem Haustier den Tag der Liebe zu feiern, bei den Teilnehmern mit mittlerem bis höherem Einkommen waren es 20 Prozent.

Tierischer Tag der Liebe

Ein Fünftel der Befragten in aller Welt verbringt den Valentinstag also lieber mit dem Haustier als mit dem Partner. Warum das so ist, ist aus den Umfrageergebnissen leider nicht ersichtlich, denn danach wurde nicht gefragt. Doch was steckt überhaupt hinter dem Hype an diesem Tag der Liebe? Die Historie des Valentinstags, der eigentlich der Tag des heiligen Valentin ist, zeigt, dass der 14. Februar keine Erfindung der Süßigkeiten- und Blumenindustrie ist. Der Valentinstag wird in England und Frankreich bereits seit Ende des 14. Jahrhunderts als Fest der Jugend und Liebe gefeiert. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden an dem Tag Liebesgrüße ausgetauscht, gerne als Karte mit Bildern oder Gedichten. Der romantische Brauch fand in der Welt schnell Anklang – vor allem in den USA.

Der amerikanische Schokoladenhersteller Cadbury’s zeigte sich besonders geschäftstüchtig und brachte 1868 herzförmige Pralinenschachteln auf den Markt – das perfekte Valentinstagspräsent. Damit läutete das Unternehmen eine neue Ära des Konsums ein. Heute ist der 14. Februar für Kritiker ein (Geld-) Segen für die Geschenkeindustrie, für Romantiker ist es der Tag der Liebe schlechthin. In Deutschland ist der Valentinstag nicht kulturell verwurzelt und brauchte daher recht lange, um sich zu etablieren. Aber mittlerweile hat der Valentinstag auch bei uns immer mehr Fans, wie eine Umfrage des Instituts Statista von 2018 zeigt: Demnach planten 58,2 Prozent der befragten Männer und 50,8 Prozent der Frauen, zum Valentinstag etwas zu verschenken und dafür durchschnittlich 50 Euro auszugeben.
Vielleicht ist der Konsumdruck der Grund, warum viele Menschen den 14. Februar lieber mit dem Haustier verbringen als mit dem Partner. Das Tier stellt keine Forderungen, freut sich über Streicheleinheiten und möchte weder Geschenke noch Restaurantbesuche. Von Bello, Mietze und Co. wird man eben bedingungslos geliebt!

Mensch-Tier-Beziehung: Tatsächlich Liebe?

Werden Haustierbesitzer gefragt, was sie an ihren Tieren besonders schätzen, antworten viele, dass es ihre Gesellschaft sei. Doch die Verbindung geht noch weit darüber hinaus, das fanden Forscher 2014 am Massachusetts General Hospital in Boston heraus. Sie haben die Hirnaktivität von 14 Müttern mittels funktioneller Magnetresonanztomografie gemessen. Dabei wurden Frauen Fotos von Kindern und Hunden gezeigt, von den eigenen und auch von fremden. Das Ergebnis: Es zeigen sich beim Betrachten der eigenen Kinder und Hunde ähnliche Hirnaktivitätsmuster. Fotos von fremden Zwei- oder Vierbeinern lösten eine ganz andere Hirnaktivität aus. Fazit: Die eigenen Haustiere wecken mütterliche Gefühle und das Bedürfnis, sich zu kümmern.

Haustiere: Partner für Körper und Seele

Zahlreiche Studien belegen: Haustiere sind gesund. Sie senken den Blutdruck und die Cholesterinwerte. Hunde reduzieren zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil sie einen bei Wind und Wetter nach draußen zwingen. Das stärkt das Immunsystem, bringt den Stoffwechsel auf Trab und bekämpft Übergewicht.

Doch nicht nur die körperliche Gesundheit profitiert von einem Haustier, auch die Psyche wird durch einen tierischen Partner gestärkt. Tiere sind nicht nur natürliche Stresssenker, sie können in einer belastenden Situation auch unterstützend wirken: US-Forscher der State University of New York in Buffalo führten eine Untersuchung mit 240 Paaren mit Haustier und ohne Haustier durch. Die Teilnehmer mussten schwierige Aufgaben unter Zeitdruck erledigen. Dabei waren sie zunächst alleine, danach in Gesellschaft des Partners, anschließend nur im Beisein des Hundes und zum Schluss in Anwesenheit von Partner und Hund. Das Ergebnis: Die Probanden waren am wenigsten gestresst, wenn das Haustier zugegen war. Die Anwesenheit des Partners ohne Hund hingegen hat das Stresslevel deutlich weniger positiv beeinflusst. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum jeder Fünfte am Tag der Liebe seinem Haustier den Vorzug gibt.

Quellen:

https://www.reuters.com/article/oukoe-uk-poll-pets-valentines-life-idAFTRE61716R20100208
https://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article205246543/Valentinstag-2020-Alle-was-man-zum-Tag-der-Liebe-wissen-muss.html
https://pepper.pr.co/163611-studie-zum-valentinstag-zeigt-so-schenken-die-deutschen
https://www.capital.de/wirtschaft-politik/5-wirtschaftliche-fakten-zum-valentinstag
https://news.harvard.edu/gazette/story/2014/10/mothers-brains-show-similar-responses-to-her-baby-and-her-dog/
http://www.buffalo.edu/news/releases/1996/03/3481.html

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Die perfekte Schonkost bei Durchfall bei Hunden und Katzen

Ein Kätzchen sitzt im Karton. Schonkost bei Durchfall bei Katzen und Hunden - - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Leiden Hunde oder Katzen an Durchfall oder Erbrechen, ist es wichtig, die Ernährung vorübergehend umzustellen. Mit der richtigen Schonkost kann relativ schnell eine Besserung des Gesundheitszustandes erzielt werden. Ergänzend dazu sollten wichtige Nährstoffe, die durch den Durchfall ausgeschieden wurden, wieder zugeführt werden. Dabei können spezielle Nahrungsergänzungsmittel helfen. Doch allem voran sollten die möglichen Ursachen der Erkrankung abgeklärt werden. Hat verdorbenes Futter zu einer Veränderung des Stuhls der Katze geführt, da zu viele Bakterien den Darm fremdbesiedelt haben, kann mit pürierten Karotten und geriebenem Apfel erste Hilfe geleistet werden. Diese Art von Durchfall ist in der Regel relativ schnell wieder in den Griff zu bekommen.

Der Tierhalter kann aber auch mit einer konsequenten Ernährungsumstellung auf Frischfutter und einem hohen Anteil an Fleisch einer Darmerkrankung vorbeugen. Um auszuschließen, dass eine ernste Erkrankung hinter dem Durchfall oder Erbrechen der Katze steckt, sollten Sie auch weitere Symptome beim Tierhalter abfragen.

Mögliche Ursachen

Durchfallerkrankungen bei Hunden und Katzen können vielfältige Ursachen haben. Ein Magen-Darm-Infekt ist in der Regel schnell ausgestanden und das Tier innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder bei Kräften. Anders sieht es aus, wenn die Durchfallerkrankung der Katze oder des Hundes chronisch ist oder in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Dann könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken. Getreidehaltiges normales Futter wird von vielen Katzen und Hunden aufgrund des hohen Glutengehalts, der enthaltenen Konservierungsstoffe und der laktosehaltigen Füllstoffe nicht gut vertragen. Ein Stuhl- oder Bluttest kann darüber Aufschluss geben, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Ist das Darmmillieu aus dem Gleichgewicht geraten und hat sich ein anhaltender Durchfall manifestiert, hilft eine Ernährungsumstellung allein nicht weiter. Oft fehlen dem Darm wichtige gute Darmbakterien, welche die Darmflora im Gleichgewicht halten und schlechte Bakterienstämme sowie Pilzsporen eliminieren. Ist der Stuhl über einen längeren Zeitraum, vor allem nach der Aufnahme von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln, wässrig, kann durchaus eine Pilzbesiedelung die Ursache sein. Diese kommt aber nicht allein zustande, sondern entsteht immer aufgrund eines geschwächten Immunsystems, folglich eines geschwächten Darms.

Bei einem Verdacht auf eine Darmdysbiose und um herauszufinden, welche Bakterien dem Organismus fehlen, sollte ebenfalls ein Stuhltest durchgeführt werden. Fehlende Stämme können dem Futter der Katze, in Form einer Suspension, zweimal täglich beigemischt werden. Die Dosis ist in jedem Fall auf das Gewicht des Tieres anzupassen. Liegt eine Dysbiose vor, benötigt der Darm zusätzlich wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, um probiotische Bakterienstämme, wie den Escherichia coli Nissle, ansiedeln zu können. Dazu können, je nach Mangel, folgende Stoffe: Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin B1, B2, B6, B12, Niacin, Biotin, Pantothensäure, Folat, Vitamin K, Calcium, Magnesium, Kupfer, Mangan.

So können Pektine zur Genesung beitragen

Eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen spielen Lebensmittel mit einem hohen Pektingehalt. Äpfel oder Möhren zum Beispiel enthalten sehr viel Pektin, das wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Pektine binden Wasser im Darm und überziehen die Oberfläche der Darmwand mit einer gelartigen Lösung. Diese Schutzschicht lässt Bakteriengifte nicht mehr an die Darmwandzellen gelangen. Zudem ist die Gelschicht selbst in der Lage, Bakteriengifte zu binden. Diese verlieren somit ihre Wirkung und werden zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. Der Durchfall verschwindet und der Stuhl wird fester.

