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Die perfekte Schonkost bei Durchfall bei Hunden und Katzen

Ein Kätzchen sitzt im Karton. Schonkost bei Durchfall bei Katzen und Hunden - - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Leiden Hunde oder Katzen an Durchfall oder Erbrechen, ist es wichtig, die Ernährung vorübergehend umzustellen. Mit der richtigen Schonkost kann relativ schnell eine Besserung des Gesundheitszustandes erzielt werden. Ergänzend dazu sollten wichtige Nährstoffe, die durch den Durchfall ausgeschieden wurden, wieder zugeführt werden. Dabei können spezielle Nahrungsergänzungsmittel helfen. Doch allem voran sollten die möglichen Ursachen der Erkrankung abgeklärt werden. Hat verdorbenes Futter zu einer Veränderung des Stuhls der Katze geführt, da zu viele Bakterien den Darm fremdbesiedelt haben, kann mit pürierten Karotten und geriebenem Apfel erste Hilfe geleistet werden. Diese Art von Durchfall ist in der Regel relativ schnell wieder in den Griff zu bekommen.

Der Tierhalter kann aber auch mit einer konsequenten Ernährungsumstellung auf Frischfutter und einem hohen Anteil an Fleisch einer Darmerkrankung vorbeugen. Um auszuschließen, dass eine ernste Erkrankung hinter dem Durchfall oder Erbrechen der Katze steckt, sollten Sie auch weitere Symptome beim Tierhalter abfragen.

Mögliche Ursachen

Durchfallerkrankungen bei Hunden und Katzen können vielfältige Ursachen haben. Ein Magen-Darm-Infekt ist in der Regel schnell ausgestanden und das Tier innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder bei Kräften. Anders sieht es aus, wenn die Durchfallerkrankung der Katze oder des Hundes chronisch ist oder in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. Dann könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinterstecken. Getreidehaltiges normales Futter wird von vielen Katzen und Hunden aufgrund des hohen Glutengehalts, der enthaltenen Konservierungsstoffe und der laktosehaltigen Füllstoffe nicht gut vertragen. Ein Stuhl- oder Bluttest kann darüber Aufschluss geben, ob eine Unverträglichkeit vorliegt.

Ist das Darmmillieu aus dem Gleichgewicht geraten und hat sich ein anhaltender Durchfall manifestiert, hilft eine Ernährungsumstellung allein nicht weiter. Oft fehlen dem Darm wichtige gute Darmbakterien, welche die Darmflora im Gleichgewicht halten und schlechte Bakterienstämme sowie Pilzsporen eliminieren. Ist der Stuhl über einen längeren Zeitraum, vor allem nach der Aufnahme von kohlehydrathaltigen Lebensmitteln, wässrig, kann durchaus eine Pilzbesiedelung die Ursache sein. Diese kommt aber nicht allein zustande, sondern entsteht immer aufgrund eines geschwächten Immunsystems, folglich eines geschwächten Darms.

Bei einem Verdacht auf eine Darmdysbiose und um herauszufinden, welche Bakterien dem Organismus fehlen, sollte ebenfalls ein Stuhltest durchgeführt werden. Fehlende Stämme können dem Futter der Katze, in Form einer Suspension, zweimal täglich beigemischt werden. Die Dosis ist in jedem Fall auf das Gewicht des Tieres anzupassen. Liegt eine Dysbiose vor, benötigt der Darm zusätzlich wichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralien, um probiotische Bakterienstämme, wie den Escherichia coli Nissle, ansiedeln zu können. Dazu können, je nach Mangel, folgende Stoffe: Zink, Selen, Vitamin C, Vitamin B1, B2, B6, B12, Niacin, Biotin, Pantothensäure, Folat, Vitamin K, Calcium, Magnesium, Kupfer, Mangan.

So können Pektine zur Genesung beitragen

Eine wesentliche Rolle bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen spielen Lebensmittel mit einem hohen Pektingehalt. Äpfel oder Möhren zum Beispiel enthalten sehr viel Pektin, das wie ein natürliches Antibiotikum wirkt. Pektine binden Wasser im Darm und überziehen die Oberfläche der Darmwand mit einer gelartigen Lösung. Diese Schutzschicht lässt Bakteriengifte nicht mehr an die Darmwandzellen gelangen. Zudem ist die Gelschicht selbst in der Lage, Bakteriengifte zu binden. Diese verlieren somit ihre Wirkung und werden zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. Der Durchfall verschwindet und der Stuhl wird fester.

Weitere Lebensmittel mit einem hohen oder relativ hohen Pektingehalt sind Kürbis, Orangen, Bananen, Aprikosen und Quitten. Allerdings könnten sehr saure Früchte wie Orangen einen bereits gereizten Darm belasten oder sehr süße Früchte, wie reife Bananen, einen Pilz noch weiter „anheizen“. Bei Äpfeln ist das Pektin vor allem in der Schale enthalten, weshalb diese bei Hunden oder Katzen immer mit ins Futter gemischt werden sollte. Um die Pektine aus der Nahrung herauszulösen und sie dem Körper verfügbarer zu machen, sollten Karotten und Äpfel gerieben, püriert oder gekocht werden. Geriebene oder pürierte Karotten und Äpfel sollten nach dem Zerkleinern zehn Minuten stehen. Ein gutes Indiz dafür, ob der geriebene Apfel lange genug stand, ist die braune Farbe, die das Fruchtfleisch nach einiger Zeit annimmt. Hat sich dieses verfärbt, kann es dem Futter beigemischt werden.

