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Die perfekte Schonkost bei Durchfall bei Hunden und Katzen

Ein Kätzchen sitzt im Karton. Schonkost bei Durchfall bei Katzen und Hunden - - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Leiden Hunde oder Katzen an Durchfall oder Erbrechen, ist es wichtig, die Ernährung vorübergehend umzustellen. Mit der richtigen Schonkost kann relativ schnell eine Besserung des Gesundheitszustandes erzielt werden. Ergänzend dazu sollten wichtige Nährstoffe, die durch den Durchfall ausgeschieden wurden, wieder zugeführt werden. Dabei können spezielle Nahrungsergänzungsmittel helfen. Doch allem voran sollten die möglichen Ursachen der Erkrankung abgeklärt werden. Hat verdorbenes Futter zu einer Veränderung des Stuhls der Katze geführt, da zu viele Bakterien den Darm fremdbesiedelt haben, kann mit pürierten Karotten und geriebenem Apfel erste Hilfe geleistet werden. Diese Art von Durchfall ist in der Regel relativ schnell wieder in den Griff zu bekommen.

Der Tierhalter kann aber auch mit einer konsequenten Ernährungsumstellung auf Frischfutter und einem hohen Anteil an Fleisch einer Darmerkrankung vorbeugen. Um auszuschließen, dass eine ernste Erkrankung hinter dem Durchfall oder Erbrechen der Katze steckt, sollten Sie auch weitere Symptome beim Tierhalter abfragen.

Mögliche Ursachen

Durchfallerkrankungen bei Hunden und Katzen können vielfältige Ursachen haben. Ein Magen-Darm-Infekt ist in der Regel schnell ausgestanden und das Tier innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder bei Kräften. Anders sieht es aus, wenn die Durchfallerkrankung der Katze oder des Hundes chronisch ist oder in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Dann könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken. Getreidehaltiges normales Futter wird von vielen Katzen und Hunden aufgrund des hohen Glutengehalts, der enthaltenen Konservierungsstoffe und der laktosehaltigen Füllstoffe nicht gut vertragen. Ein Stuhl- oder Bluttest kann darüber Aufschluss geben, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Ist das Darmmillieu aus dem Gleichgewicht geraten und hat sich ein anhaltender Durchfall manifestiert, hilft eine Ernährungsumstellung allein nicht weiter. Oft fehlen dem Darm wichtige gute Darmbakterien, welche die Darmflora im Gleichgewicht halten und schlechte Bakterienstämme sowie Pilzsporen eliminieren. Ist der Stuhl über einen längeren Zeitraum, vor allem nach der Aufnahme von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln, wässrig, kann durchaus eine Pilzbesiedelung die Ursache sein. Diese kommt aber nicht allein zustande, sondern entsteht immer aufgrund eines geschwächten Immunsystems, folglich eines geschwächten Darms.

Bei einem Verdacht auf eine Darmdysbiose und um herauszufinden, welche Bakterien dem Organismus fehlen, sollte ebenfalls ein Stuhltest durchgeführt werden. Fehlende Stämme können dem Futter der Katze, in Form einer Suspension, zweimal täglich beigemischt werden. Die Dosis ist in jedem Fall auf das Gewicht des Tieres anzupassen. Liegt eine Dysbiose vor, benötigt der Darm zusätzlich wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, um probiotische Bakterienstämme, wie den Escherichia coli Nissle, ansiedeln zu können. Dazu können, je nach Mangel, folgende Stoffe: Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin B1, B2, B6, B12, Niacin, Biotin, Pantothensäure, Folat, Vitamin K, Calcium, Magnesium, Kupfer, Mangan.

So können Pektine zur Genesung beitragen

Eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen spielen Lebensmittel mit einem hohen Pektingehalt. Äpfel oder Möhren zum Beispiel enthalten sehr viel Pektin, das wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Pektine binden Wasser im Darm und überziehen die Oberfläche der Darmwand mit einer gelartigen Lösung. Diese Schutzschicht lässt Bakteriengifte nicht mehr an die Darmwandzellen gelangen. Zudem ist die Gelschicht selbst in der Lage, Bakteriengifte zu binden. Diese verlieren somit ihre Wirkung und werden zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. Der Durchfall verschwindet und der Stuhl wird fester.

Weitere Lebensmittel mit einem hohen oder relativ hohen Pektingehalt sind Kürbis, Orangen, Bananen, Aprikosen und Quitten. Allerdings könnten sehr saure Früchte wie Orangen einen bereits gereizten Darm belasten oder sehr süße Früchte, wie reife Bananen, einen Pilz noch weiter „anheizen“. Bei Äpfeln ist das Pektin vor allem in der Schale enthalten, weshalb diese bei Hunden oder Katzen immer mit ins Futter gemischt werden sollte. Um die Pektine aus der Nahrung herauszulösen und sie dem Körper verfügbarer zu machen, sollten Karotten und Äpfel gerieben, püriert oder gekocht werden. Geriebene oder pürierte Karotten und Äpfel sollten nach dem Zerkleinern zehn Minuten stehen. Ein gutes Indiz dafür, ob der geriebene Apfel lange genug stand, ist die braune Farbe, die das Fruchtfleisch nach einiger Zeit annimmt. Hat sich dieses verfärbt, kann es dem Futter beigemischt werden.

Ein sehr gutes Rezept, das nicht nur bei Menschen sofort den Durchfall stoppt, ist die Möhrensuppe nach Moro. Ursprünglich wurde sie 1908 von Dr. Prof. Ernst Moro im Bereich der Kinderheilkunde entwickelt. Sie wird aber auch therapiebegleitend bei Katzen und Hunden empfohlen. Das Besondere an dieser Möhrensuppe ist, dass die Karotten zwei Stunden lang gekocht werden. Durch den überlangen Kochvorgang werden Oligogalakturonsäuren aus dem Pektin freigesetzt, welche an der Darmwand andocken und so die Andockstelle für schädliche Einzeller wie Giardien und Bakterien blockieren. Ein weiterer Ernährungsbaustein bei akutem oder langanhaltendem Durchfall können Pellkartoffeln sein. Diese sollten allerdings kalt gegeben werden, da sich die Molekülstruktur der Kohlenhydrate nur im kalten Zustand positiv auf den Darm auswirkt. Zu beachten ist außerdem, dass Pektin und dessen Bestandteile bei einer Wurmbesiedlung nichts ausrichten können.

Bei Durchfall viel trinken

Ergänzend zu einer Schonkosternährung beim Haustier gehört, gerade bei Durchfallerkrankungen, viel frisches Wasser. Der Napf sollte täglich mehrfach mit frischem Wasser aufgefüllt werden, um sicherzugehen, dass Hund oder Katze genug Flüssigkeit aufnehmen. Auch sollte das Wasser nicht zu kalt sein. Optimal ist Zimmertemperatur. Gerade bei kleinen Tieren besteht schnell die Gefahr der Austrocknung. Haben Hund oder Katze einen akuten Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen und Durchfall, sollte Futter nur in kleinen Mengen aufgenommen werden. Häufig verweigern die Tiere, wie auch Menschen, in der akuten Phase die Nahrungsaufnahme, da der Organismus zu sehr belastet würde. Dennoch sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Trinken Hund oder Katze nicht selbstständig, kann mit einer kleinen Pipette Flüssigkeit Tröpfchenweise zugeführt werden. Bei leichtem Durchfall kann außerdem schon ungesüßter schwarzer Tee als Ergänzung zum Wasser helfen.

Gekochtes Gemüse und Fleisch

Das Tier sollte nach ein bis drei Tagen in der Regel wieder Hunger bekommen und nach Nahrung verlangen. Dann sollte Futter anfangs nur in kleinen Mengen gegeben werden. Die Portionen werden dann, je nach Verträglichkeit, langsam gesteigert. Bei einer Schonkost werden vor allem gekochte Lebensmittel gegeben. Dabei sollten Tierbesitzer in jedem Fall auf verdauliche Zutaten achten. Damit Hund oder Katze die Schonkost auch zu sich nimmt, darf auf jeden Fall ebenso gekochtes Fleisch zugefügt werden. Dies ist sogar wichtig, damit das Tier wieder zu Kräften kommt. Mageres Rind- oder Hühnerfleisch sind hier die richtige Wahl. Auch eine selbst gekochte Hühner- oder Rindsbrühe darf als Grundlage des Gemüse-Fleisch-Breis dienen und sorgt für einen kräftigeren Geschmack, damit das Tier das neue Futter annimmt.

Gerne darf auch gekochter frischer Fisch gegeben werden. Bei der Ernährung von Tieren wird Fisch oft vernachlässigt, dabei liefert dieser wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Für ein besseres Sättigungsgefühl und zum Binden der Flüssigkeit im Darm kann dem Brei auch gekochter Reis beigemischt werden. Dieser sollte fünf Minuten ziehen und in Zimmertemperatur gegeben werden.

Hat sich der Zustand der Katze oder des Hundes gebessert, können Sie dem Tierbesitzer raten, langsam wieder auf eine leichte Vollkost umzusteigen.

Quellen:

https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Apfelpektin/wirkung-medikament-10.html
https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/serviceline/tiere/article113087119/Das-hilft-dem-Hundemagen.html
https://www.medikamente-per-klick.de/apotheke/ernaehrungslexikon/pektin/

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Weihnachtszeit: Ernährung von Haustieren

Ein Hund unter dem Tannenbaum mit dem Kopf in einer Papiertüte. Ernährung von Tieren in der Weihnachtszeit - jetzt im Covetrus Blog lesen.

In den letzten Jahren hat der Trend zugenommen, die eigenen Haustiere zu Weihnachten zu beschenken. Rund 75 % der Besitzer finden es nach einer GfK-Umfrage im Auftrag der Mera Tiernahrung wichtig, an diesem Tag Hund und Katze eine besondere Freude zu machen. Sicherlich liegt das daran, dass Tiere in vielen Haushalten fester Bestandteil des Lebens und vollwertiges Familienmitglied sind. Zu den beliebtesten Geschenken in der Weihnachtszeit gehören mit 64,7 % Snacks, so das Ergebnis der Studie.

Gleichzeitig lässt sich ein positiver Trend hinsichtlich einer gesunden Ernährung von Hund und Katze erkennen. Eine wünschenswerte Richtung, dennoch ist immer noch stark die Aufklärung seitens der Tierärzte über eine gesunde Zusammensetzung der Mahlzeiten und giftige Lebensmittel für Haustiere, vor allem in der Weihnachtszeit, gefragt. Mit umfassenden Hinweisen in Ihrer Praxis können Sie Tierbesitzer für die Ernährung zu Weihnachten sensibilisieren und zum Tierschutz in den Haushalten beitragen – für ein Fest ohne Zwischenfälle.