Weitere Lebensmittel mit einem hohen oder relativ hohen Pektingehalt sind Kürbis, Orangen, Bananen, Aprikosen und Quitten. Allerdings könnten sehr saure Früchte wie Orangen einen bereits gereizten Darm belasten oder sehr süße Früchte, wie reife Bananen, einen Pilz noch weiter „anheizen“. Bei Äpfeln ist das Pektin vor allem in der Schale enthalten, weshalb diese bei Hunden oder Katzen immer mit ins Futter gemischt werden sollte. Um die Pektine aus der Nahrung herauszulösen und sie dem Körper verfügbarer zu machen, sollten Karotten und Äpfel gerieben, püriert oder gekocht werden. Geriebene oder pürierte Karotten und Äpfel sollten nach dem Zerkleinern zehn Minuten stehen. Ein gutes Indiz dafür, ob der geriebene Apfel lange genug stand, ist die braune Farbe, die das Fruchtfleisch nach einiger Zeit annimmt. Hat sich dieses verfärbt, kann es dem Futter beigemischt werden.

Ein sehr gutes Rezept, das nicht nur bei Menschen sofort den Durchfall stoppt, ist die Möhrensuppe nach Moro. Ursprünglich wurde sie 1908 von Dr. Prof. Ernst Moro im Bereich der Kinderheilkunde entwickelt. Sie wird aber auch therapiebegleitend bei Katzen und Hunden empfohlen. Das Besondere an dieser Möhrensuppe ist, dass die Karotten zwei Stunden lang gekocht werden. Durch den überlangen Kochvorgang werden Oligogalakturonsäuren aus dem Pektin freigesetzt, welche an der Darmwand andocken und so die Andockstelle für schädliche Einzeller wie Giardien und Bakterien blockieren. Ein weiterer Ernährungsbaustein bei akutem oder langanhaltendem Durchfall können Pellkartoffeln sein. Diese sollten allerdings kalt gegeben werden, da sich die Molekülstruktur der Kohlenhydrate nur im kalten Zustand positiv auf den Darm auswirkt. Zu beachten ist außerdem, dass Pektin und dessen Bestandteile bei einer Wurmbesiedlung nichts ausrichten können.

Bei Durchfall viel trinken

Ergänzend zu einer Schonkosternährung beim Haustier gehört, gerade bei Durchfallerkrankungen, viel frisches Wasser. Der Napf sollte täglich mehrfach mit frischem Wasser aufgefüllt werden, um sicherzugehen, dass Hund oder Katze genug Flüssigkeit aufnehmen. Auch sollte das Wasser nicht zu kalt sein. Optimal ist Zimmertemperatur. Gerade bei kleinen Tieren besteht schnell die Gefahr der Austrocknung. Haben Hund oder Katze einen akuten Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen und Durchfall, sollte Futter nur in kleinen Mengen aufgenommen werden. Häufig verweigern die Tiere, wie auch Menschen, in der akuten Phase die Nahrungsaufnahme, da der Organismus zu sehr belastet würde. Dennoch sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Trinken Hund oder Katze nicht selbstständig, kann mit einer kleinen Pipette Flüssigkeit Tröpfchenweise zugeführt werden. Bei leichtem Durchfall kann außerdem schon ungesüßter schwarzer Tee als Ergänzung zum Wasser helfen.

Gekochtes Gemüse und Fleisch

Das Tier sollte nach ein bis drei Tagen in der Regel wieder Hunger bekommen und nach Nahrung verlangen. Dann sollte Futter anfangs nur in kleinen Mengen gegeben werden. Die Portionen werden dann, je nach Verträglichkeit, langsam gesteigert. Bei einer Schonkost werden vor allem gekochte Lebensmittel gegeben. Dabei sollten Tierbesitzer in jedem Fall auf verdauliche Zutaten achten. Damit Hund oder Katze die Schonkost auch zu sich nimmt, darf auf jeden Fall ebenso gekochtes Fleisch zugefügt werden. Dies ist sogar wichtig, damit das Tier wieder zu Kräften kommt. Mageres Rind- oder Hühnerfleisch sind hier die richtige Wahl. Auch eine selbst gekochte Hühner- oder Rindsbrühe darf als Grundlage des Gemüse-Fleisch-Breis dienen und sorgt für einen kräftigeren Geschmack, damit das Tier das neue Futter annimmt.

Gerne darf auch gekochter frischer Fisch gegeben werden. Bei der Ernährung von Tieren wird Fisch oft vernachlässigt, dabei liefert dieser wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Für ein besseres Sättigungsgefühl und zum Binden der Flüssigkeit im Darm kann dem Brei auch gekochter Reis beigemischt werden. Dieser sollte fünf Minuten ziehen und in Zimmertemperatur gegeben werden.

Hat sich der Zustand der Katze oder des Hundes gebessert, können Sie dem Tierbesitzer raten, langsam wieder auf eine leichte Vollkost umzusteigen.

Quellen:

https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Apfelpektin/wirkung-medikament-10.html
https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/serviceline/tiere/article113087119/Das-hilft-dem-Hundemagen.html
https://www.medikamente-per-klick.de/apotheke/ernaehrungslexikon/pektin/

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Weihnachtszeit: Ernährung von Haustieren

Ein Hund unter dem Tannenbaum mit dem Kopf in einer Papiertüte. Ernährung von Tieren in der Weihnachtszeit - jetzt im Covetrus Blog lesen.

In den letzten Jahren hat der Trend zugenommen, die eigenen Haustiere zu Weihnachten zu beschenken. Rund 75 % der Besitzer finden es nach einer GfK-Umfrage im Auftrag der Mera Tiernahrung wichtig, an diesem Tag Hund und Katze eine besondere Freude zu machen. Sicherlich liegt das daran, dass Tiere in vielen Haushalten fester Bestandteil des Lebens und vollwertiges Familienmitglied sind. Zu den beliebtesten Geschenken in der Weihnachtszeit gehören mit 64,7 % Snacks, so das Ergebnis der Studie.

Gleichzeitig lässt sich ein positiver Trend hinsichtlich einer gesunden Ernährung von Hund und Katze erkennen. Eine wünschenswerte Richtung, dennoch ist immer noch stark die Aufklärung seitens der Tierärzte über eine gesunde Zusammensetzung der Mahlzeiten und giftige Lebensmittel für Haustiere, vor allem in der Weihnachtszeit, gefragt. Mit umfassenden Hinweisen in Ihrer Praxis können Sie Tierbesitzer für die Ernährung zu Weihnachten sensibilisieren und zum Tierschutz in den Haushalten beitragen – für ein Fest ohne Zwischenfälle.

Snacks in der Weihnachtszeit – GfK-Studie zu Ernährungstrends bei Haustieren

Weihnachten ist die Zeit der Leckereien und üppigen Festmahle. Was wir uns gerne schmecken lassen, ist für Hund und Katze jedoch nicht geeignet. Oft landen dennoch Bratenreste, fette Soßen oder gar Lebkuchenstücke bei den Tieren im Napf. Viele Tierbesitzer wissen nicht um die verheerenden Folgen oder die Tatsache, dass Schokolade giftig für Hunde ist. Das hat zur Folge, dass es in der Zeit rund um das Fest vermehrt zu Einsätzen von Tierärzten, aufgrund einer Vergiftung, kommt. Auch dass bei Hunden das oft entstehende Magendrehen durch falsche Speisen tödlich enden kann, ist vielen Hundebesitzern nicht klar. Bei einer artgerechten Tierhaltung spricht insgesamt nichts gegen besondere Leckereien zu Weihnachten im Rahmen einer gesunden Ernährungsform und mit für Tiere geeigneten Futtermitteln.

Grund zur Freude machen die aktuellen Ergebnisse der GfK-Studie. Rund 56,6 % der Befragten achten bei der Futterauswahl bei ihrem Tier auf eine hohe Qualität. Demnach beschäftigen sich die Tierbesitzer immer mehr mit den Zusammensetzungen und Inhaltsstoffen des Futters. Eine Erhebung zur Fütterung von Hunden und Katzen der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt jedoch, dass immer noch mehr als 50 % auf kommerzielles Fertigfutter zurückgreifen. Je älter das Tier wird oder wenn es von einer Erkrankung betroffen ist, desto häufiger werden die Mahlzeiten selbst zubereitet.

Laut der Studie wird ebenso auf eine hohe Verträglichkeit und einen hohen Anteil von Fleisch und Fisch im Futter geachtet. Immer mehr Tierbesitzer suchen gezielt nach Futtermitteln ohne Getreide und frei von schädlichen Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffen.