Ein sehr gutes Rezept, das nicht nur bei Menschen sofort den Durchfall stoppt, ist die Möhrensuppe nach Moro. Ursprünglich wurde sie 1908 von Dr. Prof. Ernst Moro im Bereich der Kinderheilkunde entwickelt. Sie wird aber auch therapiebegleitend bei Katzen und Hunden empfohlen. Das Besondere an dieser Möhrensuppe ist, dass die Karotten zwei Stunden lang gekocht werden. Durch den überlangen Kochvorgang werden Oligogalakturonsäuren aus dem Pektin freigesetzt, welche an der Darmwand andocken und so die Andockstelle für schädliche Einzeller wie Giardien und Bakterien blockieren. Ein weiterer Ernährungsbaustein bei akutem oder langanhaltendem Durchfall können Pellkartoffeln sein. Diese sollten allerdings kalt gegeben werden, da sich die Molekülstruktur der Kohlenhydrate nur im kalten Zustand positiv auf den Darm auswirkt. Zu beachten ist außerdem, dass Pektin und dessen Bestandteile bei einer Wurmbesiedlung nichts ausrichten können.

Bei Durchfall viel trinken

Ergänzend zu einer Schonkosternährung beim Haustier gehört, gerade bei Durchfallerkrankungen, viel frisches Wasser. Der Napf sollte täglich mehrfach mit frischem Wasser aufgefüllt werden, um sicherzugehen, dass Hund oder Katze genug Flüssigkeit aufnehmen. Auch sollte das Wasser nicht zu kalt sein. Optimal ist Zimmertemperatur. Gerade bei kleinen Tieren besteht schnell die Gefahr der Austrocknung. Haben Hund oder Katze einen akuten Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen und Durchfall, sollte Futter nur in kleinen Mengen aufgenommen werden. Häufig verweigern die Tiere, wie auch Menschen, in der akuten Phase die Nahrungsaufnahme, da der Organismus zu sehr belastet würde. Dennoch sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Trinken Hund oder Katze nicht selbstständig, kann mit einer kleinen Pipette Flüssigkeit Tröpfchenweise zugeführt werden. Bei leichtem Durchfall kann außerdem schon ungesüßter schwarzer Tee als Ergänzung zum Wasser helfen.

Gekochtes Gemüse und Fleisch

Das Tier sollte nach ein bis drei Tagen in der Regel wieder Hunger bekommen und nach Nahrung verlangen. Dann sollte Futter anfangs nur in kleinen Mengen gegeben werden. Die Portionen werden dann, je nach Verträglichkeit, langsam gesteigert. Bei einer Schonkost werden vor allem gekochte Lebensmittel gegeben. Dabei sollten Tierbesitzer in jedem Fall auf verdauliche Zutaten achten. Damit Hund oder Katze die Schonkost auch zu sich nimmt, darf auf jeden Fall ebenso gekochtes Fleisch zugefügt werden. Dies ist sogar wichtig, damit das Tier wieder zu Kräften kommt. Mageres Rind- oder Hühnerfleisch sind hier die richtige Wahl. Auch eine selbst gekochte Hühner- oder Rindsbrühe darf als Grundlage des Gemüse-Fleisch-Breis dienen und sorgt für einen kräftigeren Geschmack, damit das Tier das neue Futter annimmt.

Gerne darf auch gekochter frischer Fisch gegeben werden. Bei der Ernährung von Tieren wird Fisch oft vernachlässigt, dabei liefert dieser wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Für ein besseres Sättigungsgefühl und zum Binden der Flüssigkeit im Darm kann dem Brei auch gekochter Reis beigemischt werden. Dieser sollte fünf Minuten ziehen und in Zimmertemperatur gegeben werden.

Hat sich der Zustand der Katze oder des Hundes gebessert, können Sie dem Tierbesitzer raten, langsam wieder auf eine leichte Vollkost umzusteigen.

Quellen:

https://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Apfelpektin/wirkung-medikament-10.html
https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/serviceline/tiere/article113087119/Das-hilft-dem-Hundemagen.html
https://www.medikamente-per-klick.de/apotheke/ernaehrungslexikon/pektin/

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Weihnachtszeit: Ernährung von Haustieren

Ein Hund unter dem Tannenbaum mit dem Kopf in einer Papiertüte. Ernährung von Tieren in der Weihnachtszeit - jetzt im Covetrus Blog lesen.

