Weihnachtszeit: Ernährung von Haustieren

Ein Hund unter dem Tannenbaum mit dem Kopf in einer Papiertüte. Ernährung von Tieren in der Weihnachtszeit - jetzt im Covetrus Blog lesen.Ernährung von Tieren in der Weihnachtszeit. © Igor Normann | Adobe Stock

In den letzten Jahren hat der Trend zugenommen, die eigenen Haustiere zu Weihnachten zu beschenken. Rund 75 % der Besitzer finden es nach einer GfK-Umfrage im Auftrag der Mera Tiernahrung wichtig, an diesem Tag Hund und Katze eine besondere Freude zu machen. Sicherlich liegt das daran, dass Tiere in vielen Haushalten fester Bestandteil des Lebens und vollwertiges Familienmitglied sind. Zu den beliebtesten Geschenken in der Weihnachtszeit gehören mit 64,7 % Snacks, so das Ergebnis der Studie.

Gleichzeitig lässt sich ein positiver Trend hinsichtlich einer gesunden Ernährung von Hund und Katze erkennen. Eine wünschenswerte Richtung, dennoch ist immer noch stark die Aufklärung seitens der Tierärzte über eine gesunde Zusammensetzung der Mahlzeiten und giftige Lebensmittel für Haustiere, vor allem in der Weihnachtszeit, gefragt. Mit umfassenden Hinweisen in Ihrer Praxis können Sie Tierbesitzer für die Ernährung zu Weihnachten sensibilisieren und zum Tierschutz in den Haushalten beitragen – für ein Fest ohne Zwischenfälle.

Snacks in der Weihnachtszeit – GfK-Studie zu Ernährungstrends bei Haustieren

Weihnachten ist die Zeit der Leckereien und üppigen Festmahle. Was wir uns gerne schmecken lassen, ist für Hund und Katze jedoch nicht geeignet. Oft landen dennoch Bratenreste, fette Soßen oder gar Lebkuchenstücke bei den Tieren im Napf. Viele Tierbesitzer wissen nicht um die verheerenden Folgen oder die Tatsache, dass Schokolade giftig für Hunde ist. Das hat zur Folge, dass es in der Zeit rund um das Fest vermehrt zu Einsätzen von Tierärzten, aufgrund einer Vergiftung, kommt. Auch dass bei Hunden das oft entstehende Magendrehen durch falsche Speisen tödlich enden kann, ist vielen Hundebesitzern nicht klar. Bei einer artgerechten Tierhaltung spricht insgesamt nichts gegen besondere Leckereien zu Weihnachten im Rahmen einer gesunden Ernährungsform und mit für Tiere geeigneten Futtermitteln.

Grund zur Freude machen die aktuellen Ergebnisse der GfK-Studie. Rund 56,6 % der Befragten achten bei der Futterauswahl bei ihrem Tier auf eine hohe Qualität. Demnach beschäftigen sich die Tierbesitzer immer mehr mit den Zusammensetzungen und Inhaltsstoffen des Futters. Eine Erhebung zur Fütterung von Hunden und Katzen der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt jedoch, dass immer noch mehr als 50 % auf kommerzielles Fertigfutter zurückgreifen. Je älter das Tier wird oder wenn es von einer Erkrankung betroffen ist, desto häufiger werden die Mahlzeiten selbst zubereitet.

Laut der Studie wird ebenso auf eine hohe Verträglichkeit und einen hohen Anteil von Fleisch und Fisch im Futter geachtet. Immer mehr Tierbesitzer suchen gezielt nach Futtermitteln ohne Getreide und frei von schädlichen Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffen.

Die Richtung stimmt und gibt Grund zur Hoffnung. Vielen Tierhaltern fehlt es dennoch an den nötigen, vertieften Kenntnissen über eine artgerechte Ernährung und den eigentlichen Bedarf eines ausgewogenen Nährstoffmixes bei Hund und Katze, der meist sehr individuell ist. Hier hilft nur eine stetige Aufklärung, dass Hunde und Katzen neben einem geeigneten Fleischanteil auch unverdauliche Pflanzenanteile, Knochen und Innereien benötigen. Die Zusammensetzung der elementaren Bausteine Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Vitamine wird häufig unterschätzt. Vor allem beim heute beliebten Barfen kann das schnell zu Problemen führen. Nicht selten kommt es bei Unwissenheit zur Proteinüberversorgung, Über- und Unterversorgung mit Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen. Aus einer italienischen Studie geht hervor, dass gerade einmal 14 % der dort befragten Hundehalter eine tierärztliche Fütterungsempfehlung in Anspruch nehmen. Weitere Auswertungen zeigen, dass rund 60 bis 73 % der überprüften Barfmenüs deutliche Abweichungen der gültigen Energie- und Nährstoffempfehlungen aufweisen.

Idealerweise wird das Futtermittel durch vegetarische Komponenten, wie selbst gekochten Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Magerquark, ergänzt. Laut einer Studie sorgen dafür gerade einmal 26 % der Befragten. Gerade während der Weihnachtszeit bietet es sich an, Hund und Katze mit selbst gekochten Menüs zu verwöhnen, welche einer gesunden Ernährung entsprechen.