Die Richtung stimmt und gibt Grund zur Hoffnung. Vielen Tierhaltern fehlt es dennoch an den nötigen, vertieften Kenntnissen über eine artgerechte Ernährung und den eigentlichen Bedarf eines ausgewogenen Nährstoffmixes bei Hund und Katze, der meist sehr individuell ist. Hier hilft nur eine stetige Aufklärung, dass Hunde und Katzen neben einem geeigneten Fleischanteil auch unverdauliche Pflanzenanteile, Knochen und Innereien benötigen. Die Zusammensetzung der elementaren Bausteine Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Vitamine wird häufig unterschätzt. Vor allem beim heute beliebten Barfen kann das schnell zu Problemen führen. Nicht selten kommt es bei Unwissenheit zur Proteinüberversorgung, Über- und Unterversorgung mit Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen. Aus einer italienischen Studie geht hervor, dass gerade einmal 14 % der dort befragten Hundehalter eine tierärztliche Fütterungsempfehlung in Anspruch nehmen. Weitere Auswertungen zeigen, dass rund 60 bis 73 % der überprüften Barfmenüs deutliche Abweichungen der gültigen Energie- und Nährstoffempfehlungen aufweisen.

Idealerweise wird das Futtermittel durch vegetarische Komponenten, wie selbst gekochten Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Magerquark, ergänzt. Laut einer Studie sorgen dafür gerade einmal 26 % der Befragten. Gerade während der Weihnachtszeit bietet es sich an, Hund und Katze mit selbst gekochten Menüs zu verwöhnen, welche einer gesunden Ernährung entsprechen.

Aufklärung und Hinweise in der Tierarztpraxis

Das A und O ist weiterhin eine umfassende Aufklärung über eine gesunde Ernährung seitens der Tierärzte. Besonders zu Weihnachten sollten zusätzliche Informationen alle Tierbesitzer umfassend aufklären. Dazu sollten Sie auf giftige Produkte in der Weihnachtszeit für Hund und Katze hinweisen:

• Schokolade
• Rosinen oder Weintrauben
• Erdnüsse
• Walnüsse
• Macadamianüsse
• Zimt
• Bittermandeln

Sollte dennoch der Fall eintreten, so klären Sie über die Symptome auf, welche bei einer Magen- und Darmverstimmung, allergischen Reaktion oder Vergiftung auftreten können:

Unverträglichkeiten:

• Juckreiz
• Entzündliche Hautreaktionen
• Durchfall
• Erbrechen

Vergiftungen:

• Lähmungen
• Vermehrtes Hecheln
• Zittern
• Schwäche
• Herzrasen
• Krämpfe
• Erbrechen
• Durchfall
• Apathisches Verhalten

Mit praktischen Tipps können Sie die Besitzer bei der Prävention unterstützen:

• Printen, Spekulatius und Co. sollten in einem Haushalt mit Tieren niemals frei zugänglich sein
• Reste vom menschlichen Festmahl gehören nicht in den Tiernapf
• Nach und während des Backens auf heruntergefallene Zutaten achten
• Essensreste sofort wegräumen und niemals unbeaufsichtigt sehen lassen

Tipps für gesunde tierische Weihnachten unter dem Baum

Wenn Tierbesitzer ihre Tiere zu Weihnachten verwöhnen möchten, ist eine gute Alternative, das tägliche Futter um gesunde Komponenten wie Obst oder Gemüse zu erweitern oder diese als Belohnung einzusetzen. Laut einer weiteren Erhebung bekommen Hund und Katze bei 78 % der Befragten Snacks in Form von Fertigbelohnungen. Gerade einmal 11 % setzen auf Obst und Gemüse.

Speziell auf die Bedürfnisse eines Tieres abgestimmte Weihnachtskeks-Rezepte mit bekömmlichem Fisch oder Fleisch ermöglichen eine gesunde Zubereitung von Leckerlis mit Zutaten, die für die Tiere wirklich bekömmlich sind und wo die Besitzer wissen, was drin ist. Beliebte Weihnachtsgewürze wie Nelken, Zimt und Co. sind strikt zu vermeiden.

Neben den Zutaten sollten die Größen der Portionen weiterhin wie gewohnt beibehalten werden. Plötzlich größere Futtermengen können die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen. Das gilt sowohl bei den täglichen Mahlzeiten als auch bei den zusätzlichen Belohnungen. Sollte ein Mahl dennoch mal üppiger ausgefallen sein, kann zusätzliche Bewegung nach einer angemessenen Verdauungspause für einen Ausgleich sorgen.

Fast 40 % der Befragten aus der GfK-Studie verschenken zu Weihnachten Spielzeug und Beschäftigungsspiele. Damit entgehen die Besitzer der Situation, ihr Tier in den Festtagen zu überfüttern oder mit ungeeigneten Lebensmitteln zu schaden und fördern gleichzeitig Aktivität und Bewegung. Ein Rat, den Tierärzte in jedem Fall an ihre Patienten weitergeben sollten.

Neben den Lebensmitteln zur Weihnachtszeit können Dekoration und weihnachtliches Grün zu heiklen Situationen führen, worüber sich viele Tierhalter nicht bewusst sind. Zu einer umfassenden Aufklärung zu Weihnachten gehört es, auf diese Gefahrenquellen hinzuweisen, die bei Aufnahme giftig für Hund und Katze sind:

• Mistelzweige
• Weihnachtssterne
• Nadeln von Nadelbäumen
• Stechpalmen
• Amaryllis
• Christrosen
• Kunstschnee
• Aromakerzen

Bei kranken und heranwachsenden Tieren ist nochmals mehr Vorsicht geboten. Mit einer guten Aufklärung in Tierarzt-Praxen während der Festtage kann Tier und Mensch eine Menge Leid erspart werden, auch wenn es nur gut gemeint ist. So wird Weihnachten auch wirklich für alle ein Fest.

Quellen:

https://www.zza-online.de/branche/branche/article/gfk-studie-gibt-aufschluss-ueber-ernaehrungstrends-bei-hund-und-katze.html
https://www.drhoelter.de/tierarzt/blog/so-feiern-sie-weihnachten-tiergerecht-und-sicher.html
https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/weihnachten/
https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/heimtiere/hunde/hunde-richtig-ernaehren/
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-101858?wt.mc_id=20-mkt_17-grundrauschen_13-artikel-barf-trend-in-der-hundeernaehrung_10-tw_14-tc_15-link_16-lesen_12-170822_18-enke_11-tier_19-zgati
Nicola Stephanie Becker: „Erhebungen zur Fütterung von Hunden und Katzen mit und ohne Verdacht auf eine Futtermittelallergie in Deutschland“. München. 2009.

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Sehkraft bei alten Katzen

Nahaufnahme, ein rothaariger Kater guckt zur Seite. Thema Sehkraft bei alten Katzen - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Für Katzen, welche ihre Bewegungen und Koordination hauptsächlich über die Augen steuern, da sie keinen so stark ausgeprägten Geruchssinn haben wie andere Tiere, sind die Augen und ihre Gesundheit von immenser Bedeutung. Nichtsdestotrotz verhält es sich bei Katzen ähnlich wie bei Menschen: Im späteren Verlauf des Lebens kann die Sehkraft nachlassen. Das kann anfänglich problematisch sein. Darüber hinaus ist es in vielen Fällen auch vermeidbar, sofern eine Krankheit zugrunde liegt und diese rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Denn obwohl auch erblindete Katzen sich in ihrer Umgebung zuverlässig zurechtfinden, ist es dennoch eine große Einbuße der Fähigkeiten der Katze. Außerdem haben Forscher herausgefunden, dass Katzen (als dritte Tiergruppe überhaupt neben Affen und Hunden) über Blickkontakt mit Menschen kommunizieren können.  Getestet wurde dabei, inwiefern Katzen menschlichen Blicken folgen können und so zu versteckten Futterplätzen finden. Daher ist ein Nachlassen der natürlichen Sehkraft im Alter mit einigen Einschränkungen verbunden. Doch wie kommt es dazu?

Nachlassen der Sehkraft bei alten Katzen oftmals Folge von anderen Krankheiten

Entgegen der gängigen Meinung ist ein schlechteres Sehvermögen bei Hauskatzen oftmals nicht nur dem Alter der Katze allein geschuldet. Vielmehr handelt es sich sehr häufig um eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten oder Veränderungen des Organismus. Eine häufige Ursache ist Bluthochdruck als Folge einer hypertrophen Cardiomyopathie (HCM). Hierbei handelt es sich um eine der am meisten diagnostizierten Herzerkrankungen bei Katzen. 

Unter dem Begriff HCM versteht man eine primäre Cardiomyopathie in Kombination mit einem hypertrophen, nicht dilatierten linken Ventrikel. Diese tritt isoliert ohne andere systemische oder cardiale Anomalien auf, auf welche die HCM zurückzuführen sein könnte. Im Gegensatz zu Hunden, bei denen sich diese Form des Herzfehlers durch Husten und andere Symptome bemerkbar machen kann, treten bei Katzen vor allem Kurzatmigkeit und Appetitlosigkeit auf. Eine weitere mögliche Grunderkrankung, die zur Verschlechterung des Augenlichtes führen kann, ist eine chronische Niereninsuffizienz.