In den letzten Jahren hat der Trend zugenommen, die eigenen Haustiere zu Weihnachten zu beschenken. Rund 75 % der Besitzer finden es nach einer GfK-Umfrage im Auftrag der Mera Tiernahrung wichtig, an diesem Tag Hund und Katze eine besondere Freude zu machen. Sicherlich liegt das daran, dass Tiere in vielen Haushalten fester Bestandteil des Lebens und vollwertiges Familienmitglied sind. Zu den beliebtesten Geschenken in der Weihnachtszeit gehören mit 64,7 % Snacks, so das Ergebnis der Studie.

Gleichzeitig lässt sich ein positiver Trend hinsichtlich einer gesunden Ernährung von Hund und Katze erkennen. Eine wünschenswerte Richtung, dennoch ist immer noch stark die Aufklärung seitens der Tierärzte über eine gesunde Zusammensetzung der Mahlzeiten und giftige Lebensmittel für Haustiere, vor allem in der Weihnachtszeit, gefragt. Mit umfassenden Hinweisen in Ihrer Praxis können Sie Tierbesitzer für die Ernährung zu Weihnachten sensibilisieren und zum Tierschutz in den Haushalten beitragen – für ein Fest ohne Zwischenfälle.

Snacks in der Weihnachtszeit – GfK-Studie zu Ernährungstrends bei Haustieren

Weihnachten ist die Zeit der Leckereien und üppigen Festmahle. Was wir uns gerne schmecken lassen, ist für Hund und Katze jedoch nicht geeignet. Oft landen dennoch Bratenreste, fette Soßen oder gar Lebkuchenstücke bei den Tieren im Napf. Viele Tierbesitzer wissen nicht um die verheerenden Folgen oder die Tatsache, dass Schokolade giftig für Hunde ist. Das hat zur Folge, dass es in der Zeit rund um das Fest vermehrt zu Einsätzen von Tierärzten, aufgrund einer Vergiftung, kommt. Auch dass bei Hunden das oft entstehende Magendrehen durch falsche Speisen tödlich enden kann, ist vielen Hundebesitzern nicht klar. Bei einer artgerechten Tierhaltung spricht insgesamt nichts gegen besondere Leckereien zu Weihnachten im Rahmen einer gesunden Ernährungsform und mit für Tiere geeigneten Futtermitteln.

Grund zur Freude machen die aktuellen Ergebnisse der GfK-Studie. Rund 56,6 % der Befragten achten bei der Futterauswahl bei ihrem Tier auf eine hohe Qualität. Demnach beschäftigen sich die Tierbesitzer immer mehr mit den Zusammensetzungen und Inhaltsstoffen des Futters. Eine Erhebung zur Fütterung von Hunden und Katzen der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt jedoch, dass immer noch mehr als 50 % auf kommerzielles Fertigfutter zurückgreifen. Je älter das Tier wird oder wenn es von einer Erkrankung betroffen ist, desto häufiger werden die Mahlzeiten selbst zubereitet.

Laut der Studie wird ebenso auf eine hohe Verträglichkeit und einen hohen Anteil von Fleisch und Fisch im Futter geachtet. Immer mehr Tierbesitzer suchen gezielt nach Futtermitteln ohne Getreide und frei von schädlichen Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffen.

Die Richtung stimmt und gibt Grund zur Hoffnung. Vielen Tierhaltern fehlt es dennoch an den nötigen, vertieften Kenntnissen über eine artgerechte Ernährung und den eigentlichen Bedarf eines ausgewogenen Nährstoffmixes bei Hund und Katze, der meist sehr individuell ist. Hier hilft nur eine stetige Aufklärung, dass Hunde und Katzen neben einem geeigneten Fleischanteil auch unverdauliche Pflanzenanteile, Knochen und Innereien benötigen. Die Zusammensetzung der elementaren Bausteine Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Vitamine wird häufig unterschätzt. Vor allem beim heute beliebten Barfen kann das schnell zu Problemen führen. Nicht selten kommt es bei Unwissenheit zur Proteinüberversorgung, Über- und Unterversorgung mit Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen. Aus einer italienischen Studie geht hervor, dass gerade einmal 14 % der dort befragten Hundehalter eine tierärztliche Fütterungsempfehlung in Anspruch nehmen. Weitere Auswertungen zeigen, dass rund 60 bis 73 % der überprüften Barfmenüs deutliche Abweichungen der gültigen Energie- und Nährstoffempfehlungen aufweisen.

Idealerweise wird das Futtermittel durch vegetarische Komponenten, wie selbst gekochten Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst oder Magerquark, ergänzt. Laut einer Studie sorgen dafür gerade einmal 26 % der Befragten. Gerade während der Weihnachtszeit bietet es sich an, Hund und Katze mit selbst gekochten Menüs zu verwöhnen, welche einer gesunden Ernährung entsprechen.