Snacks in der Weihnachtszeit – GfK-Studie zu Ernährungstrends bei Haustieren

Weihnachten ist die Zeit der Leckereien und üppigen Festmahle. Was wir uns gerne schmecken lassen, ist für Hund und Katze jedoch nicht geeignet. Oft landen dennoch Bratenreste, fette Soßen oder gar Lebkuchenstücke bei den Tieren im Napf. Viele Tierbesitzer wissen nicht um die verheerenden Folgen oder die Tatsache, dass Schokolade giftig für Hunde ist. Das hat zur Folge, dass es in der Zeit rund um das Fest vermehrt zu Einsätzen von Tierärzten, aufgrund einer Vergiftung, kommt. Auch dass bei Hunden das oft entstehende Magendrehen durch falsche Speisen tödlich enden kann, ist vielen Hundebesitzern nicht klar. Bei einer artgerechten Tierhaltung spricht insgesamt nichts gegen besondere Leckereien zu Weihnachten im Rahmen einer gesunden Ernährungsform und mit für Tiere geeigneten Futtermitteln.

Grund zur Freude machen die aktuellen Ergebnisse der GfK-Studie. Rund 56,6 % der Befragten achten bei der Futterauswahl bei ihrem Tier auf eine hohe Qualität. Demnach beschäftigen sich die Tierbesitzer immer mehr mit den Zusammensetzungen und Inhaltsstoffen des Futters. Eine Erhebung zur Fütterung von Hunden und Katzen der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt jedoch, dass immer noch mehr als 50 % auf kommerzielles Fertigfutter zurückgreifen. Je älter das Tier wird oder wenn es von einer Erkrankung betroffen ist, desto häufiger werden die Mahlzeiten selbst zubereitet.

Laut der Studie wird ebenso auf eine hohe Verträglichkeit und einen hohen Anteil von Fleisch und Fisch im Futter geachtet. Immer mehr Tierbesitzer suchen gezielt nach Futtermitteln ohne Getreide und frei von schädlichen Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffen.

Die Richtung stimmt und gibt Grund zur Hoffnung. Vielen Tierhaltern fehlt es dennoch an den nötigen, vertieften Kenntnissen über eine artgerechte Ernährung und den eigentlichen Bedarf eines ausgewogenen Nährstoffmixes bei Hund und Katze, der meist sehr individuell ist. Hier hilft nur eine stetige Aufklärung, dass Hunde und Katzen neben einem geeigneten Fleischanteil auch unverdauliche Pflanzenanteile, Knochen und Innereien benötigen. Die Zusammensetzung der elementaren Bausteine Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Vitamine wird häufig unterschätzt. Vor allem beim heute beliebten Barfen kann das schnell zu Problemen führen. Nicht selten kommt es bei Unwissenheit zur Proteinüberversorgung, Über- und Unterversorgung mit Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen. Aus einer italienischen Studie geht hervor, dass gerade einmal 14 % der dort befragten Hundehalter eine tierärztliche Fütterungsempfehlung in Anspruch nehmen. Weitere Auswertungen zeigen, dass rund 60 bis 73 % der überprüften Barfmenüs deutliche Abweichungen der gültigen Energie- und Nährstoffempfehlungen aufweisen.

Idealerweise wird das Futtermittel durch vegetarische Komponenten, wie selbst gekochten Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Magerquark, ergänzt. Laut einer Studie sorgen dafür gerade einmal 26 % der Befragten. Gerade während der Weihnachtszeit bietet es sich an, Hund und Katze mit selbst gekochten Menüs zu verwöhnen, welche einer gesunden Ernährung entsprechen.

Aufklärung und Hinweise in der Tierarztpraxis

Das A und O ist weiterhin eine umfassende Aufklärung über eine gesunde Ernährung seitens der Tierärzte. Besonders zu Weihnachten sollten zusätzliche Informationen alle Tierbesitzer umfassend aufklären. Dazu sollten Sie auf giftige Produkte in der Weihnachtszeit für Hund und Katze hinweisen:

• Schokolade
• Rosinen oder Weintrauben
• Erdnüsse
• Walnüsse
• Macadamianüsse
• Zimt
• Bittermandeln

Sollte dennoch der Fall eintreten, so klären Sie über die Symptome auf, welche bei einer Magen- und Darmverstimmung, allergischen Reaktion oder Vergiftung auftreten können:

Unverträglichkeiten:

• Juckreiz
• Entzündliche Hautreaktionen
• Durchfall
• Erbrechen

Vergiftungen:

• Lähmungen
• Vermehrtes Hecheln
• Zittern
• Schwäche
• Herzrasen
• Krämpfe
• Erbrechen
• Durchfall
• Apathisches Verhalten

Mit praktischen Tipps können Sie die Besitzer bei der Prävention unterstützen:

• Printen, Spekulatius und Co. sollten in einem Haushalt mit Tieren niemals frei zugänglich sein
• Reste vom menschlichen Festmahl gehören nicht in den Tiernapf
• Nach und während des Backens auf heruntergefallene Zutaten achten
• Essensreste sofort wegräumen und niemals unbeaufsichtigt sehen lassen

Tipps für gesunde tierische Weihnachten unter dem Baum

Wenn Tierbesitzer ihre Tiere zu Weihnachten verwöhnen möchten, ist eine gute Alternative, das tägliche Futter um gesunde Komponenten wie Obst oder Gemüse zu erweitern oder diese als Belohnung einzusetzen. Laut einer weiteren Erhebung bekommen Hund und Katze bei 78 % der Befragten Snacks in Form von Fertigbelohnungen. Gerade einmal 11 % setzen auf Obst und Gemüse.

Speziell auf die Bedürfnisse eines Tieres abgestimmte Weihnachtskeks-Rezepte mit bekömmlichem Fisch oder Fleisch ermöglichen eine gesunde Zubereitung von Leckerlis mit Zutaten, die für die Tiere wirklich bekömmlich sind und wo die Besitzer wissen, was drin ist. Beliebte Weihnachtsgewürze wie Nelken, Zimt und Co. sind strikt zu vermeiden.

Neben den Zutaten sollten die Größen der Portionen weiterhin wie gewohnt beibehalten werden. Plötzlich größere Futtermengen können die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen. Das gilt sowohl bei den täglichen Mahlzeiten als auch bei den zusätzlichen Belohnungen. Sollte ein Mahl dennoch mal üppiger ausgefallen sein, kann zusätzliche Bewegung nach einer angemessenen Verdauungspause für einen Ausgleich sorgen.

Fast 40 % der Befragten aus der GfK-Studie verschenken zu Weihnachten Spielzeug und Beschäftigungsspiele. Damit entgehen die Besitzer der Situation, ihr Tier in den Festtagen zu überfüttern oder mit ungeeigneten Lebensmitteln zu schaden und fördern gleichzeitig Aktivität und Bewegung. Ein Rat, den Tierärzte in jedem Fall an ihre Patienten weitergeben sollten.

Neben den Lebensmitteln zur Weihnachtszeit können Dekoration und weihnachtliches Grün zu heiklen Situationen führen, worüber sich viele Tierhalter nicht bewusst sind. Zu einer umfassenden Aufklärung zu Weihnachten gehört es, auf diese Gefahrenquellen hinzuweisen, die bei Aufnahme giftig für Hund und Katze sind:

• Mistelzweige
• Weihnachtssterne
• Nadeln von Nadelbäumen
• Stechpalmen
• Amaryllis
• Christrosen
• Kunstschnee
• Aromakerzen

Bei kranken und heranwachsenden Tieren ist nochmals mehr Vorsicht geboten. Mit einer guten Aufklärung in Tierarzt-Praxen während der Festtage kann Tier und Mensch eine Menge Leid erspart werden, auch wenn es nur gut gemeint ist. So wird Weihnachten auch wirklich für alle ein Fest.

Quellen:

https://www.zza-online.de/branche/branche/article/gfk-studie-gibt-aufschluss-ueber-ernaehrungstrends-bei-hund-und-katze.html
https://www.drhoelter.de/tierarzt/blog/so-feiern-sie-weihnachten-tiergerecht-und-sicher.html
https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/weihnachten/
https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/heimtiere/hunde/hunde-richtig-ernaehren/
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-101858?wt.mc_id=20-mkt_17-grundrauschen_13-artikel-barf-trend-in-der-hundeernaehrung_10-tw_14-tc_15-link_16-lesen_12-170822_18-enke_11-tier_19-zgati
Nicola Stephanie Becker: „Erhebungen zur Fütterung von Hunden und Katzen mit und ohne Verdacht auf eine Futtermittelallergie in Deutschland“. München. 2009.

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Sehkraft bei alten Katzen

Nahaufnahme, ein rothaariger Kater guckt zur Seite. Thema Sehkraft bei alten Katzen - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Für Katzen, welche ihre Bewegungen und Koordination hauptsächlich über die Augen steuern, da sie keinen so stark ausgeprägten Geruchssinn haben wie andere Tiere, sind die Augen und ihre Gesundheit von immenser Bedeutung. Nichtsdestotrotz verhält es sich bei Katzen ähnlich wie bei Menschen: Im späteren Verlauf des Lebens kann die Sehkraft nachlassen. Das kann anfänglich problematisch sein. Darüber hinaus ist es in vielen Fällen auch vermeidbar, sofern eine Krankheit zugrunde liegt und diese rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Denn obwohl auch erblindete Katzen sich in ihrer Umgebung zuverlässig zurechtfinden, ist es dennoch eine große Einbuße der Fähigkeiten der Katze. Außerdem haben Forscher herausgefunden, dass Katzen (als dritte Tiergruppe überhaupt neben Affen und Hunden) über Blickkontakt mit Menschen kommunizieren können.  Getestet wurde dabei, inwiefern Katzen menschlichen Blicken folgen können und so zu versteckten Futterplätzen finden. Daher ist ein Nachlassen der natürlichen Sehkraft im Alter mit einigen Einschränkungen verbunden. Doch wie kommt es dazu?

