Kategorie: Aktuell

Tierschutz: Lücke zwischen Theorie und Praxis

Tierschutz und die Lücke zwischen Theorie und Praxis. Bauer stehen im Kuhstall.

Tierschutz wird in vielen Bereichen schon sehr gut umgesetzt. Geht es allerdings um Nutztiere in der Fleischwirtschaft, mahlen die Räder der Bürokratie auffallend langsam. Dabei liegt der Tierschutz nicht nur den Menschen in Deutschland am Herzen, sondern wird mittlerweile auf EU-Ebene diskutiert. Ende 2018 wurden in Luxemburg bei einer offiziellen EU-Tagung Leitlinien zu Haltung, Transport und Schlachtung von Nutztieren herausgegeben. EU-Prüfer betonen, dass beispielsweise der Schutz von Schweinen großer Bestandteil des neuen Leitfadens ist. Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen und verglichen mit der Welt, gelten in der EU die höchsten Tierschutzstandards. Doch was kommt wirklich bei den Tieren an?

Vor Ort in den einzelnen Ländern scheitert es oft an der Umsetzung der Richtlinien. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, oder: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ein flächendeckendes Kontrollorgan, das einzelnen Höfen und Schlachtereien unangekündigte Besuche abstattet, um die Lebensbedingungen der Tiere festzustellen, wäre sehr zu begrüßen. Stichproben der EU-Prüfer ergaben, dass es auf Länderebene bei der Einhaltung der Mindeststandards noch immer Schwachstellen gibt.

Tierschutz: Lücke zwischen Theorie und Praxis

Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) der EU hat die Aufgabe, den Umweltschutz, die Lebensmittelsicherheit und den Tierschutz in der Union zu stärken. Laut GAP-Budget wird Deutschland in den Jahren 2021 bis 2027 ein Betrag von 365 Milliarden Euro für die Agrarförderung zur Verfügung stehen. Dieser Förderbetrag teilt sich in zwei Säulen: Die erste Säule deckt Direktzahlungen an Landwirte ab, die zweite Säule unterstützt gezielt Programme, die Nachhaltigkeit und eine umweltschonende Entwicklung fördern. Immer im Abstand von sieben Jahren wird neu über GAP-Budget und -Inhalte verhandelt. Doch auch im aktuellen Entwurf für die kommende Förderperiode mangelt es zum wiederholten Male an Anreizen, in das Tierwohl zu investieren.

Landwirte erhalten ihre Förderung nur, wenn sie die vorgegebenen Richtlinien einhalten. Aktuell wird an pauschalen Flächenprämien festgehalten, anstatt die Höfe und Betriebe nach deren Leistung zu beurteilen. Das Budget für die zweite Säule, welche für das Tierwohl und die Nachhaltigkeit steht, soll sehr stark gekürzt werden. Landwirte werden demnach zukünftig noch weniger Nutzen davon haben, in den Tierschutz zu investieren. Der Anreiz durch ein entsprechendes Budget ist nicht gegeben. Tierschutz kostet Geld. Durch die Kürzung der Mittel werden Landwirte, die sich für das Tierwohl engagieren, alleine gelassen. Positiv ist, dass die GAP in ihrem Entwurf für die nächste Periode zum ersten Mal den Tierschutz in seine Ziele überhaupt erwähnt.

Fleisch zu Dumpingpreisen

Der Preisverfall von Fleischprodukten kann stutzig machen. Vor wenigen Jahrzehnten war Fleisch ein Luxusgut, welches ein- bis zweimal wöchentlich verzehrt wurde. Heute steht fast täglich, manchmal sogar mehrmals am Tag Fleisch auf dem Speiseplan. Die günstigen Preise haben die Nachfrage steigen lassen. Doch Massentierhaltung und die Optimierung der Fertigungsprozesse gehen zu Lasten des Tierwohls. Eine intensive Landwirtschaft hat immens negative Auswirkungen auf Tiere, Umwelt und Klima. Ehrgeizige Ziele allein reichen nicht, um das Leiden der Tiere zu beenden. Die Lücke zur praktischen Umsetzung sollte schnellstmöglich geschlossen werden. Aktuell werden keine Sanktionen verhängt, wenn Tierschutzstandards nicht eingehalten werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Das BMEL ist auf nationaler Ebene unter anderem für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zum Tierschutz zuständig. Es entwirft neue Gesetze und sorgt dafür, dass die tierschutzrechtlichen Vorschriften auf deren Einhaltung überprüft werden. Gemäß Gesetz dürfen keinem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Wirbeltiere dürfen nur unter wirksamer Betäubung getötet werden. Der Tierschutz ist etwa seit zehn Jahren im Grundgesetz verankert und umfasst die Haustiere, landwirtschaftliche Nutztiere, Zirkustiere und Versuchstiere in der Forschung. In Bezug auf die landwirtschaftliche Nutzung von Tieren hat die Bundesregierung neben dem Tierwohl die Sicherheit für den Menschen im Auge. Nur wenn die Tiere gesund sind, können die erforderlichen Produktstandards für Lebensmittel eingehalten werden. Kranke Tiere können die Gesundheit des Menschen gefährden.