Bluthochdruck als mögliche Folge einer hypertrophen Cardiomyopathie

Bluthochdruck kann bei Katzen schwerwiegende Folgen für die Sehkraft haben. Der erhöhte Blutdruck kann ein Platzen der sehr kleinen und zarten Gefäße im Augenhintergrund verursachen. Daher sollten Sie als Tierarzt bei Untersuchungen von Bluthochdruck auch immer den Augenhintergrund inspizieren, um mögliche Schäden bereits frühzeitig erkennen zu können. Bei akuten Fällen weisen die Katzen erweiterte Pupillen auf und erscheinen verwirrt. Hierbei handelt es sich um einen Notfall, der unbehandelt zur Blindheit der Katze führen kann. Weisen Sie Katzenbesitzer auf diese Symptome hin.

Chronische Niereninsuffizienz als weitere Ursache für Augenschädigungen bei Katzen

Eine weitere, sehr häufige Ursache ist die chronische Niereninsuffizienz (CNI), die laut Statistiken bei bis zu 30 % der älteren Katzen auftritt.  Dabei entwickelt sich die CNI nicht akut, sondern schleichend über eine lange Zeit. Da die Schädigung der Niere nicht mehr reversibel ist und die ersten Anzeichen erst bei ca. 70 % zerstörtem Nierengewebe auftreten, kann es oftmals schwierig für Sie sein, eine rechtzeitige Diagnose zu stellen.

Unbehandelt verläuft die CNI tödlich. Daher empfiehlt es sich, ab einem gewissen Alter der Katze regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Eine CNI lässt sich schließlich nur im Bluttest zuverlässig feststellen. Anzeichen für eine entsprechende Erkrankung sind Lethargie, Appetitlosigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Allerdings können auch weitere Symptome auf eine CNI hindeuten. Diese müssen in der Anamnese kontrolliert werden.

Wie bei der HCM führt eine CNI sehr häufig zu Bluthochdruck, welcher sich sehr schädlich auf die Augen und Sehkraft des Tieres auswirken kann.

Verschiedene Augenkrankheiten als Auslöser von Sehschwächen

Wenn das Auge selbst direkt von einer Krankheit betroffen ist, kann dies auch zur Verschlechterung der Sehleistung führen. Hierbei stehen Veränderungen der Netzhaut sowie der graue Star (Katarakten) bzw. grüne Star (Glaukom) im Vordergrund.

Als grauer Star wird eine gräuliche Trübung der Linse bezeichnet, die im weiteren Krankheitsverlauf fast ins weißliche gehen kann. Obwohl schmerzfrei, führt diese Entwicklung zu einem immer weiter absinkenden Sehvermögen des Tieres. Der graue Star ist bei Katzen, wie bei Menschen, oft eine Alterserscheinung. Jedoch kann dies auch ein Anzeichen für eine Diabeteserkrankung der Katze sein.

Bei einem grünen Star handelt es sich um einen erhöhten Augeninnendruck, durch welchen sich die Pupille weitet und auch bei direktem Lichteinfall nicht so zusammenzieht, wie sie es normalerweise tut. Der erhöhte Druck im Inneren des Auges verursacht auch bereits eine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Unbehandelt gibt die Augenhülle irgendwann nach und der Augapfel vergrößert sich stark. Dazu kommt eine Eintrübung der Hornhaut, was letztendlich zur Erblindung der Katze führt.

Sehschwächen bei Katzen im Alter

Es ist grundsätzlich festzuhalten, dass Sehschwächen bei älteren Katzen häufig nicht „einfach so“ auftreten, wie wir es vom Menschen kennen. Viel öfter sind andere Grunderkrankungen dafür verantwortlich und das Nachlassen des Sehvermögens (bis hin zum Erblinden) der Katze ist lediglich eine Art Symptom bzw. Folge dieser diversen Grunderkrankungen. Es lässt sich sagen, dass Katzen im späteren Teil des Lebens auch mit besonderem Augenmerk auf die Sehleistung regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zum Tierarzt gebracht werden sollten.

Insbesondere im Hinblick auf die HCM, CNI sowie die häufigsten Augenkrankheiten sollten Sie als Tierarzt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen, um die Chancen auf Heilung bzw. Minimierung der Auswirkungen der Krankheit frühzeitig zu maximieren. Dies gilt in besonderem Maße, da einige Erkrankungen, welche im Alter der Katze zu Beeinträchtigungen der Sehleistung führen können, erst sehr spät Symptome aufweisen können. Eine vollumfängliche Anamnese ist daher maßgeblich, um verdeckte Ursachen des Nachlassens der Sehkraft bei älteren Katzen zu erkennen.

Quellen:

https://www.catplus.de/hauskatze/sinnesleistungen/katzenaugen/
https://www.vetzentrum.de/ratgeber/augenkrankheiten-bei-der-katze-erkennen/
https://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/katzenkrankheiten/bluthochdruck-hypertonie-bei-der-katze/485348
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0160289618300035?via%3Dihub
Kittleson u.a.1998 in: Small animal cardiovasculare medicine. S 248, 259.
https://tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wissenswertes/chronische-niereninsuffizienz-cni-bei-der-katze/

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Herzinsuffizienz bei Hunden: Diagnose und Klassifizierung einer Mitralklappenerkrankung

Ein Hund mit Herz. Thema Herzinsuffienz - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankung bei Hunden. Der Verlauf beginnt schleichend und ist meist chronisch. Anzeichen für eine Erkrankung lassen sich anhand bestimmter Indikatoren bestimmen, dabei durchlaufen Hunde einzelne Krankheitsstadien. Zur Klassifizierung des vorliegenden Schweregrads helfen die ACVIM-Methode sowie die CHIEF-Klassifikation. Die Erfahrung hat gezeigt, dass kleine Hunderassen besonders häufig von einer Mitralklappenerkrankung betroffen sind, doch auch größere Hunde können an einer Herzinsuffizienz leiden. Daher sollte die Erkrankung bei Nicht-Risiko-Gruppen keinesfalls ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich steigt das Risiko einer Mitralklappendegeneration mit steigendem Alter des Tieres, Schweregrad und Fortschreiten der Krankheit sind von Hund zu Hund unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Frühstadium wird eine Herzerkrankung oft nicht erkannt – teilweise fallen die Anzeichen kaum auf oder werden nicht mit einer Erkrankung des Herzens in Verbindung gebracht. Bei leichten Verläufen im Anfangsstadium sind lange Phasen ohne Therapie möglich, schwere Verläufe erfordern eine medikamentöse Behandlung. Passende Therapien können die Lebensqualität erkrankter Hunde deutlich steigern.

Diagnose und Klassifizierung

Eine Mitralklappenerkrankung kann bei Hunden von Geburt an bestehen oder bedingt sein durch degenerative Veränderungen mit zunehmendem Alter. Dies trifft in Zweidrittel der Fälle zu. Des Weiteren findet sich die Ursache einer Herzinsuffienz in einer akuten Entzündung oder aber in einer koronaren Arteriosklerose. Eine zu reichhaltige Ernährung in Verbindung mit wenig Bewegung kann in einigen Fällen zu diesem Krankheitsbild führen. Die so entstehende verminderte Durchblutung des Herzmuskels kann eine Vergrößerung der linken Herzkammer zur Folge haben. Dies wiederum kann zu einer reduzierten Schlussfähigkeit der Mitralklappe führen. Die Pumpleistung des Herzens sinkt und der Organismus des Tiers wird nicht mehr richtig mit Blut versorgt. Es kommt zur Ischämie einzelner Organe und damit zu deren Fehlfunktion.

Symptomatik einer Mitralklappeninsuffizienz

Wie bereits erwähnt, gibt es keine eindeutigen Symptome, die sofort auf das Vorliegen einer Erkrankung des Herzens hindeuten. Vielmehr gilt es, das Verhalten des Hundes zu beobachten und zu dokumentieren. Treten Auffälligkeiten auf, sollten diese näher untersucht werden. In den meisten Fällen wird vom Tierbesitzer eine verminderte Leistungsfähigkeit des Hundes festgestellt. Das Tier ist weniger agil und bewegungsfreudig, zeigt eine beschleunigte Atmung im Ruhezustand, aber vor allem unter Belastung. Durch die zuvor beschriebene Vergrößerung des Herzens kommt es zu einer Mangelversorgung der Lunge. Der Hund hustet häufig; zunächst nur bei Aufregung und Freude, im späteren Verlauf auch im Ruhezustand. Meist zeigt sich dann eine dauerhaft gestörte Atmung mit Atemnot und Kurzatmigkeit. Im letzten Stadium bereitet dem Hund das Atmen im Liegen Schwierigkeiten. Hinzu kommen eine Bauchwassersucht und kurze Phasen der Bewusstlosigkeit. Der Tierbesitzer verzeichnet bei seinem Hund einen deutlichen Gewichtsverlust. Nahrung wird verweigert und das Tier macht insgesamt einen schwachen Eindruck.

Herzinsuffienz: Diagnose der Erkrankung

Ein Hund wird von zwei Tierärzten untersucht. Thema Herzinsuffienz im Covetrus Blog
Herzinsuffienz: Diagnose der Erkrankung | Covetrus Blog © didesign | Fotolia

Zum Erkennen einer Herzerkrankung beim Tier stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit deren Hilfe lassen sich Ursache und Schweregrad in den meisten Fällen genau festlegen.