Nachlassen der Sehkraft bei alten Katzen oftmals Folge von anderen Krankheiten

Entgegen der gängigen Meinung ist ein schlechteres Sehvermögen bei Hauskatzen oftmals nicht nur dem Alter der Katze allein geschuldet. Vielmehr handelt es sich sehr häufig um eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten oder Veränderungen des Organismus. Eine häufige Ursache ist Bluthochdruck als Folge einer hypertrophen Cardiomyopathie (HCM). Hierbei handelt es sich um eine der am meisten diagnostizierten Herzerkrankungen bei Katzen. 

Unter dem Begriff HCM versteht man eine primäre Cardiomyopathie in Kombination mit einem hypertrophen, nicht dilatierten linken Ventrikel. Diese tritt isoliert ohne andere systemische oder cardiale Anomalien auf, auf welche die HCM zurückzuführen sein könnte. Im Gegensatz zu Hunden, bei denen sich diese Form des Herzfehlers durch Husten und andere Symptome bemerkbar machen kann, treten bei Katzen vor allem Kurzatmigkeit und Appetitlosigkeit auf. Eine weitere mögliche Grunderkrankung, die zur Verschlechterung des Augenlichtes führen kann, ist eine chronische Niereninsuffizienz.

Bluthochdruck als mögliche Folge einer hypertrophen Cardiomyopathie

Bluthochdruck kann bei Katzen schwerwiegende Folgen für die Sehkraft haben. Der erhöhte Blutdruck kann ein Platzen der sehr kleinen und zarten Gefäße im Augenhintergrund verursachen. Daher sollten Sie als Tierarzt bei Untersuchungen von Bluthochdruck auch immer den Augenhintergrund inspizieren, um mögliche Schäden bereits frühzeitig erkennen zu können. Bei akuten Fällen weisen die Katzen erweiterte Pupillen auf und erscheinen verwirrt. Hierbei handelt es sich um einen Notfall, der unbehandelt zur Blindheit der Katze führen kann. Weisen Sie Katzenbesitzer auf diese Symptome hin.

Chronische Niereninsuffizienz als weitere Ursache für Augenschädigungen bei Katzen

Eine weitere, sehr häufige Ursache ist die chronische Niereninsuffizienz (CNI), die laut Statistiken bei bis zu 30 % der älteren Katzen auftritt.  Dabei entwickelt sich die CNI nicht akut, sondern schleichend über eine lange Zeit. Da die Schädigung der Niere nicht mehr reversibel ist und die ersten Anzeichen erst bei ca. 70 % zerstörtem Nierengewebe auftreten, kann es oftmals schwierig für Sie sein, eine rechtzeitige Diagnose zu stellen.

Unbehandelt verläuft die CNI tödlich. Daher empfiehlt es sich, ab einem gewissen Alter der Katze regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Eine CNI lässt sich schließlich nur im Bluttest zuverlässig feststellen. Anzeichen für eine entsprechende Erkrankung sind Lethargie, Appetitlosigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Allerdings können auch weitere Symptome auf eine CNI hindeuten. Diese müssen in der Anamnese kontrolliert werden.

Wie bei der HCM führt eine CNI sehr häufig zu Bluthochdruck, welcher sich sehr schädlich auf die Augen und Sehkraft des Tieres auswirken kann.

Verschiedene Augenkrankheiten als Auslöser von Sehschwächen

Wenn das Auge selbst direkt von einer Krankheit betroffen ist, kann dies auch zur Verschlechterung der Sehleistung führen. Hierbei stehen Veränderungen der Netzhaut sowie der graue Star (Katarakten) bzw. grüne Star (Glaukom) im Vordergrund.

Als grauer Star wird eine gräuliche Trübung der Linse bezeichnet, die im weiteren Krankheitsverlauf fast ins weißliche gehen kann. Obwohl schmerzfrei, führt diese Entwicklung zu einem immer weiter absinkenden Sehvermögen des Tieres. Der graue Star ist bei Katzen, wie bei Menschen, oft eine Alterserscheinung. Jedoch kann dies auch ein Anzeichen für eine Diabeteserkrankung der Katze sein.

Bei einem grünen Star handelt es sich um einen erhöhten Augeninnendruck, durch welchen sich die Pupille weitet und auch bei direktem Lichteinfall nicht so zusammenzieht, wie sie es normalerweise tut. Der erhöhte Druck im Inneren des Auges verursacht auch bereits eine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Unbehandelt gibt die Augenhülle irgendwann nach und der Augapfel vergrößert sich stark. Dazu kommt eine Eintrübung der Hornhaut, was letztendlich zur Erblindung der Katze führt.

Sehschwächen bei Katzen im Alter

Es ist grundsätzlich festzuhalten, dass Sehschwächen bei älteren Katzen häufig nicht „einfach so“ auftreten, wie wir es vom Menschen kennen. Viel öfter sind andere Grunderkrankungen dafür verantwortlich und das Nachlassen des Sehvermögens (bis hin zum Erblinden) der Katze ist lediglich eine Art Symptom bzw. Folge dieser diversen Grunderkrankungen. Es lässt sich sagen, dass Katzen im späteren Teil des Lebens auch mit besonderem Augenmerk auf die Sehleistung regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zum Tierarzt gebracht werden sollten.

Insbesondere im Hinblick auf die HCM, CNI sowie die häufigsten Augenkrankheiten sollten Sie als Tierarzt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen, um die Chancen auf Heilung bzw. Minimierung der Auswirkungen der Krankheit frühzeitig zu maximieren. Dies gilt in besonderem Maße, da einige Erkrankungen, welche im Alter der Katze zu Beeinträchtigungen der Sehleistung führen können, erst sehr spät Symptome aufweisen können. Eine vollumfängliche Anamnese ist daher maßgeblich, um verdeckte Ursachen des Nachlassens der Sehkraft bei älteren Katzen zu erkennen.

Quellen:

https://www.catplus.de/hauskatze/sinnesleistungen/katzenaugen/
https://www.vetzentrum.de/ratgeber/augenkrankheiten-bei-der-katze-erkennen/
https://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/katzenkrankheiten/bluthochdruck-hypertonie-bei-der-katze/485348
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0160289618300035?via%3Dihub
Kittleson u.a.1998 in: Small animal cardiovasculare medicine. S 248, 259.
https://tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wissenswertes/chronische-niereninsuffizienz-cni-bei-der-katze/

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Herzinsuffizienz bei Hunden: Diagnose und Klassifizierung einer Mitralklappenerkrankung

Ein Hund mit Herz. Thema Herzinsuffienz - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankung bei Hunden. Der Verlauf beginnt schleichend und ist meist chronisch. Anzeichen für eine Erkrankung lassen sich anhand bestimmter Indikatoren bestimmen, dabei durchlaufen Hunde einzelne Krankheitsstadien. Zur Klassifizierung des vorliegenden Schweregrads helfen die ACVIM-Methode sowie die CHIEF-Klassifikation. Die Erfahrung hat gezeigt, dass kleine Hunderassen besonders häufig von einer Mitralklappenerkrankung betroffen sind, doch auch größere Hunde können an einer Herzinsuffizienz leiden. Daher sollte die Erkrankung bei Nicht-Risiko-Gruppen keinesfalls ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich steigt das Risiko einer Mitralklappendegeneration mit steigendem Alter des Tieres, Schweregrad und Fortschreiten der Krankheit sind von Hund zu Hund unterschiedlich stark ausgeprägt. Im Frühstadium wird eine Herzerkrankung oft nicht erkannt – teilweise fallen die Anzeichen kaum auf oder werden nicht mit einer Erkrankung des Herzens in Verbindung gebracht. Bei leichten Verläufen im Anfangsstadium sind lange Phasen ohne Therapie möglich, schwere Verläufe erfordern eine medikamentöse Behandlung. Passende Therapien können die Lebensqualität erkrankter Hunde deutlich steigern.

Diagnose und Klassifizierung

Eine Mitralklappenerkrankung kann bei Hunden von Geburt an bestehen oder bedingt sein durch degenerative Veränderungen mit zunehmendem Alter. Dies trifft in Zweidrittel der Fälle zu. Des Weiteren findet sich die Ursache einer Herzinsuffienz in einer akuten Entzündung oder aber in einer koronaren Arteriosklerose. Eine zu reichhaltige Ernährung in Verbindung mit wenig Bewegung kann in einigen Fällen zu diesem Krankheitsbild führen. Die so entstehende verminderte Durchblutung des Herzmuskels kann eine Vergrößerung der linken Herzkammer zur Folge haben. Dies wiederum kann zu einer reduzierten Schlussfähigkeit der Mitralklappe führen. Die Pumpleistung des Herzens sinkt und der Organismus des Tiers wird nicht mehr richtig mit Blut versorgt. Es kommt zur Ischämie einzelner Organe und damit zu deren Fehlfunktion.

Symptomatik einer Mitralklappeninsuffizienz

Wie bereits erwähnt, gibt es keine eindeutigen Symptome, die sofort auf das Vorliegen einer Erkrankung des Herzens hindeuten. Vielmehr gilt es, das Verhalten des Hundes zu beobachten und zu dokumentieren. Treten Auffälligkeiten auf, sollten diese näher untersucht werden. In den meisten Fällen wird vom Tierbesitzer eine verminderte Leistungsfähigkeit des Hundes festgestellt. Das Tier ist weniger agil und bewegungsfreudig, zeigt eine beschleunigte Atmung im Ruhezustand, aber vor allem unter Belastung. Durch die zuvor beschriebene Vergrößerung des Herzens kommt es zu einer Mangelversorgung der Lunge. Der Hund hustet häufig; zunächst nur bei Aufregung und Freude, im späteren Verlauf auch im Ruhezustand. Meist zeigt sich dann eine dauerhaft gestörte Atmung mit Atemnot und Kurzatmigkeit. Im letzten Stadium bereitet dem Hund das Atmen im Liegen Schwierigkeiten. Hinzu kommen eine Bauchwassersucht und kurze Phasen der Bewusstlosigkeit. Der Tierbesitzer verzeichnet bei seinem Hund einen deutlichen Gewichtsverlust. Nahrung wird verweigert und das Tier macht insgesamt einen schwachen Eindruck.

Herzinsuffienz: Diagnose der Erkrankung

Ein Hund wird von zwei Tierärzten untersucht. Thema Herzinsuffienz im Covetrus Blog
Herzinsuffienz: Diagnose der Erkrankung | Covetrus Blog © didesign | Fotolia

Zum Erkennen einer Herzerkrankung beim Tier stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit deren Hilfe lassen sich Ursache und Schweregrad in den meisten Fällen genau festlegen.