Aufklärung und Hinweise in der Tierarztpraxis

Das A und O ist weiterhin eine umfassende Aufklärung über eine gesunde Ernährung seitens der Tierärzte. Besonders zu Weihnachten sollten zusätzliche Informationen alle Tierbesitzer umfassend aufklären. Dazu sollten Sie auf giftige Produkte in der Weihnachtszeit für Hund und Katze hinweisen:

• Schokolade
• Rosinen oder Weintrauben
• Erdnüsse
• Walnüsse
• Macadamianüsse
• Zimt
• Bittermandeln

Sollte dennoch der Fall eintreten, so klären Sie über die Symptome auf, welche bei einer Magen- und Darmverstimmung, allergischen Reaktion oder Vergiftung auftreten können:

Unverträglichkeiten:

• Juckreiz
• Entzündliche Hautreaktionen
• Durchfall
• Erbrechen

Vergiftungen:

• Lähmungen
• Vermehrtes Hecheln
• Zittern
• Schwäche
• Herzrasen
• Krämpfe
• Erbrechen
• Durchfall
• Apathisches Verhalten

Mit praktischen Tipps können Sie die Besitzer bei der Prävention unterstützen:

• Printen, Spekulatius und Co. sollten in einem Haushalt mit Tieren niemals frei zugänglich sein
• Reste vom menschlichen Festmahl gehören nicht in den Tiernapf
• Nach und während des Backens auf heruntergefallene Zutaten achten
• Essensreste sofort wegräumen und niemals unbeaufsichtigt sehen lassen

Tipps für gesunde tierische Weihnachten unter dem Baum

Wenn Tierbesitzer ihre Tiere zu Weihnachten verwöhnen möchten, ist eine gute Alternative, das tägliche Futter um gesunde Komponenten wie Obst oder Gemüse zu erweitern oder diese als Belohnung einzusetzen. Laut einer weiteren Erhebung bekommen Hund und Katze bei 78 % der Befragten Snacks in Form von Fertigbelohnungen. Gerade einmal 11 % setzen auf Obst und Gemüse.

Speziell auf die Bedürfnisse eines Tieres abgestimmte Weihnachtskeks-Rezepte mit bekömmlichem Fisch oder Fleisch ermöglichen eine gesunde Zubereitung von Leckerlis mit Zutaten, die für die Tiere wirklich bekömmlich sind und wo die Besitzer wissen, was drin ist. Beliebte Weihnachtsgewürze wie Nelken, Zimt und Co. sind strikt zu vermeiden.

Neben den Zutaten sollten die Größen der Portionen weiterhin wie gewohnt beibehalten werden. Plötzlich größere Futtermengen können die Verdauung aus dem Gleichgewicht bringen. Das gilt sowohl bei den täglichen Mahlzeiten als auch bei den zusätzlichen Belohnungen. Sollte ein Mahl dennoch mal üppiger ausgefallen sein, kann zusätzliche Bewegung nach einer angemessenen Verdauungspause für einen Ausgleich sorgen.

Fast 40 % der Befragten aus der GfK-Studie verschenken zu Weihnachten Spielzeug und Beschäftigungsspiele. Damit entgehen die Besitzer der Situation, ihr Tier in den Festtagen zu überfüttern oder mit ungeeigneten Lebensmitteln zu schaden und fördern gleichzeitig Aktivität und Bewegung. Ein Rat, den Tierärzte in jedem Fall an ihre Patienten weitergeben sollten.

Neben den Lebensmitteln zur Weihnachtszeit können Dekoration und weihnachtliches Grün zu heiklen Situationen führen, worüber sich viele Tierhalter nicht bewusst sind. Zu einer umfassenden Aufklärung zu Weihnachten gehört es, auf diese Gefahrenquellen hinzuweisen, die bei Aufnahme giftig für Hund und Katze sind:

• Mistelzweige
• Weihnachtssterne
• Nadeln von Nadelbäumen
• Stechpalmen
• Amaryllis
• Christrosen
• Kunstschnee
• Aromakerzen

Bei kranken und heranwachsenden Tieren ist nochmals mehr Vorsicht geboten. Mit einer guten Aufklärung in Tierarzt-Praxen während der Festtage kann Tier und Mensch eine Menge Leid erspart werden, auch wenn es nur gut gemeint ist. So wird Weihnachten auch wirklich für alle ein Fest.

Quellen:

https://www.zza-online.de/branche/branche/article/gfk-studie-gibt-aufschluss-ueber-ernaehrungstrends-bei-hund-und-katze.html
https://www.drhoelter.de/tierarzt/blog/so-feiern-sie-weihnachten-tiergerecht-und-sicher.html
https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/weihnachten/
https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/heimtiere/hunde/hunde-richtig-ernaehren/
https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0043-101858?wt.mc_id=20-mkt_17-grundrauschen_13-artikel-barf-trend-in-der-hundeernaehrung_10-tw_14-tc_15-link_16-lesen_12-170822_18-enke_11-tier_19-zgati
Nicola Stephanie Becker: „Erhebungen zur Fütterung von Hunden und Katzen mit und ohne Verdacht auf eine Futtermittelallergie in Deutschland“. München. 2009.

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Sehkraft bei alten Katzen

Nahaufnahme, ein rothaariger Kater guckt zur Seite. Thema Sehkraft bei alten Katzen - jetzt im Covetrus Blog lesen.

