Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten

Eine Frau und ein brauner Hund sitzen auf einem Stein hoch in den Bergen. Thema Reisen mit Tieren - jetzt im Covetrus Blog lesen.Reisen mit Tieren | Covetrus Blog. © annaav | Fotolia

Reisen mit Tieren sind immer mit einer gewissen Herausforderung verbunden. Einerseits müssen rechtliche Verordnungen und Regelungen eingehalten werden, auf der anderen Seite gilt es, das Tier zu schützen und die Reisebedingungen an das Wohl des Tieres zu binden. Eine gute Vorbereitung gemeinsam mit dem Tierbesitzer ist hier ausschlaggebend. Diesem stehen Sie als Ansprechpartner für organisatorische und medizinische Fragen zur Seite.

Eine große Rolle spielen Einreisebestimmungen verschiedener Länder, die Beachtung des Impfschutzes und die Vorlage des Heimtierausweises. Alle herrschenden Bestimmungen und Vorschriften, die laut EU-Recht gelten, stellt hierbei in Deutschland das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung. Diese finden Sie hier in einer Übersicht. Neben all den formalen Voraussetzungen sollten Sie schließlich auch beurteilen, ob die Reise für das Tier verträglich ist und wie die stressige Transportsituation im Einzelfall zu handhaben ist.

Reisen mit Tieren vorbereiten und verwalten: Infos über die wichtigsten Bestimmungen

Für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU gelten die Verordnungen Nr. 576/2013 und Nr. 577/2013. Hierbei spielen die eindeutige Identifikation und eine einwandfreie Tollwutsituation des Heimtieres eine Rolle. Ebenso ist der Zweck der Reise zu klären, aus dem hervorgeht, dass nicht etwa der Verkauf oder Besitzerwechsel angestrebt wird. Zu Handelszwecken sind nämlich andere Regelungen zu beachten.

Zur eindeutigen Identifikation des Heimtieres ist eine elektronische Kennzeichnung maßgeblich, welche der ISO-Norm 11784 oder 11785 entsprechen muss. Dies bedeutet, dass das Heimtier zwingend gechippt sein muss und dass der Chip an den jeweiligen Kontrollstellen ausgelesen werden kann. Dies Auslesung geschieht über eine HDX- oder FDX-B-Übertragung. Seit dem 3. Juli 2011 ist es zwingend, für neu gekennzeichnete Tiere diese Art von Chip zu verwenden. Ältere Tiere können auch mittels einer Tätowierung identifiziert werden. Erst wenn die einwandfreie Identifikation und Zuordnung des Heimtieres besteht, kann die für Reisen notwendige Tollwutimpfung vorgenommen und im Heimtierausweis eingetragen werden. Dieser Heimtierausweis trägt eine einheitliche Form und ist von Ihnen als Tierarzt auszustellen sowie bei Reisen vom Besitzer immer mitzuführen. Hierbei ist es wichtig, dass die Impfungen sich nach den Hinweisen des Impfstoffherstellers richten, gegebenenfalls aufgefrischt und mit einem inaktivierten Impfstoff (WHO-Norm) angewendet wurden. In diesem Maße wurde die deutsche Tollwut-Verordnung am 29.12.2014 gemäß der EU-Verordnung Nr. 576/2013 angepasst.

Pro Person dürfen höchstens fünf Heimtiere mit auf Reisen gehen. Diese Zahl darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Tiere zu einem Wettbewerb oder einer Sportveranstaltung verreisen. In allen Fällen ist eine klare Zugehörigkeit zum Besitzer, die aus dem Heimtierausweis hervorgehen muss, entscheidend. Des Weiteren dürfen Welpen unter 15 Wochen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz reisen, wobei es keine Rolle spielt, ob sie aus Deutschland verreisen oder ob es das Ziel- oder Transitland ist. Die Tollwutimpfung bei Jungtieren darf nach 12 Wochen erfolgen, wobei eine Blutabnahme nach wieder einem Monat und eine dreimonatige Wartefrist eingehalten werden muss.

Grundsätzlich gilt, sich auch umfassend über die Regelungen der einzelnen Länder zu informieren. So sind beispielsweise in Irland, Finnland und dem Vereinigten Königreich verschärfte Anforderungen bei antiparasitären Behandlungen zu beachten. Bei Reisen in Länder mit einem höheren Tollwutrisiko können bei einer Wiedereinreise nach Deutschland Blutuntersuchungen vorgeschrieben sein.