Das Elektrokardiogramm zeichnet auch kleinste Herzrhythmusstörungen auf. Wird in der Praxis beim Anlegen des EKGs über einige Minuten keine Auffälligkeit festgestellt, aber die Symptome sprechen für ein Vorliegen einer Herzinsuffizienz, kann ein Langzeit-EKG angelegt werden. Dieses wird mit einem speziellen Verband befestigt, sodass der Hund es sich nicht selbst entfernen kann.

Das Herzlungenröntgen gibt Ihnen als Tiermediziner nicht nur Aufschluss über Herzgröße und -form, sondern kann beispielsweise ein Lungenödem sichtbar machen. Berichtet der Tierbesitzer vorwiegend über Atemprobleme des Hundes, können mit dem Herzlungenröntgen auch extrakardiale Auslöser der Atembeschwerden in der Lunge festgestellt werden.

Die Ultraschalluntersuchung, die Echokardiografie, erfasst sehr genau die Innenstrukturen des Herzens. Mithilfe dieses Untersuchungsverfahrens können angeborene Herzfehler gut erkannt werden. Durch das Spritzen eines Kontrastmittels können eine Kardiomyopathie oder eine Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel diagnostiziert beziehungsweise ausgeschlossen werden. Auch die Funktionsfähigkeit der Herzklappen kann mit dieser Methode näher beurteilt werden. Bei einer vorliegenden Mitralendokardiose handelt es sich um eine Verdickung der Herzklappen zwischen linker Hauptkammer und linkem Vorhof. Die Echokardiografie unterstützt, bei Vorliegen dieses Krankheitsbildes, bei der Abstimmung der Therapie sowie bei der Beurteilung der Verlaufsprognose.

Ein weiteres diagnostisches Verfahren ist die Blutabnahme zur Feststellung kardialer Biomarker. NT-proBNP ist ein stabiles Stoffwechselprodukt, welches bei kardialem Stress im Blut nachweisbar ist. Die Genauigkeit dieser Untersuchung zur Diagnose von Schwere und Verlauf der Krankheit gilt allerdings als relativ ungenau und wird gerade in einer laufenden Studie namens HAMLET überprüft.

Systeme zur Klassifizierung

Die ACTVIM-Klassifikation sieht eine klare Trennung von symptomatischen und asymptomatischen Patienten vor und spricht, wie auch die CHIEF-Klassifikation, von Risikogruppen. Die Vorteile dieser beiden Eingruppierungen findet sich kombiniert im Dog Echocardiography Progression Protocol, der DEPP-Klassifikation. Diese Gliederung legt sieben Stadien zur Festlegung des Gesundheitsstatus fest. Bei diesem Untersuchungsschema wird der Besitzer des Hundes zunächst nach den Symptomen befragt. Im nächsten Schritt wird das Tier auf Herzgeräusche abgehört. Darauf folgen Untersuchungen mit Röntgengerät und EKG. Die Kombination dieser einzelnen Faktoren ergibt den Gesamtzustand des Tieres und damit das Stadium, in welchem sich der Hund befindet. Es werden die Stadien A, B1, B2, C1, C2, C3 und D unterschieden.

Im Stadium A sind keine auffälligen Herzgeräusche zu hören. Röntgen und EKG ergeben keinen Befund. Der Hund gehört dennoch, aufgrund seiner anatomischen Voraussetzungen beziehungsweise wegen seines Alters oder seiner Rasse zu einer Risikogruppe. Es liegen keine auffälligen Symptome vor. Ein weiteres aufmerksames Beobachten des Allgemeinzustandes ist anzuraten. Der Hund ist gesund.

Im Stadium B1 ergibt die Auskultation ein Herzgeräusch von 1-2/6. Beim Röntgen wird eine Mitralinsuffizienz festgestellt. Es gibt keine Anzeichen für eine Volumenüberladung. Der Vertebal Heart Score, welcher die Herzgröße mittels Röntgen feststellt, ist normal. Die Echokardiografie ergibt einen Cornell-Index von <1,8. Das Verhältnis von linkem Vorhof zur Aorta also LA/AO beträgt <1,6 (SAX).

Im Stadium B2 zeigt der Patient Herzgeräusche von 2/6. Bei Röntgen und EKG zeigt sich eine deutliche Insuffizienz mit Kompensation. Der VHS ist erhöht, der Herzmuskel ist vergrößert. Das LA/AO-Verhältnis beträgt größer-gleich 1,6. Der diastolische Wert des Cornell-Index beim linken Ventrikel ist größer-gleich 1,7. Der Hund hustet gelegentlich, hat keine Atemeinschränkungen, aber zeigt leichte Leistungsinsuffizienz.

Im Verlauf der Stadien C1 bis D zeichnet sich eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes ab. Im Stadium D sind deutliche Herz- und Lungengeräusche zu hören. Die Röntgenaufnahme zeigt ein Lungenödem, einen Thoraxerguss und eventuell Wassereinlagerungen im Bauchbereich. Der Hund wird immer wieder ohnmächtig, die Haut zeigt deutliche Anzeichen einer Minderdurchblutung durch eine blaurote Verfärbung. Zudem bekommt der Hund im Liegen kaum Luft. Es liegt eine Orthopnoe vor.

Weiter zum Artikel Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten

Ausbildung von Begleithunden Bewegung Bienen Bienenkönig Bienenzucht covetrus covetrus cares Empfohlen Ferkel Fälschungsritlinie Gesetz Gesund Gesundheit Giovanni Formato Haustier highlight Hitze Humanmedizin Hund Hunde Katze Laboruntersuchungen Mobilität Nahrung news Pflege Pfoten Praxis Projekt Prozesse Recht Schutz Sicherheit Sommer sozial Terminerinnerung Tierarztpraxis Tiere in Not Tierschutz Tierschutzgesetz Tipps Vorausbuchungen Wellnessprogramme Winter Zahnmedizin

Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten

Eine Frau und ein brauner Hund sitzen auf einem Stein hoch in den Bergen. Thema Reisen mit Tieren - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Reisen mit Tieren sind immer mit einer gewissen Herausforderung verbunden. Einerseits müssen rechtliche Verordnungen und Regelungen eingehalten werden, auf der anderen Seite gilt es, das Tier zu schützen und die Reisebedingungen an das Wohl des Tieres zu binden. Eine gute Vorbereitung gemeinsam mit dem Tierbesitzer ist hier ausschlaggebend. Diesem stehen Sie als Ansprechpartner für organisatorische und medizinische Fragen zur Seite.

Eine große Rolle spielen Einreisebestimmungen verschiedener Länder, die Beachtung des Impfschutzes und die Vorlage des Heimtierausweises. Alle herrschenden Bestimmungen und Vorschriften, die laut EU-Recht gelten, stellt hierbei in Deutschland das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung. Diese finden Sie hier in einer Übersicht. Neben all den formalen Voraussetzungen sollten Sie schließlich auch beurteilen, ob die Reise für das Tier verträglich ist und wie die stressige Transportsituation im Einzelfall zu handhaben ist.

Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten: Infos über die wichtigsten Bestimmungen

Für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU gelten die Verordnungen Nr. 576/2013 und Nr. 577/2013. Hierbei spielen die eindeutige Identifikation und eine einwandfreie Tollwutsituation des Heimtieres eine Rolle. Ebenso ist der Zweck der Reise zu klären, aus dem hervorgeht, dass nicht etwa der Verkauf oder Besitzerwechsel angestrebt wird. Zu Handelszwecken sind nämlich andere Regelungen zu beachten.

Zur eindeutigen Identifikation des Heimtieres ist eine elektronische Kennzeichnung maßgeblich, welche der ISO-Norm 11784 oder 11785 entsprechen muss. Dies bedeutet, dass das Heimtier zwingend gechippt sein muss und dass der Chip an den jeweiligen Kontrollstellen ausgelesen werden kann. Dies Auslesung geschieht über eine HDX- oder FDX-B-Übertragung. Seit dem 3. Juli 2011 ist es zwingend, für neu gekennzeichnete Tiere diese Art von Chip zu verwenden. Ältere Tiere können auch mittels einer Tätowierung identifiziert werden. Erst wenn die einwandfreie Identifikation und Zuordnung des Heimtieres besteht, kann die für Reisen notwendige Tollwutimpfung vorgenommen und im Heimtierausweis eingetragen werden. Dieser Heimtierausweis trägt eine einheitliche Form und ist von Ihnen als Tierarzt auszustellen sowie bei Reisen vom Besitzer immer mitzuführen. Hierbei ist es wichtig, dass die Impfungen sich nach den Hinweisen des Impfstoffherstellers richten, gegebenenfalls aufgefrischt und mit einem inaktivierten Impfstoff (WHO-Norm) angewendet wurden. In diesem Maße wurde die deutsche Tollwut-Verordnung am 29.12.2014 gemäß der EU-Verordnung Nr. 576/2013 angepasst.

Pro Person dürfen höchstens fünf Heimtiere mit auf Reisen gehen. Diese Zahl darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Tiere zu einem Wettbewerb oder einer Sportveranstaltung verreisen. In allen Fällen ist eine klare Zugehörigkeit zum Besitzer, die aus dem Heimtierausweis hervorgehen muss, entscheidend. Des Weiteren dürfen Welpen unter 15 Wochen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz reisen, wobei es keine Rolle spielt, ob sie aus Deutschland verreisen oder ob es das Ziel- oder Transitland ist. Die Tollwutimpfung bei Jungtieren darf nach 12 Wochen erfolgen, wobei eine Blutabnahme nach wieder einem Monat und eine dreimonatige Wartefrist eingehalten werden muss.

Grundsätzlich gilt, sich auch umfassend über die Regelungen der einzelnen Länder zu informieren. So sind beispielsweise in Irland, Finnland und dem Vereinigten Königreich verschärfte Anforderungen bei antiparasitären Behandlungen zu beachten. Bei Reisen in Länder mit einem höheren Tollwutrisiko können bei einer Wiedereinreise nach Deutschland Blutuntersuchungen vorgeschrieben sein.

Die richtige Reisevorbereitung und Aufklärung

Vor der Reise sollten Sie nicht nur die gesetzlichen Regelungen mit dem Tierbesitzer abklären. Auch eine ausführliche Information über mögliche Reisekrankheiten gehört zur Reisevorbereitung. Vor allem vor der Gefahr durch Krankheitsübertragungen durch Zecken und Stechmücken in bestimmten Regionen ist zu warnen. Hier sollten Sie neben Verhaltenstipps auch zu einer sinnvollen Reiseapotheke beraten.