Das Elektrokardiogramm zeichnet auch kleinste Herzrhythmusstörungen auf. Wird in der Praxis beim Anlegen des EKGs über einige Minuten keine Auffälligkeit festgestellt, aber die Symptome sprechen für ein Vorliegen einer Herzinsuffizienz, kann ein Langzeit-EKG angelegt werden. Dieses wird mit einem speziellen Verband befestigt, sodass der Hund es sich nicht selbst entfernen kann.

Das Herzlungenröntgen gibt Ihnen als Tiermediziner nicht nur Aufschluss über Herzgröße und -form, sondern kann beispielsweise ein Lungenödem sichtbar machen. Berichtet der Tierbesitzer vorwiegend über Atemprobleme des Hundes, können mit dem Herzlungenröntgen auch extrakardiale Auslöser der Atembeschwerden in der Lunge festgestellt werden.

Die Ultraschalluntersuchung, die Echokardiografie, erfasst sehr genau die Innenstrukturen des Herzens. Mithilfe dieses Untersuchungsverfahrens können angeborene Herzfehler gut erkannt werden. Durch das Spritzen eines Kontrastmittels können eine Kardiomyopathie oder eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel diagnostiziert beziehungsweise ausgeschlossen werden. Auch die Funktionsfähigkeit der Herzklappen kann mit dieser Methode näher beurteilt werden. Bei einer vorliegenden Mitralendokardiose handelt es sich um eine Verdickung der Herzklappen zwischen linker Hauptkammer und linkem Vorhof. Die Echokardiografie unterstützt, bei Vorliegen dieses Krankheitsbildes, bei der Abstimmung der Therapie sowie bei der Beurteilung der Verlaufsprognose.

Ein weiteres diagnostisches Verfahren ist die Blutabnahme zur Feststellung kardialer Biomarker. NT-proBNP ist ein stabiles Stoffwechselprodukt, welches bei kardialem Stress im Blut nachweisbar ist. Die Genauigkeit dieser Untersuchung zur Diagnose von Schwere und Verlauf der Krankheit gilt allerdings als relativ ungenau und wird gerade in einer laufenden Studie namens HAMLET überprüft.

Systeme zur Klassifizierung

Die ACTVIM-Klassifikation sieht eine klare Trennung von symptomatischen und asymptomatischen Patienten vor und spricht, wie auch die CHIEF-Klassifikation, von Risikogruppen. Die Vorteile dieser beiden Eingruppierungen findet sich kombiniert im Dog Echocardiography Progression Protocol, der DEPP-Klassifikation. Diese Gliederung legt sieben Stadien zur Festlegung des Gesundheitsstatus fest. Bei diesem Untersuchungsschema wird der Besitzer des Hundes zunächst nach den Symptomen befragt. Im nächsten Schritt wird das Tier auf Herzgeräusche abgehört. Darauf folgen Untersuchungen mit Röntgengerät und EKG. Die Kombination dieser einzelnen Faktoren ergibt den Gesamtzustand des Tieres und damit das Stadium, in welchem sich der Hund befindet. Es werden die Stadien A, B1, B2, C1, C2, C3 und D unterschieden.

Im Stadium A sind keine auffälligen Herzgeräusche zu hören. Röntgen und EKG ergeben keinen Befund. Der Hund gehört dennoch, aufgrund seiner anatomischen Voraussetzungen beziehungsweise wegen seines Alters oder seiner Rasse zu einer Risikogruppe. Es liegen keine auffälligen Symptome vor. Ein weiteres aufmerksames Beobachten des Allgemeinzustandes ist anzuraten. Der Hund ist gesund.

Im Stadium B1 ergibt die Auskultation ein Herzgeräusch von 1-2/6. Beim Röntgen wird eine Mitralinsuffizienz festgestellt. Es gibt keine Anzeichen für eine Volumenüberladung. Der Vertebal Heart Score, welcher die Herzgröße mittels Röntgen feststellt, ist normal. Die Echokardiografie ergibt einen Cornell-Index von <1,8. Das Verhältnis von linkem Vorhof zur Aorta also LA/AO beträgt <1,6 (SAX).

Im Stadium B2 zeigt der Patient Herzgeräusche von 2/6. Bei Röntgen und EKG zeigt sich eine deutliche Insuffizienz mit Kompensation. Der VHS ist erhöht, der Herzmuskel ist vergrößert. Das LA/AO-Verhältnis beträgt größer-gleich 1,6. Der diastolische Wert des Cornell-Index beim linken Ventrikel ist größer-gleich 1,7. Der Hund hustet gelegentlich, hat keine Atemeinschränkungen, aber zeigt leichte Leistungsinsuffizienz.

Im Verlauf der Stadien C1 bis D zeichnet sich eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes ab. Im Stadium D sind deutliche Herz- und Lungengeräusche zu hören. Die Röntgenaufnahme zeigt ein Lungenödem, einen Thoraxerguss und eventuell Wassereinlagerungen im Bauchbereich. Der Hund wird immer wieder ohnmächtig, die Haut zeigt deutliche Anzeichen einer Minderdurchblutung durch eine blaurote Verfärbung. Zudem bekommt der Hund im Liegen kaum Luft. Es liegt eine Orthopnoe vor.

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Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten

Eine Frau und ein brauner Hund sitzen auf einem Stein hoch in den Bergen. Thema Reisen mit Tieren - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Reisen mit Tieren sind immer mit einer gewissen Herausforderung verbunden. Einerseits müssen rechtliche Verordnungen und Regelungen eingehalten werden, auf der anderen Seite gilt es, das Tier zu schützen und die Reisebedingungen an das Wohl des Tieres zu binden. Eine gute Vorbereitung gemeinsam mit dem Tierbesitzer ist hier ausschlaggebend. Diesem stehen Sie als Ansprechpartner für organisatorische und medizinische Fragen zur Seite.

Eine große Rolle spielen Einreisebestimmungen verschiedener Länder, die Beachtung des Impfschutzes und die Vorlage des Heimtierausweises. Alle herrschenden Bestimmungen und Vorschriften, die laut EU-Recht gelten, stellt hierbei in Deutschland das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung. Diese finden Sie hier in einer Übersicht. Neben all den formalen Voraussetzungen sollten Sie schließlich auch beurteilen, ob die Reise für das Tier verträglich ist und wie die stressige Transportsituation im Einzelfall zu handhaben ist.

Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten: Infos über die wichtigsten Bestimmungen

Für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU gelten die Verordnungen Nr. 576/2013 und Nr. 577/2013. Hierbei spielen die eindeutige Identifikation und eine einwandfreie Tollwutsituation des Heimtieres eine Rolle. Ebenso ist der Zweck der Reise zu klären, aus dem hervorgeht, dass nicht etwa der Verkauf oder Besitzerwechsel angestrebt wird. Zu Handelszwecken sind nämlich andere Regelungen zu beachten.

Zur eindeutigen Identifikation des Heimtieres ist eine elektronische Kennzeichnung maßgeblich, welche der ISO-Norm 11784 oder 11785 entsprechen muss. Dies bedeutet, dass das Heimtier zwingend gechippt sein muss und dass der Chip an den jeweiligen Kontrollstellen ausgelesen werden kann. Dies Auslesung geschieht über eine HDX- oder FDX-B-Übertragung. Seit dem 3. Juli 2011 ist es zwingend, für neu gekennzeichnete Tiere diese Art von Chip zu verwenden. Ältere Tiere können auch mittels einer Tätowierung identifiziert werden. Erst wenn die einwandfreie Identifikation und Zuordnung des Heimtieres besteht, kann die für Reisen notwendige Tollwutimpfung vorgenommen und im Heimtierausweis eingetragen werden. Dieser Heimtierausweis trägt eine einheitliche Form und ist von Ihnen als Tierarzt auszustellen sowie bei Reisen vom Besitzer immer mitzuführen. Hierbei ist es wichtig, dass die Impfungen sich nach den Hinweisen des Impfstoffherstellers richten, gegebenenfalls aufgefrischt und mit einem inaktivierten Impfstoff (WHO-Norm) angewendet wurden. In diesem Maße wurde die deutsche Tollwut-Verordnung am 29.12.2014 gemäß der EU-Verordnung Nr. 576/2013 angepasst.

Pro Person dürfen höchstens fünf Heimtiere mit auf Reisen gehen. Diese Zahl darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Tiere zu einem Wettbewerb oder einer Sportveranstaltung verreisen. In allen Fällen ist eine klare Zugehörigkeit zum Besitzer, die aus dem Heimtierausweis hervorgehen muss, entscheidend. Des Weiteren dürfen Welpen unter 15 Wochen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz reisen, wobei es keine Rolle spielt, ob sie aus Deutschland verreisen oder ob es das Ziel- oder Transitland ist. Die Tollwutimpfung bei Jungtieren darf nach 12 Wochen erfolgen, wobei eine Blutabnahme nach wieder einem Monat und eine dreimonatige Wartefrist eingehalten werden muss.

Grundsätzlich gilt, sich auch umfassend über die Regelungen der einzelnen Länder zu informieren. So sind beispielsweise in Irland, Finnland und dem Vereinigten Königreich verschärfte Anforderungen bei antiparasitären Behandlungen zu beachten. Bei Reisen in Länder mit einem höheren Tollwutrisiko können bei einer Wiedereinreise nach Deutschland Blutuntersuchungen vorgeschrieben sein.