Für Katzen, welche ihre Bewegungen und Koordination hauptsächlich über die Augen steuern, da sie keinen so stark ausgeprägten Geruchssinn haben wie andere Tiere, sind die Augen und ihre Gesundheit von immenser Bedeutung. Nichtsdestotrotz verhält es sich bei Katzen ähnlich wie bei Menschen: Im späteren Verlauf des Lebens kann die Sehkraft nachlassen. Das kann anfänglich problematisch sein. Darüber hinaus ist es in vielen Fällen auch vermeidbar, sofern eine Krankheit zugrunde liegt und diese rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Denn obwohl auch erblindete Katzen sich in ihrer Umgebung zuverlässig zurechtfinden, ist es dennoch eine große Einbuße der Fähigkeiten der Katze. Außerdem haben Forscher herausgefunden, dass Katzen (als dritte Tiergruppe überhaupt neben Affen und Hunden) über Blickkontakt mit Menschen kommunizieren können.  Getestet wurde dabei, inwiefern Katzen menschlichen Blicken folgen können und so zu versteckten Futterplätzen finden. Daher ist ein Nachlassen der natürlichen Sehkraft im Alter mit einigen Einschränkungen verbunden. Doch wie kommt es dazu?

Nachlassen der Sehkraft bei alten Katzen oftmals Folge von anderen Krankheiten

Entgegen der gängigen Meinung ist ein schlechteres Sehvermögen bei Hauskatzen oftmals nicht nur dem Alter der Katze allein geschuldet. Vielmehr handelt es sich sehr häufig um eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten oder Veränderungen des Organismus. Eine häufige Ursache ist Bluthochdruck als Folge einer hypertrophen Cardiomyopathie (HCM). Hierbei handelt es sich um eine der am meisten diagnostizierten Herzerkrankungen bei Katzen. 

Unter dem Begriff HCM versteht man eine primäre Cardiomyopathie in Kombination mit einem hypertrophen, nicht dilatierten linken Ventrikel. Diese tritt isoliert ohne andere systemische oder cardiale Anomalien auf, auf welche die HCM zurückzuführen sein könnte. Im Gegensatz zu Hunden, bei denen sich diese Form des Herzfehlers durch Husten und andere Symptome bemerkbar machen kann, treten bei Katzen vor allem Kurzatmigkeit und Appetitlosigkeit auf. Eine weitere mögliche Grunderkrankung, die zur Verschlechterung des Augenlichtes führen kann, ist eine chronische Niereninsuffizienz.

Bluthochdruck als mögliche Folge einer hypertrophen Cardiomyopathie

Bluthochdruck kann bei Katzen schwerwiegende Folgen für die Sehkraft haben. Der erhöhte Blutdruck kann ein Platzen der sehr kleinen und zarten Gefäße im Augenhintergrund verursachen. Daher sollten Sie als Tierarzt bei Untersuchungen von Bluthochdruck auch immer den Augenhintergrund inspizieren, um mögliche Schäden bereits frühzeitig erkennen zu können. Bei akuten Fällen weisen die Katzen erweiterte Pupillen auf und erscheinen verwirrt. Hierbei handelt es sich um einen Notfall, der unbehandelt zur Blindheit der Katze führen kann. Weisen Sie Katzenbesitzer auf diese Symptome hin.

Chronische Niereninsuffizienz als weitere Ursache für Augenschädigungen bei Katzen

Eine weitere, sehr häufige Ursache ist die chronische Niereninsuffizienz (CNI), die laut Statistiken bei bis zu 30 % der älteren Katzen auftritt.  Dabei entwickelt sich die CNI nicht akut, sondern schleichend über eine lange Zeit. Da die Schädigung der Niere nicht mehr reversibel ist und die ersten Anzeichen erst bei ca. 70 % zerstörtem Nierengewebe auftreten, kann es oftmals schwierig für Sie sein, eine rechtzeitige Diagnose zu stellen.

Unbehandelt verläuft die CNI tödlich. Daher empfiehlt es sich, ab einem gewissen Alter der Katze regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Eine CNI lässt sich schließlich nur im Bluttest zuverlässig feststellen. Anzeichen für eine entsprechende Erkrankung sind Lethargie, Appetitlosigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Allerdings können auch weitere Symptome auf eine CNI hindeuten. Diese müssen in der Anamnese kontrolliert werden.

Wie bei der HCM führt eine CNI sehr häufig zu Bluthochdruck, welcher sich sehr schädlich auf die Augen und Sehkraft des Tieres auswirken kann.

Verschiedene Augenkrankheiten als Auslöser von Sehschwächen

Wenn das Auge selbst direkt von einer Krankheit betroffen ist, kann dies auch zur Verschlechterung der Sehleistung führen. Hierbei stehen Veränderungen der Netzhaut sowie der graue Star (Katarakten) bzw. grüne Star (Glaukom) im Vordergrund.

Als grauer Star wird eine gräuliche Trübung der Linse bezeichnet, die im weiteren Krankheitsverlauf fast ins weißliche gehen kann. Obwohl schmerzfrei, führt diese Entwicklung zu einem immer weiter absinkenden Sehvermögen des Tieres. Der graue Star ist bei Katzen, wie bei Menschen, oft eine Alterserscheinung. Jedoch kann dies auch ein Anzeichen für eine Diabeteserkrankung der Katze sein.