Aufklärung und Hinweise in der Tierarztpraxis

Das A und O ist weiterhin eine umfassende Aufklärung über eine gesunde Ernährung seitens der Tierärzte. Besonders zu Weihnachten sollten zusätzliche Informationen alle Tierbesitzer umfassend aufklären. Dazu sollten Sie auf giftige Produkte in der Weihnachtszeit für Hund und Katze hinweisen:

• Schokolade
• Rosinen oder Weintrauben
• Erdnüsse
• Walnüsse
• Macadamianüsse
• Zimt
• Bittermandeln

Sollte dennoch der Fall eintreten, so klären Sie über die Symptome auf, welche bei einer Magen- und Darmverstimmung, allergischen Reaktion oder Vergiftung auftreten können:

Unverträglichkeiten:

• Juckreiz
• Entzündliche Hautreaktionen
• Durchfall
• Erbrechen

Vergiftungen:

• Lähmungen
• Vermehrtes Hecheln
• Zittern
• Schwäche
• Herzrasen
• Krämpfe
• Erbrechen
• Durchfall
• Apathisches Verhalten

Mit praktischen Tipps können Sie die Besitzer bei der Prävention unterstützen:

• Printen, Spekulatius und Co. sollten in einem Haushalt mit Tieren niemals frei zugänglich sein
• Reste vom menschlichen Festmahl gehören nicht in den Tiernapf
• Nach und während des Backens auf heruntergefallene Zutaten achten
• Essensreste sofort wegräumen und niemals unbeaufsichtigt sehen lassen

Tipps für gesunde tierische Weihnachten unter dem Baum

Wenn Tierbesitzer ihre Tiere zu Weihnachten verwöhnen möchten, ist eine gute Alternative, das tägliche Futter um gesunde Komponenten wie Obst oder Gemüse zu erweitern oder diese als Belohnung einzusetzen. Laut einer weiteren Erhebung bekommen Hund und Katze bei 78 % der Befragten Snacks in Form von Fertigbelohnungen. Gerade einmal 11 % setzen auf Obst und Gemüse.

Speziell auf die Bedürfnisse eines Tieres abgestimmte Weihnachtskeks-Rezepte mit bekömmlichem Fisch oder Fleisch ermöglichen eine gesunde Zubereitung von Leckerlis mit Zutaten, die für die Tiere wirklich bekömmlich sind und wo die Besitzer wissen, was drin ist. Beliebte Weihnachtsgewürze wie Nelken, Zimt und Co. sind strikt zu vermeiden.

Neben den Zutaten sollten die Größen der Portionen weiterhin wie gewohnt beibehalten werden. Plötzlich größere Futtermengen können die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen. Das gilt sowohl bei den täglichen Mahlzeiten als auch bei den zusätzlichen Belohnungen. Sollte ein Mahl dennoch mal üppiger ausgefallen sein, kann zusätzliche Bewegung nach einer angemessenen Verdauungspause für einen Ausgleich sorgen.

Fast 40 % der Befragten aus der GfK-Studie verschenken zu Weihnachten Spielzeug und Beschäftigungsspiele. Damit entgehen die Besitzer der Situation, ihr Tier in den Festtagen zu überfüttern oder mit ungeeigneten Lebensmitteln zu schaden und fördern gleichzeitig Aktivität und Bewegung. Ein Rat, den Tierärzte in jedem Fall an ihre Patienten weitergeben sollten.

Neben den Lebensmitteln zur Weihnachtszeit können Dekoration und weihnachtliches Grün zu heiklen Situationen führen, worüber sich viele Tierhalter nicht bewusst sind. Zu einer umfassenden Aufklärung zu Weihnachten gehört es, auf diese Gefahrenquellen hinzuweisen, die bei Aufnahme giftig für Hund und Katze sind:

• Mistelzweige
• Weihnachtssterne
• Nadeln von Nadelbäumen
• Stechpalmen
• Amaryllis
• Christrosen
• Kunstschnee
• Aromakerzen

Bei kranken und heranwachsenden Tieren ist nochmals mehr Vorsicht geboten. Mit einer guten Aufklärung in Tierarzt-Praxen während der Festtage kann Tier und Mensch eine Menge Leid erspart werden, auch wenn es nur gut gemeint ist. So wird Weihnachten auch wirklich für alle ein Fest.

Quellen:

https://www.zza-online.de/branche/branche/article/gfk-studie-gibt-aufschluss-ueber-ernaehrungstrends-bei-hund-und-katze.html
https://www.drhoelter.de/tierarzt/blog/so-feiern-sie-weihnachten-tiergerecht-und-sicher.html
https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/weihnachten/
https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/heimtiere/hunde/hunde-richtig-ernaehren/
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-101858?wt.mc_id=20-mkt_17-grundrauschen_13-artikel-barf-trend-in-der-hundeernaehrung_10-tw_14-tc_15-link_16-lesen_12-170822_18-enke_11-tier_19-zgati
Nicola Stephanie Becker: „Erhebungen zur Fütterung von Hunden und Katzen mit und ohne Verdacht auf eine Futtermittelallergie in Deutschland“. München. 2009.

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