Somit kommt einer regelmäßigen veterinärmedizinischen Untersuchung durch Sie als Tiermediziner ein besonders hoher Stellenwert zu. Die Kosten für die amtstierärztliche Beaufsichtigung trägt der Unternehmer eines Betriebs selbst. Daneben werden Veterinärassistenten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft als Organ zur Überwachung und Einhaltung der Vorschriften eingesetzt. Kommen Haustiere zu Tode, muss dies unverzüglich der zuständigen Behörde gemeldet werden. Dieser Meldung bedarf es nicht, wenn beispielsweise Kadaver von Schweinen in einem Betrieb durch eine zertifizierte Fachfirma regelmäßig abgeholt werden.

Tote Tiere werden in der Fleischindustrie als „tierische Nebenprodukte“ bezeichnet und wie Ausschussware behandelt, die in jedem Betrieb anfallen kann. Die Todesursache muss in solchen Fällen nicht durch Sie als Tierarzt überprüft werden. Mehr Transparenz in diesem Bereich, durch eine Überprüfung des entsprechenden Betriebs mit gefallenen Tieren, wäre im Sinne des Tierschutzes zu begrüßen.

Tiertransporte – Viel Rangelei ohne Ergebnis

Als Veterinärmediziner haben Sie mitunter nur eine geringe Einsicht in die tatsächlichen Zustände in einem Betrieb oder für Tiere während eines Tiertransports. Die Zahl der Tiere, die innerhalb Deutschlands und der EU transportiert werden, steigt weiter an. Jedes Jahr werden mehrere hundert Millionen Tiere in EU- oder Drittländer exportiert. Die Tiere stehen tagelang, teilweise bis zu zwei Wochen und länger auf engstem Raum zusammengepfercht in dunklen Lastwagen. Nicht selten kommen die Tiere tot am Zielort an. Die Tiere, dabei auch trächtige Schweine und Kühe, müssen oft tagelang ohne ausreichend Futter und Wasser auskommen. Auch Abladepausen gibt es nicht. In den Zielländern werden die Tiere häufig grausam, ohne den Einsatz einer Betäubung geschlachtet.

Erst ein Streik der Amtsveterinäre Anfang 2019 machte die Öffentlichkeit auf diese Zustände aufmerksam. Was ist seither geschehen? Das Thema ist zwar in der Politik angekommen, doch anstatt zu handeln, beginnt eine Rangelei um Zuständigkeiten. Nachdem das Thema nun einige Male in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, ist es nun wieder still geworden. Die Politik scheint auf Zeit zu spielen, mit dem Wissen, dass Skandale oft genauso schnell verpuffen und aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwinden, wie sie aufgeflammt sind. Zudem wird dem Verbraucher eine Mitverantwortung auferlegt. Möchten Menschen die Lebensbedingungen von Nutztieren verbessern, sollen sie mehr zahlen.

Tierschutz: Das Fazit

Folgendes lässt sich festhalten: Die Gesetze und Regelungen lesen sich sehr gut. Ob diese allerdings in die Tat umgesetzt werden, ist fraglich. Eine politische Mehrheit, die sich gegen die aktuelle Lage ausspricht, gibt es aktuell nicht. Doch Sie als Tierärzte und Verbraucher benötigen die Unterstützung der Politik, um eine wirkliche Verbesserung für die Tiere zu erreichen. Dabei stellt sich immer die Frage, welche Interessen in Wahrheit unterstützt werden: die der Tiere oder die des wirtschaftlichen Wachstums.