Bei einem grünen Star handelt es sich um einen erhöhten Augeninnendruck, durch welchen sich die Pupille weitet und auch bei direktem Lichteinfall nicht so zusammenzieht, wie sie es normalerweise tut. Der erhöhte Druck im Inneren des Auges verursacht auch bereits eine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Unbehandelt gibt die Augenhülle irgendwann nach und der Augapfel vergrößert sich stark. Dazu kommt eine Eintrübung der Hornhaut, was letztendlich zur Erblindung der Katze führt.

Sehschwächen bei Katzen im Alter

Es ist grundsätzlich festzuhalten, dass Sehschwächen bei älteren Katzen häufig nicht „einfach so“ auftreten, wie wir es vom Menschen kennen. Viel öfter sind andere Grunderkrankungen dafür verantwortlich und das Nachlassen des Sehvermögens (bis hin zum Erblinden) der Katze ist lediglich eine Art Symptom bzw. Folge dieser diversen Grunderkrankungen. Es lässt sich sagen, dass Katzen im späteren Teil des Lebens auch mit besonderem Augenmerk auf die Sehleistung regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zum Tierarzt gebracht werden sollten.

Insbesondere im Hinblick auf die HCM, CNI sowie die häufigsten Augenkrankheiten sollten Sie als Tierarzt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen, um die Chancen auf Heilung bzw. Minimierung der Auswirkungen der Krankheit frühzeitig zu maximieren. Dies gilt in besonderem Maße, da einige Erkrankungen, welche im Alter der Katze zu Beeinträchtigungen der Sehleistung führen können, erst sehr spät Symptome aufweisen können. Eine vollumfängliche Anamnese ist daher maßgeblich, um verdeckte Ursachen des Nachlassens der Sehkraft bei älteren Katzen zu erkennen.

Quellen:

https://www.catplus.de/hauskatze/sinnesleistungen/katzenaugen/
https://www.vetzentrum.de/ratgeber/augenkrankheiten-bei-der-katze-erkennen/
https://www.tiermedizinportal.de/tierkrankheiten/katzenkrankheiten/bluthochdruck-hypertonie-bei-der-katze/485348
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0160289618300035?via%3Dihub
Kittleson u.a.1998 in: Small animal cardiovasculare medicine. S 248, 259.
https://tierarztpraxis-rogalla-rummel.de/wissenswertes/chronische-niereninsuffizienz-cni-bei-der-katze/

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Wann haftet der Tierarzt?

Tierarzt Haftung Covetrus Blog

Als Tierarzt tragen Sie eine große Verantwortung. Selbst scheinbar kleine Behandlungsfehler können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Doch wann genau haften Sie und wer muss den Fehler beweisen? Grundlage für die Beantwortung dieser Fragen ist, inwiefern Sie sich nach den aktuellen medizinischen Standards verhalten haben. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind außerdem Sie als behandelnder Arzt und nicht der Besitzer des betroffenen Tieres in der Beweispflicht. Umso wichtiger ist, dass Sie Ihre ärztlichen Pflichten stets sorgfältig einhalten. Darunter fallen unter anderem eine umfassende Untersuchung sowie die Wahl, Durchführung und Dokumentation sachgemäßer Behandlungsmethoden. Zahlreiche Urteile aus den letzten Jahren zeigen, dass jeder Fall tatsächlich immer individuell betrachtet werden muss. Nicht zuletzt dann ist eine vollständige Dokumentation Ihrer Behandlung von großer Bedeutung. Hier erfahren Sie, wann Sie als Tierarzt haften, wie die Gerichte in Einzelfällen urteilten und wie Sie sich absichern.

Wann haftet der Tierarzt?

Wir schreiben das Jahr 2010. Ein Pferd wird von einem anderen Pferd gegen das Bein getreten und die Pferdebesitzerin ruft einen Tierarzt, um das geschädigte Tier zu behandeln. Dieser verschließt die Beinwunde ohne weitere Untersuchung und verlässt die Szene wieder. Später wird eine Beinfraktur festgestellt, die Behandlung ist erfolglos und das Tier muss eingeschläfert werden. Die Pferdebesitzerin verklagt den Tierarzt: Dieser hätte schon bei der ersten Behandlung eine Fissur, die zur Fraktur führen kann, erkennen müssen. Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigt den groben Behandlungsfehler in Form eines Befunderhebungsfehlers des Tierarztes. Doch führte dieser Fehler auch letztendlich zur Fraktur?

Lange Zeit waren es die Tierhalter, die Behandlungsfehler von Tierärzten nachweisen und auch die Kausalität von fehlerhaftem Verhalten und den Folgeschäden aufführen mussten. Ein Behandlungsfehler ist allgemein ein Fehler aufgrund der Zuwiderhandlung gegen allgemein anerkannte medizinische Standards. Als grob bezeichnet man einen solchen Behandlungsfehler dann, wenn er einem Arzt objektiv gesehen unter keinen Umständen unterlaufen darf.