Die richtige Reisevorbereitung und Aufklärung

Vor der Reise sollten Sie nicht nur die gesetzlichen Regelungen mit dem Tierbesitzer abklären. Auch eine ausführliche Information über mögliche Reisekrankheiten gehört zur Reisevorbereitung. Vor allem vor der Gefahr durch Krankheitsübertragungen durch Zecken und Stechmücken in bestimmten Regionen ist zu warnen. Hier sollten Sie neben Verhaltenstipps auch zu einer sinnvollen Reiseapotheke beraten.

Das Tierwohl steht somit immer im Vordergrund. Deshalb sollte auch gut überlegt sein, ob gerade eine lange Reise für das Heimtier erträglich und ratsam ist. Zum einen gilt es individuell zu prüfen, ob das Heimtier gesundheitlich für eine solche Reise gewappnet ist. Ängstliche Tiere erfahren während der hektischen Reisezeit großen Stress. Pauschal kann gesagt werden, dass Hunde ihren Besitzern gerne überallhin folgen. Katzen hingegen schätzen die heimische Umgebung und man sollte sie eher nicht dieser entnehmen. Sollte eine Katze von klein auf eine Bindung zum Halter aufgebaut haben, dann ist nur in diesem Fall ein längerer Aufenthalt außerhalb der gewohnten Umgebung zu empfehlen. Weiter gilt zu bedenken, welche Reiserouten geplant sind. Wird der Ort oft gewechselt, dann sollte auch hier abgeschätzt werden, wie viel man dem Haustier zumuten möchte.

Die Vorbereitung des Transports

Reisen mit dem Tier, ein brauner Hund guckt aus dem Autofenster raus. Jetzt im Covetrus Blog lesen.
Reisen mit Tieren | Covetrus Blog © Kevin Kozicki | Adobe Photoshop Lightroom

Nicht zuletzt sind auch beim eigentlichen Transport des Tieres einige Punkte zu beachten. Die Wahl der Transportart und des Transportunternehmens sowie die Klärung der jeweiligen Transportbedingungen sind hier ausschlaggebend. Zum einen sollte sichergestellt werden, dass das Transportunternehmen eine Mitnahme von Haustieren erlaubt. Hierbei sind verschiedene Vorkehrungen im Vorhinein zu treffen. Eine Anschaffung einer Transportbox, eines Maulkorbs oder etwaiger Medikamente zur Beruhigung kann vonnöten sein.

Bei Flugreisen sind die Bestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft zu tierischen Passagieren zu klären. In der Kabine selbst dürfen Hunde und Katzen in der Regel bis ca. 5 kg und maximal 8 kg Körpergewicht mitreisen. Hierbei ist es wichtig, dass schon bei der Abmessung das Gewicht der Transportbox, sollte sie gefordert sein, mitzählt. Das Transportbehältnis muss wasserdicht und luftdurchlässig sein und darf die von der Fluggesellschaft vorgegebenen Handgepäckmaße nicht übersteigen. Alle größeren bzw. schweren Haustiere müssen in speziellen Flugboxen im Gepäck- oder Frachtraum mitreisen. Auch dies kann unnötigen Stress für sowieso schon ängstliche Tiere bedeuten. Eine ausreichend große Transportbox, in der sich das Haustier um sich selbst drehen kann, verschafft eine größere Sicherheit. Eine Eingewöhnung mit dem Transportbehältnis schon vor der Reise kann hier sinnvoll sein. Wichtig ist zudem, dass das Tier ausreichend Futter und Wasser während des Transports erhält.

Auch bei der Reise mit dem Auto sind zum Wohle des Tieres einige Vorkehrungen zu treffen. Bei einer längeren Autofahrt ist es wichtig, dass das Tier sich etwa im Kofferraum frei bewegen kann und der Raum zum Auslauf sicher durch ein Gitter zum Personenraum abgegrenzt ist. Auch bei der Autoreise sollte das Tier ausreichend Futter und zu trinken bekommen und außerdem ab und an etwas Auslauf bei kleinen Pausen erhalten.

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Kaninchenernährung? Gewusst wie!

Kaninchenernährung Blogartikel Covetrus

Besonderheiten des Verdauungstraktes von Kaninchen und deren Bedeutung für eine tier- und verhaltensgerechte Ernährung

Entsprechend seines ursprünglichen Lebensraumes, den sandigen Gräser- und Kräutersteppen Südwest-Europas, ist das Kaninchen spezialisiert auf die Aufnahme und Verdauung großer Mengen karger, pflanzlicher Kost. Ein ausgewogenes Futter-Management, das die physiologischen Besonderheiten des Kaninchens berücksichtigt, ist daher für die Gesunderhaltung unserer Kaninchen in der Heimtierhaltung und somit für ein unbeschwertes, langes Kaninchenleben entscheidend.

Bei genauerer Betrachtung des Kaninchens entdecken wir insbesondere im Verdauungssystem Anpassungen, die das Kaninchen zu einem echten Ernährungsspezialisten machen:

  • Die Schneide- und Backenzähne wachsen lebenslang um ca. 0,8 cm pro Monat. Dieses Zahnwachstum ist eine Anpassung an die Notwendigkeit, große Mengen stark strukturierter, rohfaserreicher und relativ energiearmer Kost zu verarbeiten. Die Zähne reiben sich beim Abbeißen sowie Zermahlen der Nahrung aneinander ab. Für den zuverlässigen Zahnabrieb des Kaninchens ist neben der Aufnahme eines strukturierten Futters, der Zeitraum für die Futteraufnahme entscheidend. Grob strukturiertes Heu und energiearme, im Durchmesser ca. 1 cm große Presslinge mit grober Faserstruktur sind als Fütterung ideal, da das Kaninchen sich diese Futtermittel durch „Benagen“ und langes Kauen erarbeiten muss. Die Futteraufnahmedauer wird entsprechend dem natürlichen Verhalten deutlich erhöht.
  • Kaninchen haben eine nur dünn bemuskelte Magenwand. Die reduzierte Muskulatur ist eine ökonomische Anpassung an die häufige Nahrungsaufnahme und somit typisch für ein Tier, das sich auf energiearme Nahrungsressourcen spezialisiert hat. Man nennt den Magen des Kaninchens auch „Stopfmagen“, da der Futterbrei nur durch die kontinuierliche, weitere Futteraufnahme in die hinteren Darmabschnitte transportiert und verdaut werden kann. Das Kaninchen sollte daher stets Futter zur freien Verfügung haben. Neben dem Angebot von Heu, ist die sichere Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien über die Fütterung eines rohfaserreichen, energiearmen Trockenfutters gewährleistet. Einen Hinweis auf den Energiegehalt eines Futtermittels erhält man über den Stärkegehalt (auf der Verpackung unter den analytischen Bestandteilen aufgeführt) oder über die Art der Zusammensetzung eines Futtermittels (sehr stärkehaltig sind z.B. ganze Getreidekörner, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Johannisbrot etc. und sollten daher gemieden werden). Als Faustregel gilt: Liegt der Stärkegehalt des Futters unter 10% und beträgt das Verhältnis Rohfaser zu Stärke mindestens 3 : 1, entspricht der Energiegehalt etwa dem Erhaltungsbedarf eines Zwergkaninchens in der Heimtierhaltung und das Futter kann zur freien Verfügung angeboten werden.
  • Der Blinddarm von Kaninchen ist als große Gärkammer ausgebildet. Mit dieser Anpassung gelingt es dem Kaninchen, Rohfaserbestandteile, die sonst unverdaulich wären, dem Organismus verfügbar zu machen. Weniger gut verdauliche Rohfaseranteile werden schnell ausgeschieden, feine, leichter verdauliche Nahrungspartikel gelangen in den Blinddarm und werden durch spezielle Bakterien in Proteine, Vitamin B und Vitamin K umgewandelt. Es entsteht der sogenannte Blinddarmkot (Caecotrophe), deren Nährstoffe durch eine erneute Aufnahme vom Kaninchen genutzt werden.

Bedürfnisse der Kaninchen

Um den spezifischen Bedürfnissen des Kaninchens gerecht zu werden bedarf es eines gewissen Augenmaßes besonders hinsichtlich der Energieversorgung: Eine energiereduzierte, rohfasereiche Kost mit allen notwendigen Vitaminen und Spurenelementen sowie ein qualitativ hochwertiges Heu – beides zur freien Verfügung – entspricht den natürlichen, physiologischen Anpassungen des Kaninchens an seinen ursprünglichen Lebensraum und ist ein wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung der Tiere. Die tägliche Gabe von Frischfutter (z.B. Blattsalate, Chicorée, Fenchel, Gurken, Karotten) rundet die Ration ab. Damit sich die empfindliche Darmflora anpassen kann, sollte die Frischfuttermenge langsam gesteigert werden.