Weiter zum Artikel Wann haftet der Tierarzt?

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Ferkelkastration: Die Narkose bei männlichen Saugferkeln durch den Landwirt

Ferkel im Strohstall. Thema: Ferkelkastration, die Narkose bei männlichen Saugferkeln durch den Landwirt

Kastrationsnarkose bei männlichen Saugferkeln: Fristverlängerung bis 2021

Die Kastration männlicher Ferkel zählt bereits seit Langem zu den Streitpunkten zwischen Tierschützern und Landwirten. Züchter verweisen in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit der Kastration, da das Fleisch der Tiere sonst aufgrund der Produktion männlicher Hormone einen strengen Geruch annehmen würde. Außerdem lässt sich auf diese Weise das aggressive Verhalten, das unkastrierte Eber an den Tag legen, eindämmen. Vollkommen schmerzfreie Verfahren der Ferkelkastration, die von Tierschutzorganisationen eingefordert und von Tierärzten befürwortet werden, verursachen jedoch deutlich höhere Kosten, die sich viele Betriebe nicht leisten können.

Bislang ist eine betäubungsfreie Ferkelkastration bis zum siebten Lebenstag möglich. Um dies zu ändern, nahm der Gesetzgeber eine Anpassung des Tierschutzgesetzes vor, die ursprünglich Anfang 2019 in Kraft treten und eine Kastration unter Schmerzen verbieten sollte. Nun wurde die Übergangsfrist allerdings erneut verlängert, nachdem sich bereits im Sommer des Vorjahres keine fristgerechte Umsetzung abzeichnete.

Für das Tierwohl: Änderung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013

Nach langen Protesten der Tierschutzorganisationen bezüglich der unter Schmerzen stattfindenden Kastration von Ferkeln reagierte 2013 auch der Gesetzgeber, der eine Änderung des Tierschutzgesetzes, kurz TierSchG, beschloss. Diese beinhaltete unter anderem die Verpflichtung zu einer vollkommen schmerzfreien Kastration von Ferkeln.

Zugleich wurde § 5 Abs. 1 TierSchG angepasst, wonach auch Personen, die einen entsprechenden Sachkundenachweis vorweisen können, eine Narkose bei Ferkeln vornehmen dürfen. Zuvor stand diese Betäubung unter dem Tierärztevorbehalt. Die Voraussetzungen zum Erwerb des Nachweises sind jedoch durch eine Verordnung des Landwirtschaftsministeriums genau reglementiert. Die Durchsetzung beider Anpassungen wurde zudem auf den 1. Januar 2019 verschoben, um den Züchtern eine angemessene Zeit zur Erforschung schmerzloser Kastrationsmethoden zu gewähren.

Die vier diskutierten Wege zu einer schmerzfreien Ferkelkastration

Nicht nur unter Landwirten und Tierschützern entbrannte im Anschluss an die Gesetzesänderung eine lebhafte Diskussion über den idealen Weg zur schmerzlosen Kastration männlicher Saugferkel. Im Wesentlichen wurden dabei vier verschiedene Lösungsansätze herausgearbeitet, die Ihnen nachfolgend kurz erläutert werden sollen:


Lokalanästhesie

Ein vorwiegend von Züchtern favorisierter Ansatz ist die Lokalanästhesie. Problematisch dürfte allerdings sein, dass diese Variante nicht mit dem Wortlaut des Tierschutzgesetzes vereinbar ist, da eine vollkommen schmerzlose Behandlung nicht garantiert werden kann.

Immunokastration

Ein in einigen Ländern bereits etablierter Ansatz ist die Unterdrückung der Hormonproduktion durch impfstoffähnliche Injektionen. Auf diese Weise kann die Entfernung der Hoden unterbleiben, ohne dass der als unangenehm empfundene Ebergeruch auf das Fleisch abfärbt.

Ebermast

Gänzlich ohne hormonelle oder chirurgische Eingriffe kommt die Ebermast aus. Allerdings sehen Landwirte ihre Absatzchancen bei dieser Variante in Gefahr, da das Fleisch eine unappetitliche Geruchskomponente annimmt.

Chirurgische Entfernung und Vollnarkose

Zuletzt besteht der Ansatz der Hodenentfernung unter Vollnarkose. Als bewährtes Narkosemittel hat sich hierbei das Gas Isofluran durchgesetzt. Mithilfe der Auflockerung des Tierärztevorbehaltes könnten die Züchter selbst den erforderlichen Sachkundenachweis führen.