Das Tierwohl steht somit immer im Vordergrund. Deshalb sollte auch gut überlegt sein, ob gerade eine lange Reise für das Heimtier erträglich und ratsam ist. Zum einen gilt es individuell zu prüfen, ob das Heimtier gesundheitlich für eine solche Reise gewappnet ist. Ängstliche Tiere erfahren während der hektischen Reisezeit großen Stress. Pauschal kann gesagt werden, dass Hunde ihren Besitzern gerne überallhin folgen. Katzen hingegen schätzen die heimische Umgebung und man sollte sie eher nicht dieser entnehmen. Sollte eine Katze von klein auf eine Bindung zum Halter aufgebaut haben, dann ist nur in diesem Fall ein längerer Aufenthalt außerhalb der gewohnten Umgebung zu empfehlen. Weiter gilt zu bedenken, welche Reiserouten geplant sind. Wird der Ort oft gewechselt, dann sollte auch hier abgeschätzt werden, wie viel man dem Haustier zumuten möchte.

Die Vorbereitung des Transports

Reisen mit dem Tier, ein brauner Hund guckt aus dem Autofenster raus. Jetzt im Covetrus Blog lesen.
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Nicht zuletzt sind auch beim eigentlichen Transport des Tieres einige Punkte zu beachten. Die Wahl der Transportart und des Transportunternehmens sowie die Klärung der jeweiligen Transportbedingungen sind hier ausschlaggebend. Zum einen sollte sichergestellt werden, dass das Transportunternehmen eine Mitnahme von Haustieren erlaubt. Hierbei sind verschiedene Vorkehrungen im Vorhinein zu treffen. Eine Anschaffung einer Transportbox, eines Maulkorbs oder etwaiger Medikamente zur Beruhigung kann vonnöten sein.

Bei Flugreisen sind die Bestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft zu tierischen Passagieren zu klären. In der Kabine selbst dürfen Hunde und Katzen in der Regel bis ca. 5 kg und maximal 8 kg Körpergewicht mitreisen. Hierbei ist es wichtig, dass schon bei der Abmessung das Gewicht der Transportbox, sollte sie gefordert sein, mitzählt. Das Transportbehältnis muss wasserdicht und luftdurchlässig sein und darf die von der Fluggesellschaft vorgegebenen Handgepäckmaße nicht übersteigen. Alle größeren bzw. schweren Haustiere müssen in speziellen Flugboxen im Gepäck- oder Frachtraum mitreisen. Auch dies kann unnötigen Stress für sowieso schon ängstliche Tiere bedeuten. Eine ausreichend große Transportbox, in der sich das Haustier um sich selbst drehen kann, verschafft eine größere Sicherheit. Eine Eingewöhnung mit dem Transportbehältnis schon vor der Reise kann hier sinnvoll sein. Wichtig ist zudem, dass das Tier ausreichend Futter und Wasser während des Transports erhält.

Auch bei der Reise mit dem Auto sind zum Wohle des Tieres einige Vorkehrungen zu treffen. Bei einer längeren Autofahrt ist es wichtig, dass das Tier sich etwa im Kofferraum frei bewegen kann und der Raum zum Auslauf sicher durch ein Gitter zum Personenraum abgegrenzt ist. Auch bei der Autoreise sollte das Tier ausreichend Futter und zu trinken bekommen und außerdem ab und an etwas Auslauf bei kleinen Pausen erhalten.

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Tierschutz: Lücke zwischen Theorie und Praxis

Tierschutz und die Lücke zwischen Theorie und Praxis. Bauer stehen im Kuhstall.

Tierschutz wird in vielen Bereichen schon sehr gut umgesetzt. Geht es allerdings um Nutztiere in der Fleischwirtschaft, mahlen die Räder der Bürokratie auffallend langsam. Dabei liegt der Tierschutz nicht nur den Menschen in Deutschland am Herzen, sondern wird mittlerweile auf EU-Ebene diskutiert. Ende 2018 wurden in Luxemburg bei einer offiziellen EU-Tagung Leitlinien zu Haltung, Transport und Schlachtung von Nutztieren herausgegeben. EU-Prüfer betonen, dass beispielsweise der Schutz von Schweinen großer Bestandteil des neuen Leitfadens ist. Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen und verglichen mit der Welt, gelten in der EU die höchsten Tierschutzstandards. Doch was kommt wirklich bei den Tieren an?

Vor Ort in den einzelnen Ländern scheitert es oft an der Umsetzung der Richtlinien. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, oder: Wo kein Kläger, da kein Richter. Ein flächendeckendes Kontrollorgan, das einzelnen Höfen und Schlachtereien unangekündigte Besuche abstattet, um die Lebensbedingungen der Tiere festzustellen, wäre sehr zu begrüßen. Stichproben der EU-Prüfer ergaben, dass es auf Länderebene bei der Einhaltung der Mindeststandards noch immer Schwachstellen gibt.

Tierschutz: Lücke zwischen Theorie und Praxis

Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) der EU hat die Aufgabe, den Umweltschutz, die Lebensmittelsicherheit und den Tierschutz in der Union zu stärken. Laut GAP-Budget wird Deutschland in den Jahren 2021 bis 2027 ein Betrag von 365 Milliarden Euro für die Agrarförderung zur Verfügung stehen. Dieser Förderbetrag teilt sich in zwei Säulen: Die erste Säule deckt Direktzahlungen an Landwirte ab, die zweite Säule unterstützt gezielt Programme, die Nachhaltigkeit und eine umweltschonende Entwicklung fördern. Immer im Abstand von sieben Jahren wird neu über GAP-Budget und -Inhalte verhandelt. Doch auch im aktuellen Entwurf für die kommende Förderperiode mangelt es zum wiederholten Male an Anreizen, in das Tierwohl zu investieren.

Landwirte erhalten ihre Förderung nur, wenn sie die vorgegebenen Richtlinien einhalten. Aktuell wird an pauschalen Flächenprämien festgehalten, anstatt die Höfe und Betriebe nach deren Leistung zu beurteilen. Das Budget für die zweite Säule, welche für das Tierwohl und die Nachhaltigkeit steht, soll sehr stark gekürzt werden. Landwirte werden demnach zukünftig noch weniger Nutzen davon haben, in den Tierschutz zu investieren. Der Anreiz durch ein entsprechendes Budget ist nicht gegeben. Tierschutz kostet Geld. Durch die Kürzung der Mittel werden Landwirte, die sich für das Tierwohl engagieren, alleine gelassen. Positiv ist, dass die GAP in ihrem Entwurf für die nächste Periode zum ersten Mal den Tierschutz in seine Ziele überhaupt erwähnt.

Fleisch zu Dumpingpreisen

Der Preisverfall von Fleischprodukten kann stutzig machen. Vor wenigen Jahrzehnten war Fleisch ein Luxusgut, welches ein- bis zweimal wöchentlich verzehrt wurde. Heute steht fast täglich, manchmal sogar mehrmals am Tag Fleisch auf dem Speiseplan. Die günstigen Preise haben die Nachfrage steigen lassen. Doch Massentierhaltung und die Optimierung der Fertigungsprozesse gehen zu Lasten des Tierwohls. Eine intensive Landwirtschaft hat immens negative Auswirkungen auf Tiere, Umwelt und Klima. Ehrgeizige Ziele allein reichen nicht, um das Leiden der Tiere zu beenden. Die Lücke zur praktischen Umsetzung sollte schnellstmöglich geschlossen werden. Aktuell werden keine Sanktionen verhängt, wenn Tierschutzstandards nicht eingehalten werden.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Das BMEL ist auf nationaler Ebene unter anderem für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zum Tierschutz zuständig. Es entwirft neue Gesetze und sorgt dafür, dass die tierschutzrechtlichen Vorschriften auf deren Einhaltung überprüft werden. Gemäß Gesetz dürfen keinem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Wirbeltiere dürfen nur unter wirksamer Betäubung getötet werden. Der Tierschutz ist etwa seit zehn Jahren im Grundgesetz verankert und umfasst die Haustiere, landwirtschaftliche Nutztiere, Zirkustiere und Versuchstiere in der Forschung. In Bezug auf die landwirtschaftliche Nutzung von Tieren hat die Bundesregierung neben dem Tierwohl die Sicherheit für den Menschen im Auge. Nur wenn die Tiere gesund sind, können die erforderlichen Produktstandards für Lebensmittel eingehalten werden. Kranke Tiere können die Gesundheit des Menschen gefährden.

Somit kommt einer regelmäßigen veterinärmedizinischen Untersuchung durch Sie als Tiermediziner ein besonders hoher Stellenwert zu. Die Kosten für die amtstierärztliche Beaufsichtigung trägt der Unternehmer eines Betriebs selbst. Daneben werden Veterinärassistenten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft als Organ zur Überwachung und Einhaltung der Vorschriften eingesetzt. Kommen Haustiere zu Tode, muss dies unverzüglich der zuständigen Behörde gemeldet werden. Dieser Meldung bedarf es nicht, wenn beispielsweise Kadaver von Schweinen in einem Betrieb durch eine zertifizierte Fachfirma regelmäßig abgeholt werden.

Tote Tiere werden in der Fleischindustrie als „tierische Nebenprodukte“ bezeichnet und wie Ausschussware behandelt, die in jedem Betrieb anfallen kann. Die Todesursache muss in solchen Fällen nicht durch Sie als Tierarzt überprüft werden. Mehr Transparenz in diesem Bereich, durch eine Überprüfung des entsprechenden Betriebs mit gefallenen Tieren, wäre im Sinne des Tierschutzes zu begrüßen.

Tiertransporte – Viel Rangelei ohne Ergebnis

Als Veterinärmediziner haben Sie mitunter nur eine geringe Einsicht in die tatsächlichen Zustände in einem Betrieb oder für Tiere während eines Tiertransports. Die Zahl der Tiere, die innerhalb Deutschlands und der EU transportiert werden, steigt weiter an. Jedes Jahr werden mehrere hundert Millionen Tiere in EU- oder Drittländer exportiert. Die Tiere stehen tagelang, teilweise bis zu zwei Wochen und länger auf engstem Raum zusammengepfercht in dunklen Lastwagen. Nicht selten kommen die Tiere tot am Zielort an. Die Tiere, dabei auch trächtige Schweine und Kühe, müssen oft tagelang ohne ausreichend Futter und Wasser auskommen. Auch Abladepausen gibt es nicht. In den Zielländern werden die Tiere häufig grausam, ohne den Einsatz einer Betäubung geschlachtet.