Auf Grundlage des geschilderten Rechtsfalls von 2010 kam es am 10.05.2016 zu einem Urteil des Bundesgerichtshofs: Die in der Humanmedizin geltende Beweislastumkehr gilt auch für tiermedizinische Fälle. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Fehlern bei der Behandlung von lebenden Organismen, wie es bei Menschen und Tieren der Fall ist, steht der behandelnde Arzt in der Beweislast.

Für Sie als Tierarzt bedeutet dies, dass Sie beweisen müssen, dass Sie Ihren ärztlichen Pflichten in jedem Punkt nachgekommen sind. Eine lückenlose Behandlungsaufklärung und Dokumentation sind dabei neben der sachgemäßen Behandlung wesentliche Kriterien. Anhand dieser kann der tiermedizinische Sachverständige, der im Falle eines Gerichtsprozesses eingeschaltet wird, Kausalitäten und Verantwortungen nachvollziehen.

Ihre Pflichten als Tierarzt

In dem Fall des geschädigten Pferdes sprach das Gericht dem Tierarzt einen Befunderhebungsfehler zu. Der Arzt hat es versäumt, das Pferd gründlich zu untersuchen, und somit eine unzureichende Diagnose gestellt, die zu einem Behandlungsfehler führte. Auch bei der Wahl und der Durchführung einer Behandlungsmethode können Fehler passieren, für die Sie als behandelnder Tierarzt haften. Dies zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Ansbach vom 13.07.2017. In diesem Fall führte ein Tierarzt eine Kastration eines Pferdes im Stehen durch und verschloss die OP-Wunden mit Metallklammern. Diese entfernte die Pferdebesitzerin später auf ärztliche Anweisung hin selbst. Eine Nachkontrolle durch den Arzt erfolgte nicht. In der Folge trat eine Samenstrangfistel beim Tier auf, die eine Folgebehandlung verlangte. Die Tierhalterin klagte gegen die Übernahme der zusätzlichen Kosten. Das Gerichtsurteil war klar: Der Arzt hatte sich für eine nicht aktuelle Kastrationsmethode entschieden, die das Tier unnötigen Risiken aussetzte. Auch verzichtete er auf die notwendige Nachkontrolle.

Ein ähnlicher Fall führte schon ein Jahr zuvor zu einem Gerichtsurteil. Laut dem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 12.09.2016 kam der behandelnde Arzt neben der unsachgemäßen Behandlung, die ein Multiorganversagen des Pferdes während der Kastration nach sich zog, seiner Aufklärungspflicht nicht nach. Der Arzt hatte vor der Operation den Pferdebesitzer weder über die unterschiedlichen Behandlungsmethoden noch über deren Risiken aufgeklärt. Laut einem Urteil vom 13.01.2015 des Oberlandesgerichts Hamm gilt eine vertragliche Aufklärungspflicht bei besonders risikoreichen Behandlungen. Dies beinhaltet sowohl eine Information über Risiken als auch über mögliche Behandlungsalternativen.

Schließlich stehen Sie in einer Dokumentationspflicht. Sie sind dazu verpflichtet, Tierhaltern die Behandlungsunterlagen ihrer Tiere auf deren Wunsch auszuhändigen, wie Laborberichte, Röntgenbilder und Operationsberichte. So musste nach einem Urteil des Amtsgerichts Mülheim an der Ruhr vom 21.07.2016 eine Hundehalterin die Kosten für eine Operation an ihrem Hund nicht übernehmen, da der Tierarzt diese nicht dokumentierte und auch die Röntgenbilder nicht bereitstellen konnte.

Besondere Fälle und Urteile

Behandlungsfehler können nicht nur dazu führen, dass Sie auf den Behandlungskosten sitzen bleiben. Unter Umständen kann der Tierhalter auch Schadensersatz verlangen. Dies ist vor allem bei wertvollen Tieren wie beispielsweise Sport- und Zuchtpferden der Fall. Bei finanziellen Interessen des Tierhalters sollen Sie also besonders die Aufklärungspflicht einhalten.

Neben Fehlern bei der Behandlung von Verletzungen und Krankheiten, zum Beispiel im Rahmen einer Operation, kann es auch bei mangelhaften Ankaufsuntersuchungen zu Streitfällen kommen. Grundsätzlich können sowohl der Verkäufer als auch der Tierarzt dafür haften, wenn der Käufer das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung des Tieres vor dem Kauf infragestellt und vom Kauf zurücktreten will. Hier können Sie sich absichern, indem Sie eine Haftungsbeschränkung mit dem Verkäufer vereinbaren.

Doch wer haftet, wenn Sie selbst bei der Behandlung eines Tieres Schäden erleiden? Ein solcher Fall landete 2016 vor dem Oberlandesgericht Hamm. Ein Tierarzt wurde während der Behandlung eines Fohlens von der Stute getreten. In der Regel haftet der Halter bei Schäden, die durch sein Tier entstehen. Jedoch ist zu klären, inwiefern auch der Tierarzt Verantwortung für das Verhalten des Tieres trägt, das zum Schaden führte. In dem speziellen Urteil wurde dem Tierarzt eine Mitschuld zugesprochen, da der Schaden verhindert hätte werden können. Die Reaktion der Stute sei voraussehbar gewesen, da sich beide Tiere zum Zeitpunkt der Behandlung in einer engen Box befanden und die Stute großem Stress ausgesetzt war. Auch hier ist also verantwortungsvolles und sachgemäßes Verhalten aus Sicht des Arztes gefragt.