Verlängerung der Übergangsfrist bis 2021 und Verordnung zum Sachkundenachweis

Bereits im September 2018 ließ das Bundeslandwirtschaftsministerium öffentlich durchklingen, dass eine Einhaltung der ursprünglichen Frist wohl zu gravierenden Auswirkungen bei zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben führen würde. Die Befürchtung, dass viele Züchter die neuen Anforderungen an die Ferkelkastration nicht einhalten könnten, war zu groß, sodass man sich entschied, die Frist um weitere zwei Jahre zu verlängern. Somit greift die bereits 2013 verabschiedete Änderung erst ab dem 1. Januar 2021.

Die durch das Landeswirtschaftsministerium erlassene Verordnung über den zu erbringenden Sachkundenachweis bedarf noch der Zustimmung der Legislativorgane. Gelingt dieser Schritt, können auch Landwirte den Nachweis, der aktuell noch Ihnen als Tierarzt vorbehalten ist, führen. Dies sorgt nicht nur unter Tierschützern, sondern auch Veterinärmedizinern für große Entrüstung, da mögliche Komplikationen während der Narkose nur auf Basis einer umfassenden tierärztlichen Ausbildung erkannt und behandelt werden können.

Zahnmedizin für Haustiere ist mehr als Routine

In vielen Tierarztpraxen und -kliniken wird die Zahnpflege als Routineangebot betrachtet oder sogar vernachlässigt. Die Tiergebisse werden möglicherweise gereinigt oder bei Problemen Zähne gezogen. Doch für bedürftige Tiere gibt es genau wie in der humanen Zahnmedizin neue Ansätze in der spezialisierten Behandlung. Einige Tierärzte und -ärztinnen haben das bereits erkannt und Wege gefunden, sich in fortgeschrittener Pflege und Zahntechnik ausbilden zu lassen, ähnlich wie das, was für die Bedürfnisse der menschlichen Zähne verfügbar ist. Die Ausbildung reicht von der Behandlung verschiedener Parodontalerkrankungen über die Endodontie bis hin zur Radiologie.

Parodontalerkrankungen sind die häufigsten klinischen Zahnbeschwerden, die bei der Untersuchung von Haustieren wie Katzen und Hunden auftreten. Tierärzte können in diesem Bereich zu Spezialisten ausgebildet werden, um die Untersuchung der Maulhöhle, Zahnreinigung, Zahnsteinentfernung und Politur, zahnärztliche Röntgenaufnahmen, das Begutachten der Aufnahmen mit anschließender Diagnose und sogar Zahnfleischchirurgie durchzuführen. Es gibt die Möglichkeit der Parodontaloperationen, einschließlich des Knochenregenerationsverfahrens.

Im Bereich der Endodontie können Behandlungstherapien angeboten werden, die den Zahn einschließlich der Pulpa des Zahnes, seiner Nerven und Blutgefäße betreffen. In der Orthodontie können auch bei Haustieren Zahn- und Skelettfehlstellungen korrigiert werden. Durch den Einsatz von Chirurgie- und Kieferorthopädiegeräten werden Tierärzte zu Spezialisten weitergebildet, damit sie u.a. die Ursachen von Zahnfehlstellungen feststellen, die Wiederherstellung der Gesichtssymmetrie oder eine Korrektur von Zahnfehlbildungen vornehmen können.

Ein Einsatz von Prothetik kann dem kranken Tier helfen, beschädigte Zähne zu stärken, Zähne zu erhalten, die eine Fraktur aufweisen, mögliche Schmerzen minimieren, die durch beschädigte Zähne mit freiliegenden Nerven und Pulpa verursacht werden. Die Funktion fehlender Zähne kann durch den Einsatz von Implantaten wiederhergestellt werden.

Die Schulung im Bereich der Radiologie vermittelt dem Spezialisten das Verständnis für die Entwicklung und Anwendung von Röntgenuntersuchungen und Zahnkarten. Dieses Fachgebiet ist besonders wichtig für die Maul-, Kiefer- und Gesichtschirurgie beim Haustier mit ernsten Bedürfnissen durch einen Gaumenfehler, Zahnverlust, Maultumoren oder Kieferfrakturen und Kieferaufbau.