Die richtige Reisevorbereitung und Aufklärung

Vor der Reise sollten Sie nicht nur die gesetzlichen Regelungen mit dem Tierbesitzer abklären. Auch eine ausführliche Information über mögliche Reisekrankheiten gehört zur Reisevorbereitung. Vor allem vor der Gefahr durch Krankheitsübertragungen durch Zecken und Stechmücken in bestimmten Regionen ist zu warnen. Hier sollten Sie neben Verhaltenstipps auch zu einer sinnvollen Reiseapotheke beraten.

Das Tierwohl steht somit immer im Vordergrund. Deshalb sollte auch gut überlegt sein, ob gerade eine lange Reise für das Heimtier erträglich und ratsam ist. Zum einen gilt es individuell zu prüfen, ob das Heimtier gesundheitlich für eine solche Reise gewappnet ist. Ängstliche Tiere erfahren während der hektischen Reisezeit großen Stress. Pauschal kann gesagt werden, dass Hunde ihren Besitzern gerne überallhin folgen. Katzen hingegen schätzen die heimische Umgebung und man sollte sie eher nicht dieser entnehmen. Sollte eine Katze von klein auf eine Bindung zum Halter aufgebaut haben, dann ist nur in diesem Fall ein längerer Aufenthalt außerhalb der gewohnten Umgebung zu empfehlen. Weiter gilt zu bedenken, welche Reiserouten geplant sind. Wird der Ort oft gewechselt, dann sollte auch hier abgeschätzt werden, wie viel man dem Haustier zumuten möchte.

Die Vorbereitung des Transports

Reisen mit dem Tier, ein brauner Hund guckt aus dem Autofenster raus. Jetzt im Covetrus Blog lesen.
Reisen mit Tieren | Covetrus Blog © Kevin Kozicki | Adobe Photoshop Lightroom

Nicht zuletzt sind auch beim eigentlichen Transport des Tieres einige Punkte zu beachten. Die Wahl der Transportart und des Transportunternehmens sowie die Klärung der jeweiligen Transportbedingungen sind hier ausschlaggebend. Zum einen sollte sichergestellt werden, dass das Transportunternehmen eine Mitnahme von Haustieren erlaubt. Hierbei sind verschiedene Vorkehrungen im Vorhinein zu treffen. Eine Anschaffung einer Transportbox, eines Maulkorbs oder etwaiger Medikamente zur Beruhigung kann vonnöten sein.

Bei Flugreisen sind die Bestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft zu tierischen Passagieren zu klären. In der Kabine selbst dürfen Hunde und Katzen in der Regel bis ca. 5 kg und maximal 8 kg Körpergewicht mitreisen. Hierbei ist es wichtig, dass schon bei der Abmessung das Gewicht der Transportbox, sollte sie gefordert sein, mitzählt. Das Transportbehältnis muss wasserdicht und luftdurchlässig sein und darf die von der Fluggesellschaft vorgegebenen Handgepäckmaße nicht übersteigen. Alle größeren bzw. schweren Haustiere müssen in speziellen Flugboxen im Gepäck- oder Frachtraum mitreisen. Auch dies kann unnötigen Stress für sowieso schon ängstliche Tiere bedeuten. Eine ausreichend große Transportbox, in der sich das Haustier um sich selbst drehen kann, verschafft eine größere Sicherheit. Eine Eingewöhnung mit dem Transportbehältnis schon vor der Reise kann hier sinnvoll sein. Wichtig ist zudem, dass das Tier ausreichend Futter und Wasser während des Transports erhält.

Auch bei der Reise mit dem Auto sind zum Wohle des Tieres einige Vorkehrungen zu treffen. Bei einer längeren Autofahrt ist es wichtig, dass das Tier sich etwa im Kofferraum frei bewegen kann und der Raum zum Auslauf sicher durch ein Gitter zum Personenraum abgegrenzt ist. Auch bei der Autoreise sollte das Tier ausreichend Futter und zu trinken bekommen und außerdem ab und an etwas Auslauf bei kleinen Pausen erhalten.

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