Erst ein Streik der Amtsveterinäre Anfang 2019 machte die Öffentlichkeit auf diese Zustände aufmerksam. Was ist seither geschehen? Das Thema ist zwar in der Politik angekommen, doch anstatt zu handeln, beginnt eine Rangelei um Zuständigkeiten. Nachdem das Thema nun einige Male in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, ist es nun wieder still geworden. Die Politik scheint auf Zeit zu spielen, mit dem Wissen, dass Skandale oft genauso schnell verpuffen und aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwinden, wie sie aufgeflammt sind. Zudem wird dem Verbraucher eine Mitverantwortung auferlegt. Möchten Menschen die Lebensbedingungen von Nutztieren verbessern, sollen sie mehr zahlen.

Tierschutz: Das Fazit

Folgendes lässt sich festhalten: Die Gesetze und Regelungen lesen sich sehr gut. Ob diese allerdings in die Tat umgesetzt werden, ist fraglich. Eine politische Mehrheit, die sich gegen die aktuelle Lage ausspricht, gibt es aktuell nicht. Doch Sie als Tierärzte und Verbraucher benötigen die Unterstützung der Politik, um eine wirkliche Verbesserung für die Tiere zu erreichen. Dabei stellt sich immer die Frage, welche Interessen in Wahrheit unterstützt werden: die der Tiere oder die des wirtschaftlichen Wachstums.

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Wann haftet der Tierarzt?

Tierarzt Haftung Covetrus Blog

Als Tierarzt tragen Sie eine große Verantwortung. Selbst scheinbar kleine Behandlungsfehler können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Doch wann genau haften Sie und wer muss den Fehler beweisen? Grundlage für die Beantwortung dieser Fragen ist, inwiefern Sie sich nach den aktuellen medizinischen Standards verhalten haben. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind außerdem Sie als behandelnder Arzt und nicht der Besitzer des betroffenen Tieres in der Beweispflicht. Umso wichtiger ist, dass Sie Ihre ärztlichen Pflichten stets sorgfältig einhalten. Darunter fallen unter anderem eine umfassende Untersuchung sowie die Wahl, Durchführung und Dokumentation sachgemäßer Behandlungsmethoden. Zahlreiche Urteile aus den letzten Jahren zeigen, dass jeder Fall tatsächlich immer individuell betrachtet werden muss. Nicht zuletzt dann ist eine vollständige Dokumentation Ihrer Behandlung von großer Bedeutung. Hier erfahren Sie, wann Sie als Tierarzt haften, wie die Gerichte in Einzelfällen urteilten und wie Sie sich absichern.

Wann haftet der Tierarzt?

Wir schreiben das Jahr 2010. Ein Pferd wird von einem anderen Pferd gegen das Bein getreten und die Pferdebesitzerin ruft einen Tierarzt, um das geschädigte Tier zu behandeln. Dieser verschließt die Beinwunde ohne weitere Untersuchung und verlässt die Szene wieder. Später wird eine Beinfraktur festgestellt, die Behandlung ist erfolglos und das Tier muss eingeschläfert werden. Die Pferdebesitzerin verklagt den Tierarzt: Dieser hätte schon bei der ersten Behandlung eine Fissur, die zur Fraktur führen kann, erkennen müssen. Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigt den groben Behandlungsfehler in Form eines Befunderhebungsfehlers des Tierarztes. Doch führte dieser Fehler auch letztendlich zur Fraktur?

Lange Zeit waren es die Tierhalter, die Behandlungsfehler von Tierärzten nachweisen und auch die Kausalität von fehlerhaftem Verhalten und den Folgeschäden aufführen mussten. Ein Behandlungsfehler ist allgemein ein Fehler aufgrund der Zuwiderhandlung gegen allgemein anerkannte medizinische Standards. Als grob bezeichnet man einen solchen Behandlungsfehler dann, wenn er einem Arzt objektiv gesehen unter keinen Umständen unterlaufen darf.

Auf Grundlage des geschilderten Rechtsfalls von 2010 kam es am 10.05.2016 zu einem Urteil des Bundesgerichtshofs: Die in der Humanmedizin geltende Beweislastumkehr gilt auch für tiermedizinische Fälle. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Fehlern bei der Behandlung von lebenden Organismen, wie es bei Menschen und Tieren der Fall ist, steht der behandelnde Arzt in der Beweislast.

Für Sie als Tierarzt bedeutet dies, dass Sie beweisen müssen, dass Sie Ihren ärztlichen Pflichten in jedem Punkt nachgekommen sind. Eine lückenlose Behandlungsaufklärung und Dokumentation sind dabei neben der sachgemäßen Behandlung wesentliche Kriterien. Anhand dieser kann der tiermedizinische Sachverständige, der im Falle eines Gerichtsprozesses eingeschaltet wird, Kausalitäten und Verantwortungen nachvollziehen.

Ihre Pflichten als Tierarzt

In dem Fall des geschädigten Pferdes sprach das Gericht dem Tierarzt einen Befunderhebungsfehler zu. Der Arzt hat es versäumt, das Pferd gründlich zu untersuchen, und somit eine unzureichende Diagnose gestellt, die zu einem Behandlungsfehler führte. Auch bei der Wahl und der Durchführung einer Behandlungsmethode können Fehler passieren, für die Sie als behandelnder Tierarzt haften. Dies zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Ansbach vom 13.07.2017. In diesem Fall führte ein Tierarzt eine Kastration eines Pferdes im Stehen durch und verschloss die OP-Wunden mit Metallklammern. Diese entfernte die Pferdebesitzerin später auf ärztliche Anweisung hin selbst. Eine Nachkontrolle durch den Arzt erfolgte nicht. In der Folge trat eine Samenstrangfistel beim Tier auf, die eine Folgebehandlung verlangte. Die Tierhalterin klagte gegen die Übernahme der zusätzlichen Kosten. Das Gerichtsurteil war klar: Der Arzt hatte sich für eine nicht aktuelle Kastrationsmethode entschieden, die das Tier unnötigen Risiken aussetzte. Auch verzichtete er auf die notwendige Nachkontrolle.

Ein ähnlicher Fall führte schon ein Jahr zuvor zu einem Gerichtsurteil. Laut dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 12.09.2016 kam der behandelnde Arzt neben der unsachgemäßen Behandlung, die ein Multiorganversagen des Pferdes während der Kastration nach sich zog, seiner Aufklärungspflicht nicht nach. Der Arzt hatte vor der Operation den Pferdebesitzer weder über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden noch über deren Risiken aufgeklärt. Laut einem Urteil vom 13.01.2015 des Oberlandesgerichts Hamm gilt eine vertragliche Aufklärungspflicht bei besonders risikoreichen Behandlungen. Dies beinhaltet sowohl eine Information über Risiken als auch über mögliche Behandlungsalternativen.

Schließlich stehen Sie in einer Dokumentationspflicht. Sie sind dazu verpflichtet, Tierhaltern die Behandlungsunterlagen ihrer Tiere auf deren Wunsch auszuhändigen, wie Laborberichte, Röntgenbilder und Operationsberichte. So musste nach einem Urteil des Amtsgerichts Mülheim an der Ruhr vom 21.07.2016 eine Hundehalterin die Kosten für eine Operation an ihrem Hund nicht übernehmen, da der Tierarzt diese nicht dokumentierte und auch die Röntgenbilder nicht bereitstellen konnte.

Besondere Fälle und Urteile

Behandlungsfehler können nicht nur dazu führen, dass Sie auf den Behandlungskosten sitzen bleiben. Unter Umständen kann der Tierhalter auch Schadensersatz verlangen. Dies ist vor allem bei wertvollen Tieren wie beispielsweise Sport- und Zuchtpferden der Fall. Bei finanziellen Interessen des Tierhalters sollen Sie also besonders die Aufklärungspflicht einhalten.

Neben Fehlern bei der Behandlung von Verletzungen und Krankheiten, zum Beispiel im Rahmen einer Operation, kann es auch bei mangelhaften Ankaufsuntersuchungen zu Streitfällen kommen. Grundsätzlich können sowohl der Verkäufer als auch der Tierarzt dafür haften, wenn der Käufer das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung des Tieres vor dem Kauf infragestellt und vom Kauf zurücktreten will. Hier können Sie sich absichern, indem Sie eine Haftungsbeschränkung mit dem Verkäufer vereinbaren.

Doch wer haftet, wenn Sie selbst bei der Behandlung eines Tieres Schäden erleiden? Ein solcher Fall landete 2016 vor dem Oberlandesgericht Hamm. Ein Tierarzt wurde während der Behandlung eines Fohlens von der Stute getreten. In der Regel haftet der Halter bei Schäden, die durch sein Tier entstehen. Jedoch ist zu klären, inwiefern auch der Tierarzt Verantwortung für das Verhalten des Tieres trägt, das zum Schaden führte. In dem speziellen Urteil wurde dem Tierarzt eine Mitschuld zugesprochen, da der Schaden verhindert hätte werden können. Die Reaktion der Stute sei voraussehbar gewesen, da sich beide Tiere zum Zeitpunkt der Behandlung in einer engen Box befanden und die Stute großem Stress ausgesetzt war. Auch hier ist also verantwortungsvolles und sachgemäßes Verhalten aus Sicht des Arztes gefragt.

Schließlich gibt es viele Situationen, bei denen ein Behandlungsfehler auftreten kann. Auch der Umfang und die Art der Haftung sind letztendlich immer im Einzelfall zu klären. Die sorgfältige Einhaltung und Erfüllung Ihrer Pflichten nach den aktuell bestehenden medizinischen Standards sind dabei maßgeblich für Ihre eigene Absicherung.

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Ferkelkastration: Die Narkose bei männlichen Saugferkeln durch den Landwirt

Ferkel im Strohstall. Thema: Ferkelkastration, die Narkose bei männlichen Saugferkeln durch den Landwirt

Kastrationsnarkose bei männlichen Saugferkeln: Fristverlängerung bis 2021

Die Kastration männlicher Ferkel zählt bereits seit Langem zu den Streitpunkten zwischen Tierschützern und Landwirten. Züchter verweisen in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit der Kastration, da das Fleisch der Tiere sonst aufgrund der Produktion männlicher Hormone einen strengen Geruch annehmen würde. Außerdem lässt sich auf diese Weise das aggressive Verhalten, das unkastrierte Eber an den Tag legen, eindämmen. Vollkommen schmerzfreie Verfahren der Ferkelkastration, die von Tierschutzorganisationen eingefordert und von Tierärzten befürwortet werden, verursachen jedoch deutlich höhere Kosten, die sich viele Betriebe nicht leisten können.

