Die perfekte Schonkost bei Durchfall bei Hunden und Katzen

Ein Kätzchen sitzt im Karton. Schonkost bei Durchfall bei Katzen und Hunden - - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Leiden Hunde oder Katzen an Durchfall oder Erbrechen, ist es wichtig, die Ernährung vorübergehend umzustellen. Mit der richtigen Schonkost kann relativ schnell eine Besserung des Gesundheitszustandes erzielt werden. Ergänzend dazu sollten wichtige Nährstoffe, die durch den Durchfall ausgeschieden wurden, wieder zugeführt werden. Dabei können spezielle Nahrungsergänzungsmittel helfen. Doch allem voran sollten die möglichen Ursachen der Erkrankung abgeklärt werden. Hat verdorbenes Futter zu einer Veränderung des Stuhls der Katze geführt, da zu viele Bakterien den Darm fremdbesiedelt haben, kann mit pürierten Karotten und geriebenem Apfel erste Hilfe geleistet werden. Diese Art von Durchfall ist in der Regel relativ schnell wieder in den Griff zu bekommen.

Der Tierhalter kann aber auch mit einer konsequenten Ernährungsumstellung auf Frischfutter und einem hohen Anteil an Fleisch einer Darmerkrankung vorbeugen. Um auszuschließen, dass eine ernste Erkrankung hinter dem Durchfall oder Erbrechen der Katze steckt, sollten Sie auch weitere Symptome beim Tierhalter abfragen.

Mögliche Ursachen

Durchfallerkrankungen bei Hunden und Katzen können vielfältige Ursachen haben. Ein Magen-Darm-Infekt ist in der Regel schnell ausgestanden und das Tier innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder bei Kräften. Anders sieht es aus, wenn die Durchfallerkrankung der Katze oder des Hundes chronisch ist oder in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Dann könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken. Getreidehaltiges normales Futter wird von vielen Katzen und Hunden aufgrund des hohen Glutengehalts, der enthaltenen Konservierungsstoffe und der laktosehaltigen Füllstoffe nicht gut vertragen. Ein Stuhl- oder Bluttest kann darüber Aufschluss geben, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Ist das Darmmillieu aus dem Gleichgewicht geraten und hat sich ein anhaltender Durchfall manifestiert, hilft eine Ernährungsumstellung allein nicht weiter. Oft fehlen dem Darm wichtige gute Darmbakterien, welche die Darmflora im Gleichgewicht halten und schlechte Bakterienstämme sowie Pilzsporen eliminieren. Ist der Stuhl über einen längeren Zeitraum, vor allem nach der Aufnahme von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln, wässrig, kann durchaus eine Pilzbesiedelung die Ursache sein. Diese kommt aber nicht allein zustande, sondern entsteht immer aufgrund eines geschwächten Immunsystems, folglich eines geschwächten Darms.

Bei einem Verdacht auf eine Darmdysbiose und um herauszufinden, welche Bakterien dem Organismus fehlen, sollte ebenfalls ein Stuhltest durchgeführt werden. Fehlende Stämme können dem Futter der Katze, in Form einer Suspension, zweimal täglich beigemischt werden. Die Dosis ist in jedem Fall auf das Gewicht des Tieres anzupassen. Liegt eine Dysbiose vor, benötigt der Darm zusätzlich wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, um probiotische Bakterienstämme, wie den Escherichia coli Nissle, ansiedeln zu können. Dazu können, je nach Mangel, folgende Stoffe: Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin B1, B2, B6, B12, Niacin, Biotin, Pantothensäure, Folat, Vitamin K, Calcium, Magnesium, Kupfer, Mangan.

So können Pektine zur Genesung beitragen

Eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen spielen Lebensmittel mit einem hohen Pektingehalt. Äpfel oder Möhren zum Beispiel enthalten sehr viel Pektin, das wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Pektine binden Wasser im Darm und überziehen die Oberfläche der Darmwand mit einer gelartigen Lösung. Diese Schutzschicht lässt Bakteriengifte nicht mehr an die Darmwandzellen gelangen. Zudem ist die Gelschicht selbst in der Lage, Bakteriengifte zu binden. Diese verlieren somit ihre Wirkung und werden zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. Der Durchfall verschwindet und der Stuhl wird fester.