Besonderheiten der Kaninchenernährung: Zusammenfassung

Aus der speziellen Ernährungsphysiologie ergeben sich folgende Punkte, die bei der Ernährung von Kaninchen zu beachten sind:

  1. Eine Vielzahl an Gräsern und Kräutern entspricht dem natürlichen Nahrungsspektrum von Kaninchen.
  2. Die Aufnahme strukturierter Faser (Heu, Alleinfuttermittel mit grober Faserstruktur) verlängert die Futteraufnahmedauer → Förderung der Zahn- sowie Darmgesundheit.
  3. Eine lange Beschäftigung mit der Futteraufnahme beugt Verhaltensstörungen vor.
  4. Ein rohfaserreiches, energiearmes Trockenfutter kann zur freien Verfügung angeboten werden und ermöglicht die Aufnahme kleiner Futterportionen → gleichmäßiger Nachschub des Nahrungsbreis gewährleistet den Weitertransport in die hinteren Darmabschnitte.
  5. Bei pelletierten Futtermitteln ist in jedem Pellet der gleiche Nährstoffgehalt enthalten → keine Fehlernährung durch Auswahl schmackhafter Bestandteile bei Angebot von „Müslis“.
  6. Hochwertige Rohfaser ist als Substrat für die speziellen Bakterien im Blinddarm wichtig.
  7. Der Stärkegehalt in der Ration sollte begrenzt sein → optimales Rohfaser-Stärke-Verhältnis von mindestens 3 : 1.
  8. Die Caecotrophie ist eine Anpassung des Kaninchens an karge Lebensräume und versorgt sie zusätzlich mit Proteinen, Vitamin B und Vitamin K.
  9. Frischfutter rundet die Ration ab und kann nach schrittweiser Gewöhnung täglich gefüttert werden.
  10. Snacks sollten nur begrenzt angeboten werden und dienen insbesondere der Förderung einer Bindung zum Halter. Snacks sind keine Ernährung im eigentlichen Sinn.
  11. Frisches Trinkwasser sollte stets zur Verfügung stehen.

Quelle: Dr. Birgit Zumbrock, Bunny Tierernährung GmbH (Melle).

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Tierschutz: Lücke zwischen Theorie und Praxis

Tierschutz und die Lücke zwischen Theorie und Praxis. Bauer stehen im Kuhstall.

Tierschutz wird in vielen Bereichen schon sehr gut umgesetzt. Geht es allerdings um Nutztiere in der Fleischwirtschaft, mahlen die Räder der Bürokratie auffallend langsam. Dabei liegt der Tierschutz nicht nur den Menschen in Deutschland am Herzen, sondern wird mittlerweile auf EU-Ebene diskutiert. Ende 2018 wurden in Luxemburg bei einer offiziellen EU-Tagung Leitlinien zu Haltung, Transport und Schlachtung von Nutztieren herausgegeben. EU-Prüfer betonen, dass beispielsweise der Schutz von Schweinen großer Bestandteil des neuen Leitfadens ist. Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen und verglichen mit der Welt, gelten in der EU die höchsten Tierschutzstandards. Doch was kommt wirklich bei den Tieren an?

Vor Ort in den einzelnen Ländern scheitert es oft an der Umsetzung der Richtlinien. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, oder: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ein flächendeckendes Kontrollorgan, das einzelnen Höfen und Schlachtereien unangekündigte Besuche abstattet, um die Lebensbedingungen der Tiere festzustellen, wäre sehr zu begrüßen. Stichproben der EU-Prüfer ergaben, dass es auf Länderebene bei der Einhaltung der Mindeststandards noch immer Schwachstellen gibt.

Tierschutz: Lücke zwischen Theorie und Praxis

Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) der EU hat die Aufgabe, den Umweltschutz, die Lebensmittelsicherheit und den Tierschutz in der Union zu stärken. Laut GAP-Budget wird Deutschland in den Jahren 2021 bis 2027 ein Betrag von 365 Milliarden Euro für die Agrarförderung zur Verfügung stehen. Dieser Förderbetrag teilt sich in zwei Säulen: Die erste Säule deckt Direktzahlungen an Landwirte ab, die zweite Säule unterstützt gezielt Programme, die Nachhaltigkeit und eine umweltschonende Entwicklung fördern. Immer im Abstand von sieben Jahren wird neu über GAP-Budget und -Inhalte verhandelt. Doch auch im aktuellen Entwurf für die kommende Förderperiode mangelt es zum wiederholten Male an Anreizen, in das Tierwohl zu investieren.

Landwirte erhalten ihre Förderung nur, wenn sie die vorgegebenen Richtlinien einhalten. Aktuell wird an pauschalen Flächenprämien festgehalten, anstatt die Höfe und Betriebe nach deren Leistung zu beurteilen. Das Budget für die zweite Säule, welche für das Tierwohl und die Nachhaltigkeit steht, soll sehr stark gekürzt werden. Landwirte werden demnach zukünftig noch weniger Nutzen davon haben, in den Tierschutz zu investieren. Der Anreiz durch ein entsprechendes Budget ist nicht gegeben. Tierschutz kostet Geld. Durch die Kürzung der Mittel werden Landwirte, die sich für das Tierwohl engagieren, alleine gelassen. Positiv ist, dass die GAP in ihrem Entwurf für die nächste Periode zum ersten Mal den Tierschutz in seine Ziele überhaupt erwähnt.

Fleisch zu Dumpingpreisen

Der Preisverfall von Fleischprodukten kann stutzig machen. Vor wenigen Jahrzehnten war Fleisch ein Luxusgut, welches ein- bis zweimal wöchentlich verzehrt wurde. Heute steht fast täglich, manchmal sogar mehrmals am Tag Fleisch auf dem Speiseplan. Die günstigen Preise haben die Nachfrage steigen lassen. Doch Massentierhaltung und die Optimierung der Fertigungsprozesse gehen zu Lasten des Tierwohls. Eine intensive Landwirtschaft hat immens negative Auswirkungen auf Tiere, Umwelt und Klima. Ehrgeizige Ziele allein reichen nicht, um das Leiden der Tiere zu beenden. Die Lücke zur praktischen Umsetzung sollte schnellstmöglich geschlossen werden. Aktuell werden keine Sanktionen verhängt, wenn Tierschutzstandards nicht eingehalten werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Das BMEL ist auf nationaler Ebene unter anderem für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zum Tierschutz zuständig. Es entwirft neue Gesetze und sorgt dafür, dass die tierschutzrechtlichen Vorschriften auf deren Einhaltung überprüft werden. Gemäß Gesetz dürfen keinem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Wirbeltiere dürfen nur unter wirksamer Betäubung getötet werden. Der Tierschutz ist etwa seit zehn Jahren im Grundgesetz verankert und umfasst die Haustiere, landwirtschaftliche Nutztiere, Zirkustiere und Versuchstiere in der Forschung. In Bezug auf die landwirtschaftliche Nutzung von Tieren hat die Bundesregierung neben dem Tierwohl die Sicherheit für den Menschen im Auge. Nur wenn die Tiere gesund sind, können die erforderlichen Produktstandards für Lebensmittel eingehalten werden. Kranke Tiere können die Gesundheit des Menschen gefährden.

Somit kommt einer regelmäßigen veterinärmedizinischen Untersuchung durch Sie als Tiermediziner ein besonders hoher Stellenwert zu. Die Kosten für die amtstierärztliche Beaufsichtigung trägt der Unternehmer eines Betriebs selbst. Daneben werden Veterinärassistenten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft als Organ zur Überwachung und Einhaltung der Vorschriften eingesetzt. Kommen Haustiere zu Tode, muss dies unverzüglich der zuständigen Behörde gemeldet werden. Dieser Meldung bedarf es nicht, wenn beispielsweise Kadaver von Schweinen in einem Betrieb durch eine zertifizierte Fachfirma regelmäßig abgeholt werden.

Tote Tiere werden in der Fleischindustrie als „tierische Nebenprodukte“ bezeichnet und wie Ausschussware behandelt, die in jedem Betrieb anfallen kann. Die Todesursache muss in solchen Fällen nicht durch Sie als Tierarzt überprüft werden. Mehr Transparenz in diesem Bereich, durch eine Überprüfung des entsprechenden Betriebs mit gefallenen Tieren, wäre im Sinne des Tierschutzes zu begrüßen.

Tiertransporte – Viel Rangelei ohne Ergebnis

Als Veterinärmediziner haben Sie mitunter nur eine geringe Einsicht in die tatsächlichen Zustände in einem Betrieb oder für Tiere während eines Tiertransports. Die Zahl der Tiere, die innerhalb Deutschlands und der EU transportiert werden, steigt weiter an. Jedes Jahr werden mehrere hundert Millionen Tiere in EU- oder Drittländer exportiert. Die Tiere stehen tagelang, teilweise bis zu zwei Wochen und länger auf engstem Raum zusammengepfercht in dunklen Lastwagen. Nicht selten kommen die Tiere tot am Zielort an. Die Tiere, dabei auch trächtige Schweine und Kühe, müssen oft tagelang ohne ausreichend Futter und Wasser auskommen. Auch Abladepausen gibt es nicht. In den Zielländern werden die Tiere häufig grausam, ohne den Einsatz einer Betäubung geschlachtet.

Erst ein Streik der Amtsveterinäre Anfang 2019 machte die Öffentlichkeit auf diese Zustände aufmerksam. Was ist seither geschehen? Das Thema ist zwar in der Politik angekommen, doch anstatt zu handeln, beginnt eine Rangelei um Zuständigkeiten. Nachdem das Thema nun einige Male in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, ist es nun wieder still geworden. Die Politik scheint auf Zeit zu spielen, mit dem Wissen, dass Skandale oft genauso schnell verpuffen und aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwinden, wie sie aufgeflammt sind. Zudem wird dem Verbraucher eine Mitverantwortung auferlegt. Möchten Menschen die Lebensbedingungen von Nutztieren verbessern, sollen sie mehr zahlen.