Bislang ist eine betäubungsfreie Ferkelkastration bis zum siebten Lebenstag möglich. Um dies zu ändern, nahm der Gesetzgeber eine Anpassung des Tierschutzgesetzes vor, die ursprünglich Anfang 2019 in Kraft treten und eine Kastration unter Schmerzen verbieten sollte. Nun wurde die Übergangsfrist allerdings erneut verlängert, nachdem sich bereits im Sommer des Vorjahres keine fristgerechte Umsetzung abzeichnete.

Für das Tierwohl: Änderung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013

Nach langen Protesten der Tierschutzorganisationen bezüglich der unter Schmerzen stattfindenden Kastration von Ferkeln reagierte 2013 auch der Gesetzgeber, der eine Änderung des Tierschutzgesetzes, kurz TierSchG, beschloss. Diese beinhaltete unter anderem die Verpflichtung zu einer vollkommen schmerzfreien Kastration von Ferkeln.

Zugleich wurde § 5 Abs. 1 TierSchG angepasst, wonach auch Personen, die einen entsprechenden Sachkundenachweis vorweisen können, eine Narkose bei Ferkeln vornehmen dürfen. Zuvor stand diese Betäubung unter dem Tierärztevorbehalt. Die Voraussetzungen zum Erwerb des Nachweises sind jedoch durch eine Verordnung des Landwirtschaftsministeriums genau reglementiert. Die Durchsetzung beider Anpassungen wurde zudem auf den 1. Januar 2019 verschoben, um den Züchtern eine angemessene Zeit zur Erforschung schmerzloser Kastrationsmethoden zu gewähren.

Die vier diskutierten Wege zu einer schmerzfreien Ferkelkastration

Nicht nur unter Landwirten und Tierschützern entbrannte im Anschluss an die Gesetzesänderung eine lebhafte Diskussion über den idealen Weg zur schmerzlosen Kastration männlicher Saugferkel. Im Wesentlichen wurden dabei vier verschiedene Lösungsansätze herausgearbeitet, die Ihnen nachfolgend kurz erläutert werden sollen:


Lokalanästhesie

Ein vorwiegend von Züchtern favorisierter Ansatz ist die Lokalanästhesie. Problematisch dürfte allerdings sein, dass diese Variante nicht mit dem Wortlaut des Tierschutzgesetzes vereinbar ist, da eine vollkommen schmerzlose Behandlung nicht garantiert werden kann.

Immunokastration

Ein in einigen Ländern bereits etablierter Ansatz ist die Unterdrückung der Hormonproduktion durch impfstoffähnliche Injektionen. Auf diese Weise kann die Entfernung der Hoden unterbleiben, ohne dass der als unangenehm empfundene Ebergeruch auf das Fleisch abfärbt.

Ebermast

Gänzlich ohne hormonelle oder chirurgische Eingriffe kommt die Ebermast aus. Allerdings sehen Landwirte ihre Absatzchancen bei dieser Variante in Gefahr, da das Fleisch eine unappetitliche Geruchskomponente annimmt.

Chirurgische Entfernung und Vollnarkose

Zuletzt besteht der Ansatz der Hodenentfernung unter Vollnarkose. Als bewährtes Narkosemittel hat sich hierbei das Gas Isofluran durchgesetzt. Mithilfe der Auflockerung des Tierärztevorbehaltes könnten die Züchter selbst den erforderlichen Sachkundenachweis führen.

Verlängerung der Übergangsfrist bis 2021 und Verordnung zum Sachkundenachweis

Bereits im September 2018 ließ das Bundeslandwirtschaftsministerium öffentlich durchklingen, dass eine Einhaltung der ursprünglichen Frist wohl zu gravierenden Auswirkungen bei zahlreichen Landwirtschaftsbetrieben führen würde. Die Befürchtung, dass viele Züchter die neuen Anforderungen an die Ferkelkastration nicht einhalten könnten, war zu groß, sodass man sich entschied, die Frist um weitere zwei Jahre zu verlängern. Somit greift die bereits 2013 verabschiedete Änderung erst ab dem 1. Januar 2021.

Die durch das Landeswirtschaftsministerium erlassene Verordnung über den zu erbringenden Sachkundenachweis bedarf noch der Zustimmung der Legislativorgane. Gelingt dieser Schritt, können auch Landwirte den Nachweis, der aktuell noch Ihnen als Tierarzt vorbehalten ist, führen. Dies sorgt nicht nur unter Tierschützern, sondern auch Veterinärmedizinern für große Entrüstung, da mögliche Komplikationen während der Narkose nur auf Basis einer umfassenden tierärztlichen Ausbildung erkannt und behandelt werden können.

Der Bienendoktor

Bienen

Die Honigbiene spielt eine entscheidende Rolle für die biologische Vielfalt und die Produktion von Nahrungsmitteln für den Menschen. Intensive Landwirtschaft, Krankheiten und Parasiten setzen in Teilen der Welt die Population unter Druck. Giovanni Formato ist Experte für Honigbienen und setzt sich in seinem Labor für die Gesundheit der Bienen ein. Er sieht hierin eine wichtige Aufgabe für Tiermediziner.

Die Bienen zählen zu den am härtesten arbeitenden Lebewesen der Welt. Zusammen mit anderen Bestäubern sorgen sie für die Kreuzung und die Vermehrung und somit für die Vielfalt zahlloser Wild- und Kulturpflanzen. Daher haben Bienen eine zentrale Bedeutung für das Wohlergehen und die Lebensgrundlage der Menschen. Weltweit sind rund zwei Drittel der für den menschlichen Verzehr angebauten Nahrungsmittel auf Bestäubung angewiesen. Darüber hinaus produzieren Bienen weltweit jährlich 1,7 Milliarden Tonnen Honig (ganz zu schweigen von anderen Bienenprodukten wie Pollen, Propolis, Gelée Royale und Wachs). Infolge von intensiver Landwirtschaft, Pestizideinsatz, Krankheits- und Parasitenbefall hat die Anzahl der Bienen in Teilen der Welt drastisch abgenommen. Dies könnte erhebliche Konsequenzen auf unsere Nahrungsversorgung haben.

Während der Bienensektor in den Niederlanden keine wesentliche Bedeutung hat, ist er in einigen Ländern Südeuropas – insbesondere im Mittelmeerraum – sowie in den USA ein ernstzunehmender Wirtschaftszweig. Dies gilt auch für Italien, wo sich „Bienendoktor“ Giovanni Formato Tag für Tag intensiv dafür einsetzt, die Gesundheit von Bienen und Verbrauchern gleichermaßen zu erhalten.

Mit einem Arzt als Vater und einer Mutter, die ehemals als Krankenschwester tätig war, stammt der 1970 geborene Giovanni aus einem medizinisch geprägten Umfeld. Dennoch entschied er sich nicht für Human- sondern für Veterinärmedizin. „Natürlich hätte ich mir trotzdem niemals vorstellen können, dass ich letzten Endes mit Bienen arbeiten würde. Ich begann mein Studium mit dem Gedanken, Haustier-Veterinär zu werden. Später änderte sich meine Vorliebe hin zu Nutztieren.“ Nachdem er den entsprechenden Abschluss erworben hatte, arbeitete er eine Weile als Volontär, u. a. bei dem wissenschaftlichen Institut, wo er auch heute noch tätig ist. Anschließend absolvierte er ein Masterstudium in Pathologie der Honigbienen an der Universität Pisa. „Als ich hier anfing, wurde der Bienensektor nicht sehr ernst genommen; man betrachtete ihn eher als etwas für Leute, die sich hobbymäßig mit Bienen beschäftigen. Ich begann damit, Protokolle für Bienenkrankheiten zu erarbeiten. Später bat man mich, innerhalb unseres Instituts einen Bereich für Bienenforschung aufzubauen, aus dem letztlich das Labor für Bienenkunde wurde, das ich heute leite.“

In seiner Abteilung fokussiert sich Giovanni auf Krankheiten der Honigbiene. „Wir entwickeln Präventionsmethoden für Bienenzüchter, um sie zu befähigen, ihre Bienenvölker gesund zu erhalten und Krankheiten erkennen und dagegen angehen zu können. Wir arbeiten eng mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen zusammen, da das Interesse an Nahrungsmittelsicherheit und biologischer Vielfalt groß ist.

Bedeutung der Bienen

„Bienen sind nicht nur aufgrund ihrer Produkte, wie z. B. Honig, von großer Bedeutung, sondern vor allen Dingen, weil sie die biologische Vielfalt und die Pflanzenproduktion garantieren“, so Giovanni. „Ein Großteil der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen wird durch Bienen bestäubt. Aus diesem Grund sind sie unverzichtbar für die weltweite Nahrungsmittelproduktion. Da Bienen ihre wichtige Tätigkeit im Grunde kostenlos ausführen, wurde ihnen bislang keine große Aufmerksamkeit geschenkt. In den letzten Jahren gab es jedoch eine alarmierende Anzahl an Fällen von massivem Bienensterben, wodurch die Bedeutung einer gesunden Bienenpopulation größere Beachtung fand. Mit unserem Institut versuchen wir weltweit, Regierungen diese Wichtigkeit zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen arbeiten wir an der Bekämpfung von Krankheiten, die den Bestand der Honigbienen bedrohen. Unser Ziel ist es, die Qualität der Bienenhaltung zu verbessern und Bienenprodukte auf ein hohes Niveau zu bringen und dieses auch langfristig zu halten.“

Bienenstöcke
In seiner Abteilung fokussiert sich Giovanni auf Krankheiten der Honigbiene.
Foto: Privat von Giovanni Formato.