Weitere Lebensmittel mit einem hohen oder relativ hohen Pektingehalt sind Kürbis, Orangen, Bananen, Aprikosen und Quitten. Allerdings könnten sehr saure Früchte wie Orangen einen bereits gereizten Darm belasten oder sehr süße Früchte, wie reife Bananen, einen Pilz noch weiter „anheizen“. Bei Äpfeln ist das Pektin vor allem in der Schale enthalten, weshalb diese bei Hunden oder Katzen immer mit ins Futter gemischt werden sollte. Um die Pektine aus der Nahrung herauszulösen und sie dem Körper verfügbarer zu machen, sollten Karotten und Äpfel gerieben, püriert oder gekocht werden. Geriebene oder pürierte Karotten und Äpfel sollten nach dem Zerkleinern zehn Minuten stehen. Ein gutes Indiz dafür, ob der geriebene Apfel lange genug stand, ist die braune Farbe, die das Fruchtfleisch nach einiger Zeit annimmt. Hat sich dieses verfärbt, kann es dem Futter beigemischt werden.

Ein sehr gutes Rezept, das nicht nur bei Menschen sofort den Durchfall stoppt, ist die Möhrensuppe nach Moro. Ursprünglich wurde sie 1908 von Dr. Prof. Ernst Moro im Bereich der Kinderheilkunde entwickelt. Sie wird aber auch therapiebegleitend bei Katzen und Hunden empfohlen. Das Besondere an dieser Möhrensuppe ist, dass die Karotten zwei Stunden lang gekocht werden. Durch den überlangen Kochvorgang werden Oligogalakturonsäuren aus dem Pektin freigesetzt, welche an der Darmwand andocken und so die Andockstelle für schädliche Einzeller wie Giardien und Bakterien blockieren. Ein weiterer Ernährungsbaustein bei akutem oder langanhaltendem Durchfall können Pellkartoffeln sein. Diese sollten allerdings kalt gegeben werden, da sich die Molekülstruktur der Kohlenhydrate nur im kalten Zustand positiv auf den Darm auswirkt. Zu beachten ist außerdem, dass Pektin und dessen Bestandteile bei einer Wurmbesiedlung nichts ausrichten können.

Bei Durchfall viel trinken

Ergänzend zu einer Schonkosternährung beim Haustier gehört, gerade bei Durchfallerkrankungen, viel frisches Wasser. Der Napf sollte täglich mehrfach mit frischem Wasser aufgefüllt werden, um sicherzugehen, dass Hund oder Katze genug Flüssigkeit aufnehmen. Auch sollte das Wasser nicht zu kalt sein. Optimal ist Zimmertemperatur. Gerade bei kleinen Tieren besteht schnell die Gefahr der Austrocknung. Haben Hund oder Katze einen akuten Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen und Durchfall, sollte Futter nur in kleinen Mengen aufgenommen werden. Häufig verweigern die Tiere, wie auch Menschen, in der akuten Phase die Nahrungsaufnahme, da der Organismus zu sehr belastet würde. Dennoch sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Trinken Hund oder Katze nicht selbstständig, kann mit einer kleinen Pipette Flüssigkeit Tröpfchenweise zugeführt werden. Bei leichtem Durchfall kann außerdem schon ungesüßter schwarzer Tee als Ergänzung zum Wasser helfen.

Gekochtes Gemüse und Fleisch

Das Tier sollte nach ein bis drei Tagen in der Regel wieder Hunger bekommen und nach Nahrung verlangen. Dann sollte Futter anfangs nur in kleinen Mengen gegeben werden. Die Portionen werden dann, je nach Verträglichkeit, langsam gesteigert. Bei einer Schonkost werden vor allem gekochte Lebensmittel gegeben. Dabei sollten Tierbesitzer in jedem Fall auf verdauliche Zutaten achten. Damit Hund oder Katze die Schonkost auch zu sich nimmt, darf auf jeden Fall ebenso gekochtes Fleisch zugefügt werden. Dies ist sogar wichtig, damit das Tier wieder zu Kräften kommt. Mageres Rind- oder Hühnerfleisch sind hier die richtige Wahl. Auch eine selbst gekochte Hühner- oder Rindsbrühe darf als Grundlage des Gemüse-Fleisch-Breis dienen und sorgt für einen kräftigeren Geschmack, damit das Tier das neue Futter annimmt.

Gerne darf auch gekochter frischer Fisch gegeben werden. Bei der Ernährung von Tieren wird Fisch oft vernachlässigt, dabei liefert dieser wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Für ein besseres Sättigungsgefühl und zum Binden der Flüssigkeit im Darm kann dem Brei auch gekochter Reis beigemischt werden. Dieser sollte fünf Minuten ziehen und in Zimmertemperatur gegeben werden.

Hat sich der Zustand der Katze oder des Hundes gebessert, können Sie dem Tierbesitzer raten, langsam wieder auf eine leichte Vollkost umzusteigen.

Quellen:

https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Apfelpektin/wirkung-medikament-10.html
https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/serviceline/tiere/article113087119/Das-hilft-dem-Hundemagen.html
https://www.medikamente-per-klick.de/apotheke/ernaehrungslexikon/pektin/

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