Die Zahnmedizin für Haustiere ist ein so umfangreiches Feld wie die Zahnheilkunde für den Menschen. Sie spielt eine große Rolle für den Gesamtgesundheitszustand und das Wohlbefinden eines Tieres und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Quelle:

https://www.henryscheinvet.com/Home/dentistry/2017/02/15/specialized-dentistry-for-pets

Fälschungsschutzrichtlinie für Human-Arzneimittel tritt am 09.02.2019 in Kraft

Zum 09.02.2019 wird die Fälschungsschutzrichtlinie 2011/62/EU (FMD) sowie die zugehörige delegierte Verordnung (EU) 2016/161 (dVO) in Kraft treten.

Ab diesem Datum müssen Hersteller von verschreibungspflichtigen Human-Arzneimitteln ihre Produkte mit zwei Sicherheitsmerkmalen, ein Erstöffnungsschutz und ein Data Matrix Code (beinhaltet Seriennummer, Produktcode, Charge, MHD) ausstatten. Ziel der Richtlinie und der dazugehörenden delegierten Verordnung ist der Schutz des Patienten vor gefälschten Arzneimitteln in der legalen Lieferkette.

Durch die Ausstattung mit den oben erwähnten Sicherheitsmerkmalen, wird jede Packung zu einem Unikat und über den enthaltenen Produktcode eindeutig identifizierbar. Wir als Großhändler müssen jede Packung beim Verkauf in einer speziellen Datenbank ausbuchen (dekomissionieren). Auf Grund dieser Richtlinie und dieser Prozesse können wir ab dem 09. Februar 2019 keine abgegebenen verschreibungspflichtigen Humanarzneimittel mehr zurück nehmen.

Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere AGB’s und den originalen Text der obigen Verordnung unter:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32016R0161&from=CS

Weitergehende Infos erfahren Sie auch hier:

https://www.securpharm.de/

Canistherapie: Behandlung mit Hundeliebe

Was ist die Canistherapie

Die Bezeichnung Canistherapie setzt sich aus den Wörtern „Canis – Hund“ und „Therapie – Heilen“ zusammen. Es gibt aber auch viele andere Erklärungen. Zu den schönsten gehört mit Sicherheit: „Die Canistherapie ist die Behandlung der menschlichen Seele mit Hundeliebe.“ (L. Gajdová).

Die Canistherapie entwickelte sich überwiegend in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Soziologen stellten fest, dass die Haustierhaltung den Lebensstil und Gesundheitszustand von Landbewohnern im Vergleich mit gleichaltrigen Stadtmenschen positiv beeinflusst.

Anfangs begannen Psychologen, Psychiater und Neurophysiologen diese Erkenntnisse bei der Behandlung von Alterskrankheiten zu nutzen. Dabei führten sie als Teil der Behandlung den gezielten und regelmäßigen Kontakt mit lebendigen Tieren in den Tagesplan ein.

Übrigens ist die Canistherapie ein Bestandteil der Zootherapie, die z. B. auch mit Katzen, Kaninchen und anderen Tieren praktiziert wird.

Wie verläuft eine Therapie

Die Therapie wird unter der Leitung eines Canistherapeuten in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der von den Canistherapie-Teams besuchten Einrichtung durchgeführt. Eine Canistherapie kann
in einer Gruppe oder auch individuell stattfinden. Dieses ist Abhängigkeit von den konkreten Bedürfnissen der Klienten. Für den Hund ist die Therapie eine anspruchsvolle und erschöpfende Arbeit. Besonders in Fällen, in denen er mit geistig oder körperlich behinderten Kindern arbeitet, ist dieses eine fordernde Aufgabe für den Hund.

Viele denken, dass der Hund dabei in einer Gruppe von Kindern oder Senioren laufen gelassen und nach einer Stunde, wenn er müde ist, wieder abgeholt und nach Hause gebracht wird. Dies ist aber ein Irrtum.

Wie mit den Kindern und Senioren muss auch mit dem Hund behutsam gearbeitet werden – er darf nie bis zur völligen Erschöpfung in der Einrichtung gelassen werden. Bei völliger Erschöpfung könnte folglich ein unpassendes bis schlechtes Verhalten des Hundes auftreten. Wichtig ist hierzu die Einhaltung von Grundregeln, damit die Hunde die Einrichtung gern besuchen und selbst den Kontakt mit den Kindern und Erwachsenen suchen, gern mit ihnen spielen und schmusen.