Gefahren für die Bienen

Laut Giovanni sind Bienenvölker durch eine Vielzahl von Faktoren gefährdet. „Durch den globalen Handel mit Bienenvölkern sowie mit Obst und anderen Feldfrüchten verbreiten sich alle möglichen Krankheitserreger und Parasiten extrem schnell. So z. B. der Kleine Beutenkäfer () Aethina tumida ), ein Parasit, der ursprünglich aus Südafrika stammt, jedoch schon seit fünf Jahren auch in Süditalien auftritt, und ganze Bienenvölker vernichten kann. Bienenzüchter und Tiermediziner gleichermaßen sind auf dieses Szenario nicht hinreichend vorbereitet. Ihnen fehlen das erforderliche Wissen, die Ressourcen und eine funktionierende Zusammenarbeit, um den Käfer erfolgreich zu bekämpfen. Auch wenn es gelungen ist, den Parasiten in Sizilien auszurotten, lässt sich die Ausbreitung auf dem Festland nicht mehr aufhalten und er wird sich letztlich in ganz Europa ausbreiten. Das einzige, was wir tun können, ist, die Bienenhalter zu informieren, wie die Kontamination verhindert und somit die Verbreitung verlangsamt werden kann.“ In den USA breitete sich der Kleine Beutenkäfer innerhalb von vier Jahren von Kalifornien in alle anderen Bundesstaaten aus und hatte damit verheerende Folgen für die Bienenpopulation.

Eine weitere Bedrohung für die Bienen stellt die intensive Landwirtschaft dar. „Aufgrund des in der Landwirtschaft praktizierten Monokultur-Anbaus finden Bienen nicht mehr ausreichend Nahrung“, erklärt Giovanni. „Auf der ganzen Welt findet man vielerorts extensiv bewirtschaftete Bereiche, in denen nur eine einzige Kulturpflanzensorte, wie z. B. Soja, angebaut wird. Damit können Bienen nichts anfangen. In der Landwirtschaft ist unbedingt ein nachhaltigeres Konzept mit einer größeren Artenvielfalt erforderlich. Möglich wird dies durch den Anbau von Kulturpflanzen, von denen Bienen und andere Bestäuber sich ernähren können sowie durch die Bereitstellung von honigtragenden Pflanzen (Trachtpflanzen), die in von starker Monokultur geprägten Regionen eine Futterquelle für die Bienen darstellen.“

Auch der häufige Pestizideinsatz in der Landwirtschaft hat katastrophale Folgen für die Bienen. „Besonders im Frühjahr, wenn sie vielerorts massive Vergiftungen hervorrufen“, so Giovanni. „Dies hat nicht nur große Verluste bei den Bienenbeständen zur Folge, sondern das eingesetzte Gift landet letztlich auch im Honig und anderen Erzeugnissen aus der Bienenzucht. In einigen Regionen ist es aufgrund der fatalen Kombination aus Monokultur und Pestiziden nicht einmal mehr möglich, Bienen zu halten.“

Mangel an Wissen

Trotz der zahlreichen Bedrohungen, mit denen die Honigbienen zu kämpfen haben, ist – im Widerspruch zur landläufigen Meinung – kein globaler Rückgang in der Bienenpopulation festzustellen. „Im Gegenteil. Tatsächlich nimmt die Anzahl der Honigbienen weltweit zu“, erklärt Giovanni. „Laut der FAOSTAT ist eine gewisse Zunahme zu erkennen, insbesondere in Asien.“ Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Anlass zur Sorge gibt. „Die Verbreitung sowie die Zunahme von Bienenkrankheiten über ganze Kontinente hinweg ist ein Grund für große Besorgnis. Ich hoffe sehr, dass Tiermediziner sich stärker auf dem Bienensektor engagieren werden. Ihre Fachkompetenz wird dringend benötigt. Nicht nur zur Erkennung und Bekämpfung von Krankheiten, sondern auch, um Bienenzüchter über eine gute Bienenhaltungspraxis (Good Beekeeping Practices, GBP) zu informieren und somit andere Probleme (Sterblichkeit von Honigbienen, Anwendung von Tierarzneimitteln) zu verhindern. Leider verwenden Bienenzüchter mitunter alle möglichen legalen und illegalen Substanzen, einschließlich Antibiotika – eine Praxis, die nur unzureichend durch Tierärzte oder andere Behörden kontrolliert wird. Allerdings herrscht auch bei den Tiermedizinern ein großer Mangel an Wissen.

An zahlreichen veterinärmedizinischen Fakultäten findet dieses Thema nur geringe oder gar keine Beachtung und es gibt so gut wie keine Regulierung. Es ist jedoch wie bei anderen Nutztieren – denn genau das sind sie – auch: Eine gute Regulierung ist wichtig für Wohlergehen und Nahrungsmittelsicherheit gleichermaßen. Tiermediziner spielen dabei eine wichtige Rolle: Mit verantwortungsvoller Verwendung von verschreibungspflichtigen Medikamenten und einer guten Unterstützung beim Umgang mit diesen kann viel erreicht werden. Glücklicherweise wird dies auch in der Welt der Tiermedizin erkannt und zunehmend steht im Studium der Veterinärmedizin auch die Bienenheilkunde auf den Lehrplänen.“ Seit dem laufenden Studienjahr bietet die veterinärmedizinische Fakultät in Utrecht einen Fakultativ-Kurs in Bienengesundheit für Studenten im zweiten Studienjahr an.

Regierungen

Auch Regierungen spielen eine wichtige Rolle, stellt Giovanni fest. „Erst einmal mit einer guten Politik für eine nachhaltigere Landwirtschaft und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Bienenzüchtern und Tiermedizinern. Darüber hinaus plädiere ich für strenge Regulierungen im Hinblick auf den Einsatz von Medikamenten. Dieser sollte nur auf Rezept eines Veterinärs hin gestattet sein. Auf europäischer Ebene hat die EU jetzt Mittel für Bienenhalter bereitgestellt, die bei der Bekämpfung von Krankheiten und Parasiten einen nachhaltigen Ansatz verfolgen oder sich für Bienenarten entscheiden, die eine höhere Resistenz gegen diese aufweisen. Ich habe den Eindruck, dass der Landwirtschaftssektor sowie nationale und supranationale Organisationen zunehmend die Bedeutung einer gesunden und nachhaltigen Bienenhaltung erkennen.

“Es ist wichtig, dass die Welt der Tiermedizin nachfolgt. Giovanni erzählt: „Als ich mit dem Studium der Tiermedizin begann, ging es hauptsächlich um Rinder und Pferde. Später jedoch wurde zunehmend auch Hunden und Katzen Aufmerksamkeit geschenkt und heute beispielsweise auch der Aquakultur. Die Veterinärmedizin folgt diesbezüglich den Bedürfnissen der Gesellschaft. Ich hoffe, dass auch der Bereich der Bienenzucht seitens der Tiermediziner die Aufmerksamkeit erhalten wird, die ihm zusteht. Denn, wenn die Tierärzte sich nicht darum kümmern, werden es andere tun – mit allen daraus folgenden Konsequenzen. Denn nur Tiermediziner verfügen über ausreichende Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der Medizin und der Pathologie. Daher müssen sie sich meiner Meinung nach dieser Sache annehmen.“

„Es ist wichtig, dass die Bienen wie jeder andere Nutztiersektor behandelt werden. Nicht nur im Interesse von Tierärzten und Bienenzüchtern, sondern auch für die öffentliche Gesundheit, die Sicherheit von Nahrungsmitteln und den Schutz natürlicher Lebensräume.“

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Die Biographie von Giovanni Formato (1970)

Studium: Veterinärmedizin, Universität Bologna (1998), Master in Lebensmittelsicherheit von Tierprodukten – Universität Bologna (2003), Master in der Pathologie der Honigbienen, Universität Pisa (2009).

Tätigkeit: Leitung des Labors für Bienenzucht, Honigbienenprodukte und -krankheiten, Istituto Zooprofilattico Sperimentale del Lazio e della Toscana (IZSLT), Rom.

Außerdem: Vorsitzender des italienischen wissenschaftlichen Veterinärausschusses für Bienenzucht (Società Scientifica Veterinaria per l’Apicoltura; SVETAP).

Quelle:

Dieser Artikel wurde aus dem Niederländischen übersetzt und erstmals in der Juniausgabe 2019 des von Covetrus Netherlands herausgegebenen Tierarztmagazins VET veröffentlicht.

Author: Joan Koele.

Tipps für einen katzenfreundlichen Tierarztbesuch

Katze in der Tierarztpraxis mit dem Stetoskop - Tipps für eine katzenfreundliche Praxis

Vorbereitungstipps für Katzenhalter, die Ihre Praxis besuchen

Der erste Schritt bei der Vorbereitung eines Katzenbesuchs in Ihrer Praxis ist die Vorbereitung der Katzenbesitzer. Die American Association of Feline Practitioners (AAFP) und die International Society of Feline Medicine (ISFM) gibt Katzenhaltern folgende Tipps:

  • Machen Sie die Katzen mit Transportboxen oder Tragetaschen vertraut.
  • Nehmen Sie etwas mit, das den Geruch von Zuhause trägt (ein Spielzeug oder eine Decke).
  • Proben Sie Besuche und Untersuchungen. Die Verwendung positiver Assoziationen durch Leckereien und ein beruhigendes Lob kann zu gewünschten Reaktionen und Verhaltensweisen führen.
  • Bleiben Sie ruhig. Ihre eigene Angst oder Ihr eigener Stress kann sich auf Ihre Katze übertragen.
  • Informieren Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt im Voraus, wenn Ihre Katze schnell ängstlich oder gestresst reagiert.

Tipps wie Sie Ihre Praxis katzenfreundlich gestalten können

  • Je nach Größe der Praxis können Katzen und Hunde voneinander ferngehalten werden.
  • Schaffung separater Wartebereiche durch Rücken an Rücken gedrehte Sitzgelegenheiten.
  • Ein separater Tisch im Wartezimmer ermöglicht den Katzenbesitzern, ihre Transportboxen und Tragetaschen außerhalb der Sicht von Hunden und anderen Tieren aufzustellen.
  • Ermöglichen Sie den Katzen freie Bewegung in Ihrem Untersuchungsraum während Sie sich mit dem Katzenhalter besprechen.
  • Platzieren Sie kleine Waagen in den Untersuchungsräumen, damit die Katzen den Raum nicht zum Wiegen verlassen müssen.
  • Sie können auch einen mit Doppeltüren ausgestatteten Käfig nutzen, so dass Katzen aus mehreren Winkeln angefasst werden können, was dazu beiträgt, dass sie sich ihnen nicht von vorne nähern müssen.

Quellen:

https://todaysveterinarynurse.com/articles/becoming-a-cat-friendly-practice/
https://www.avma.org/News/JAVMANews/Pages/120301m.aspx
https://www.avma.org/News/JAVMANews/Pages/101101a.aspx
http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1016/j.jfms.2011.03.012
https://www.catvets.com/cfp/cfp
https://vetsuccess.com/blog/certified-cat-friendly-practice/
https://www.catvets.com/public/PDFs/PracticeGuidelines/NursingCareGLS.pdf