Tierschutz: Das Fazit

Folgendes lässt sich festhalten: Die Gesetze und Regelungen lesen sich sehr gut. Ob diese allerdings in die Tat umgesetzt werden, ist fraglich. Eine politische Mehrheit, die sich gegen die aktuelle Lage ausspricht, gibt es aktuell nicht. Doch Sie als Tierärzte und Verbraucher benötigen die Unterstützung der Politik, um eine wirkliche Verbesserung für die Tiere zu erreichen. Dabei stellt sich immer die Frage, welche Interessen in Wahrheit unterstützt werden: die der Tiere oder die des wirtschaftlichen Wachstums.

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Wann haftet der Tierarzt?

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Als Tierarzt tragen Sie eine große Verantwortung. Selbst scheinbar kleine Behandlungsfehler können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Doch wann genau haften Sie und wer muss den Fehler beweisen? Grundlage für die Beantwortung dieser Fragen ist, inwiefern Sie sich nach den aktuellen medizinischen Standards verhalten haben. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind außerdem Sie als behandelnder Arzt und nicht der Besitzer des betroffenen Tieres in der Beweispflicht. Umso wichtiger ist, dass Sie Ihre ärztlichen Pflichten stets sorgfältig einhalten. Darunter fallen unter anderem eine umfassende Untersuchung sowie die Wahl, Durchführung und Dokumentation sachgemäßer Behandlungsmethoden. Zahlreiche Urteile aus den letzten Jahren zeigen, dass jeder Fall tatsächlich immer individuell betrachtet werden muss. Nicht zuletzt dann ist eine vollständige Dokumentation Ihrer Behandlung von großer Bedeutung. Hier erfahren Sie, wann Sie als Tierarzt haften, wie die Gerichte in Einzelfällen urteilten und wie Sie sich absichern.

Wann haftet der Tierarzt?

Wir schreiben das Jahr 2010. Ein Pferd wird von einem anderen Pferd gegen das Bein getreten und die Pferdebesitzerin ruft einen Tierarzt, um das geschädigte Tier zu behandeln. Dieser verschließt die Beinwunde ohne weitere Untersuchung und verlässt die Szene wieder. Später wird eine Beinfraktur festgestellt, die Behandlung ist erfolglos und das Tier muss eingeschläfert werden. Die Pferdebesitzerin verklagt den Tierarzt: Dieser hätte schon bei der ersten Behandlung eine Fissur, die zur Fraktur führen kann, erkennen müssen. Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigt den groben Behandlungsfehler in Form eines Befunderhebungsfehlers des Tierarztes. Doch führte dieser Fehler auch letztendlich zur Fraktur?

Lange Zeit waren es die Tierhalter, die Behandlungsfehler von Tierärzten nachweisen und auch die Kausalität von fehlerhaftem Verhalten und den Folgeschäden aufführen mussten. Ein Behandlungsfehler ist allgemein ein Fehler aufgrund der Zuwiderhandlung gegen allgemein anerkannte medizinische Standards. Als grob bezeichnet man einen solchen Behandlungsfehler dann, wenn er einem Arzt objektiv gesehen unter keinen Umständen unterlaufen darf.

Auf Grundlage des geschilderten Rechtsfalls von 2010 kam es am 10.05.2016 zu einem Urteil des Bundesgerichtshofs: Die in der Humanmedizin geltende Beweislastumkehr gilt auch für tiermedizinische Fälle. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Fehlern bei der Behandlung von lebenden Organismen, wie es bei Menschen und Tieren der Fall ist, steht der behandelnde Arzt in der Beweislast.

Für Sie als Tierarzt bedeutet dies, dass Sie beweisen müssen, dass Sie Ihren ärztlichen Pflichten in jedem Punkt nachgekommen sind. Eine lückenlose Behandlungsaufklärung und Dokumentation sind dabei neben der sachgemäßen Behandlung wesentliche Kriterien. Anhand dieser kann der tiermedizinische Sachverständige, der im Falle eines Gerichtsprozesses eingeschaltet wird, Kausalitäten und Verantwortungen nachvollziehen.

Ihre Pflichten als Tierarzt

In dem Fall des geschädigten Pferdes sprach das Gericht dem Tierarzt einen Befunderhebungsfehler zu. Der Arzt hat es versäumt, das Pferd gründlich zu untersuchen, und somit eine unzureichende Diagnose gestellt, die zu einem Behandlungsfehler führte. Auch bei der Wahl und der Durchführung einer Behandlungsmethode können Fehler passieren, für die Sie als behandelnder Tierarzt haften. Dies zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Ansbach vom 13.07.2017. In diesem Fall führte ein Tierarzt eine Kastration eines Pferdes im Stehen durch und verschloss die OP-Wunden mit Metallklammern. Diese entfernte die Pferdebesitzerin später auf ärztliche Anweisung hin selbst. Eine Nachkontrolle durch den Arzt erfolgte nicht. In der Folge trat eine Samenstrangfistel beim Tier auf, die eine Folgebehandlung verlangte. Die Tierhalterin klagte gegen die Übernahme der zusätzlichen Kosten. Das Gerichtsurteil war klar: Der Arzt hatte sich für eine nicht aktuelle Kastrationsmethode entschieden, die das Tier unnötigen Risiken aussetzte. Auch verzichtete er auf die notwendige Nachkontrolle.

Ein ähnlicher Fall führte schon ein Jahr zuvor zu einem Gerichtsurteil. Laut dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 12.09.2016 kam der behandelnde Arzt neben der unsachgemäßen Behandlung, die ein Multiorganversagen des Pferdes während der Kastration nach sich zog, seiner Aufklärungspflicht nicht nach. Der Arzt hatte vor der Operation den Pferdebesitzer weder über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden noch über deren Risiken aufgeklärt. Laut einem Urteil vom 13.01.2015 des Oberlandesgerichts Hamm gilt eine vertragliche Aufklärungspflicht bei besonders risikoreichen Behandlungen. Dies beinhaltet sowohl eine Information über Risiken als auch über mögliche Behandlungsalternativen.

Schließlich stehen Sie in einer Dokumentationspflicht. Sie sind dazu verpflichtet, Tierhaltern die Behandlungsunterlagen ihrer Tiere auf deren Wunsch auszuhändigen, wie Laborberichte, Röntgenbilder und Operationsberichte. So musste nach einem Urteil des Amtsgerichts Mülheim an der Ruhr vom 21.07.2016 eine Hundehalterin die Kosten für eine Operation an ihrem Hund nicht übernehmen, da der Tierarzt diese nicht dokumentierte und auch die Röntgenbilder nicht bereitstellen konnte.

Besondere Fälle und Urteile

Behandlungsfehler können nicht nur dazu führen, dass Sie auf den Behandlungskosten sitzen bleiben. Unter Umständen kann der Tierhalter auch Schadensersatz verlangen. Dies ist vor allem bei wertvollen Tieren wie beispielsweise Sport- und Zuchtpferden der Fall. Bei finanziellen Interessen des Tierhalters sollen Sie also besonders die Aufklärungspflicht einhalten.

Neben Fehlern bei der Behandlung von Verletzungen und Krankheiten, zum Beispiel im Rahmen einer Operation, kann es auch bei mangelhaften Ankaufsuntersuchungen zu Streitfällen kommen. Grundsätzlich können sowohl der Verkäufer als auch der Tierarzt dafür haften, wenn der Käufer das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung des Tieres vor dem Kauf infragestellt und vom Kauf zurücktreten will. Hier können Sie sich absichern, indem Sie eine Haftungsbeschränkung mit dem Verkäufer vereinbaren.

Doch wer haftet, wenn Sie selbst bei der Behandlung eines Tieres Schäden erleiden? Ein solcher Fall landete 2016 vor dem Oberlandesgericht Hamm. Ein Tierarzt wurde während der Behandlung eines Fohlens von der Stute getreten. In der Regel haftet der Halter bei Schäden, die durch sein Tier entstehen. Jedoch ist zu klären, inwiefern auch der Tierarzt Verantwortung für das Verhalten des Tieres trägt, das zum Schaden führte. In dem speziellen Urteil wurde dem Tierarzt eine Mitschuld zugesprochen, da der Schaden verhindert hätte werden können. Die Reaktion der Stute sei voraussehbar gewesen, da sich beide Tiere zum Zeitpunkt der Behandlung in einer engen Box befanden und die Stute großem Stress ausgesetzt war. Auch hier ist also verantwortungsvolles und sachgemäßes Verhalten aus Sicht des Arztes gefragt.

Schließlich gibt es viele Situationen, bei denen ein Behandlungsfehler auftreten kann. Auch der Umfang und die Art der Haftung sind letztendlich immer im Einzelfall zu klären. Die sorgfältige Einhaltung und Erfüllung Ihrer Pflichten nach den aktuell bestehenden medizinischen Standards sind dabei maßgeblich für Ihre eigene Absicherung.

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