Was muss ein Canistherapie-Hund können

Möchten auch Sie aus einem Hund einen Canistherapie-Hund machen? Dann muss er problemlos folgende Fähigkeiten beherrschen:

  1. Gehorsam sein und Befehle befolgen
  2. Apportieren können und andere Spiele mitmachen
  3. Geduldig beim Berühren durch den Klienten/ Patienten sein
  4. Auf Position verbleiben
  5. Ein Familienmitglied oder das Personal auf ungewöhnliches Verhalten eines Einzelnen aufmerksam machen

Calibra und Canistherapie

Wie arbeitet eine Gesellschaft, die die Canistherapie anbietet? Beispielsweise kümmert sich die gemeinnützige Gesellschaft Dobromysl um Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen aus der tschechischen Stadt Beroun und der weiten Umgebung. Sie bietet vier verschiedene Dienstleistungen an: eine Tagesstätte, sozialtherapeutische Werkstätten, persönliche Assistenz sowie Entlastungsdienste.

Im Rahmen der Tagesstätte versucht man, die Therapien und Aktivitäten kostenlos zu erbringen. Trotzdem entsteht aber die Notwendigkeit, den Therapeuten zu finanzieren, der in der Einrichtung eine Aktivität anbietet.

Gerade dank des Sponsoring durch das Unternehmen Calibra können zum Beispiel die Canistherapeutin mit Qualitätsfutter für ihren Canistherapie-Hund entschädigt und ihre Dienste dafür einmal pro Woche durch die Klienten in Anspruch genommen werden.

„Die größte Belohnung bei der Arbeit als Canistherapeutin ist der Blick in die leuchtenden Augen des Klienten.“

Ing. Vlasta Pekárková, Canistherapeutin

Quelle:
https://www.mojecalibra.cz/aktuality-firmy/lecba-psi-laskou-aneb-canisterapie/

Tipps für den Tierhalter: Bereiten Sie ein Notfallset für Ihr Haustier vor

Auf unserer To-do-Liste, welche wir Tag für Tag im Kopf aufstellen, gibt es für gewöhnlich einige Punkte, die auch später erledigt werden können. Zu diesen Punkten gehört jedoch nicht die Vorbereitung auf einen Notfall. Fragen Sie im Tierhaltergespräch nach, ob dem Tierhalter bewusst ist, was sein Haustier im Notfall braucht und finden Sie heraus, ob der Tierhalter einen Notfallvorsorgeplan zur Versorgung seines Tieres hat.

Die nachfolgenden Informationen können an Tierhalter weitergegeben werden, die Ratschläge zur Vorbereitung eines Notfallsets für ihr Haustier brauchen.

BEREITSTELLEN EINES BEHÄLTNISSES ZUR VORBEREITUNG AUF DEN NOTFALL

Zur Vorbereitung auf den Notfall gehört, die nötigen Materialien bereitzuhalten. Diese Dinge müssen in einem Behältnis gesammelt und aufbewahrt werden, das den Inhalt trocken hält, wie beispielsweise eine verschließbare Tragetasche. Die Tasche sollte ausschließlich für diesen Zweck bestimmt sein und in einem Bereich aufbewahrt werden, zu welchem man leicht Zugang hat. Alle Familienmitglieder sollten Zweck und Aufbewahrungsort der Tasche kennen.

HAUSTIERBEZOGENE INFORMATIONEN FÜR EIN NOTFALLSET SAMMELN

Zur Vorbereitung gehört auch das Sammeln von Informationen. Zwar ist es nützlich, eine elektronische Kopie der Informationen abzuspeichern, jedoch sollte man auch einen Ausdruck in der Notfalltasche aufbewahren. Die gesammelten Informationen sollten in einer Tüte aufbewahrt werden, die verschlossen und wasserdicht gemacht werden kann. Die folgenden Informationen sollten vorhanden sein:

  • Notfallnummern
    • Name, Adresse, Telefonnummern des Tierhalters
    • Namen von Familienmitgliedern oder Freunden, die Hilfe anbieten, sowie deren Adressen und Telefonnummern
    • Informationen zum Tierarzt: Name, Name der Praxis, Telefonnummern, Wegbeschreibung
    • Informationen zur Notfall-Tierklinik: Name, Adresse, Telefonnummern, Wegbeschreibung
    • Kontaktinformationen für den örtlichen Tierambulanzdienst
    • Telefonnummer des Giftnotrufs für Tiere
  • Gesundheitsdaten des Tieres
    • Eine stets aktualisierte Übersicht über die Gesundheitsdaten aller Haustiere, einschließlich:
      • Erfolgte Impfungen
      • Medizinische Hintergrundinformationen
      • Beschreibung von gesundheitlichen Bedürfnissen
      • Liste von Medikamenten, Name, Dosis, Therapie
      • Hintergrundinformationen, die hilfreich sein können, falls das Tier von einem anderen Tierarzt behandelt oder in einer anderen Einrichtung untergebracht wird
    • Zusätzliche Informationen zum Tier, die gegebenenfalls nützlich sind:
      • Aktuelles Bild
      • Nummer des Mikrochips und zugehörige Telefonnummern
      • Tollwut-Kennnummer
      • Nummer der Hundemarke

Artikel für erste Hilfe und medizinische Versorgung

Den Tierhalter sollte geraten werden, Folgendes im Notfallset aufzubewahren:

  • Ein Zwei-Wochen-Vorrat an Medikamenten, die nach Bedarf ausgetauscht werden können
  • Erste-Hilfe-Versorgung, darunter Artikel wie etwa:
    • Erste-Hilfe-Leitfaden
    • Klebeband und Gaze
    • Antibakterielle Salbe oder Spray
    • Antiseptische Tücher
    • Notfalldecke
    • Pinzette
    • Schere
    • Wattebäusche oder Tupfer
    • Papiertücher
    • Ein Kanister Wasser für den Gebrauch bei Notfällen

Vorräte

Zur Vorbereitung auf den Notfall empfiehlt The American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA) hierzu, für jedes Haustier Folgendes vorzuhalten:

  • Dosen- oder Trockenfutter, ausreichend für drei bis sieben Tage
  • Wasservorrat für sieben Tage

Zusätzliche Artikel, die im Notfallset Platz finden können, sind:

  • Futter- und Trinknapf
  • Dosenöffner
  • Ersatzleine
  • Ersatzhalsband mit eigener Tiermarke
  • Transportkäfig in passender Größe für jedes Tier inklusive Decke zum Auspolstern und Wärmen
  • Fahrzeuggurt
  • Handtücher
  • Katzenstreu, Katzentoilette, Schaufel, Abfallbeutel
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien
  • Reinigungsmaterialien:
    • Flüssiges Spülmittel
    • Bleichmittel
    • Papiertücher
    • Desinfektionsmittel
    • Müllbeutel

Hilfsmittel im Fall der Evakuierung

Im Falle einer Evakuierung empfiehlt die ASPCA Tierhaltern, Informationen zu auf dem Anwesen lebenden Tieren bereitzustellen. Tierhalter sollten deswegen in ihren Notfallsets mehrere schwarze Permanentmarker mit breiter Mine aufbewahren, mit denen Informationen an Vorder- und Hintertüren von Gebäuden angebracht werden können. Die schriftlichen Informationen müssen Helfer auf Folgendes aufmerksam machen:

  • Anzahl, Art und Aufenthaltsort von auf dem Anwesen verbliebenen Tieren
  • Kontaktdaten des Tierhalters und des Tierarztes, wenn Tiere zurückgelassen werden
  • Die Mitteilung, dass alle Tiere vom Anwesen evakuiert wurden

Der richtige Zeitpunkt für die Vorbereitung ist nicht, wenn der Notfall eintritt, sondern oftmals davor. Das Gespräch mit Tierhalter kann dazu führen, dass diese die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um vorbereitet zu sein.

Quelle:
https://www.aspca.org/pet-care/general-pet-care/disaster-preparedness
https://henryscheinvet.com/Product?sku=038070
https://www.petfinder.com/dogs/lost-and-found-dogs/why-microchip/
https://henryscheinvet.com/resource-center/blogs/vaccine/vaccine/2016/09/06/motivating-clients-to-keep-pet-vaccinations-current
https://henryscheinvet.com/resource-center/blogs/nutrition/nutrition/2016/09/06/probiotic-pet-food-vs-probiotic-supplements-which-one-is-better-