Schließlich gibt es viele Situationen, bei denen ein Behandlungsfehler auftreten kann. Auch der Umfang und die Art der Haftung sind letztendlich immer im Einzelfall zu klären. Die sorgfältige Einhaltung und Erfüllung Ihrer Pflichten nach den aktuell bestehenden medizinischen Standards sind dabei maßgeblich für Ihre eigene Absicherung.

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Der Bienendoktor

Bienen

Die Honigbiene spielt eine entscheidende Rolle für die biologische Vielfalt und die Produktion von Nahrungsmitteln für den Menschen. Intensive Landwirtschaft, Krankheiten und Parasiten setzen in Teilen der Welt die Population unter Druck. Giovanni Formato ist Experte für Honigbienen und setzt sich in seinem Labor für die Gesundheit der Bienen ein. Er sieht hierin eine wichtige Aufgabe für Tiermediziner.

Die Bienen zählen zu den am härtesten arbeitenden Lebewesen der Welt. Zusammen mit anderen Bestäubern sorgen sie für die Kreuzung und die Vermehrung und somit für die Vielfalt zahlloser Wild- und Kulturpflanzen. Daher haben Bienen eine zentrale Bedeutung für das Wohlergehen und die Lebensgrundlage der Menschen. Weltweit sind rund zwei Drittel der für den menschlichen Verzehr angebauten Nahrungsmittel auf Bestäubung angewiesen. Darüber hinaus produzieren Bienen weltweit jährlich 1,7 Milliarden Tonnen Honig (ganz zu schweigen von anderen Bienenprodukten wie Pollen, Propolis, Gelée Royale und Wachs). Infolge von intensiver Landwirtschaft, Pestizideinsatz, Krankheits- und Parasitenbefall hat die Anzahl der Bienen in Teilen der Welt drastisch abgenommen. Dies könnte erhebliche Konsequenzen auf unsere Nahrungsversorgung haben.

Während der Bienensektor in den Niederlanden keine wesentliche Bedeutung hat, ist er in einigen Ländern Südeuropas – insbesondere im Mittelmeerraum – sowie in den USA ein ernstzunehmender Wirtschaftszweig. Dies gilt auch für Italien, wo sich „Bienendoktor“ Giovanni Formato Tag für Tag intensiv dafür einsetzt, die Gesundheit von Bienen und Verbrauchern gleichermaßen zu erhalten.

Mit einem Arzt als Vater und einer Mutter, die ehemals als Krankenschwester tätig war, stammt der 1970 geborene Giovanni aus einem medizinisch geprägten Umfeld. Dennoch entschied er sich nicht für Human- sondern für Veterinärmedizin. „Natürlich hätte ich mir trotzdem niemals vorstellen können, dass ich letzten Endes mit Bienen arbeiten würde. Ich begann mein Studium mit dem Gedanken, Haustier-Veterinär zu werden. Später änderte sich meine Vorliebe hin zu Nutztieren.“ Nachdem er den entsprechenden Abschluss erworben hatte, arbeitete er eine Weile als Volontär, u. a. bei dem wissenschaftlichen Institut, wo er auch heute noch tätig ist. Anschließend absolvierte er ein Masterstudium in Pathologie der Honigbienen an der Universität Pisa. „Als ich hier anfing, wurde der Bienensektor nicht sehr ernst genommen; man betrachtete ihn eher als etwas für Leute, die sich hobbymäßig mit Bienen beschäftigen. Ich begann damit, Protokolle für Bienenkrankheiten zu erarbeiten. Später bat man mich, innerhalb unseres Instituts einen Bereich für Bienenforschung aufzubauen, aus dem letztlich das Labor für Bienenkunde wurde, das ich heute leite.“

In seiner Abteilung fokussiert sich Giovanni auf Krankheiten der Honigbiene. „Wir entwickeln Präventionsmethoden für Bienenzüchter, um sie zu befähigen, ihre Bienenvölker gesund zu erhalten und Krankheiten erkennen und dagegen angehen zu können. Wir arbeiten eng mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen zusammen, da das Interesse an Nahrungsmittelsicherheit und biologischer Vielfalt groß ist.

Bedeutung der Bienen

„Bienen sind nicht nur aufgrund ihrer Produkte, wie z. B. Honig, von großer Bedeutung, sondern vor allen Dingen, weil sie die biologische Vielfalt und die Pflanzenproduktion garantieren“, so Giovanni. „Ein Großteil der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen wird durch Bienen bestäubt. Aus diesem Grund sind sie unverzichtbar für die weltweite Nahrungsmittelproduktion. Da Bienen ihre wichtige Tätigkeit im Grunde kostenlos ausführen, wurde ihnen bislang keine große Aufmerksamkeit geschenkt. In den letzten Jahren gab es jedoch eine alarmierende Anzahl an Fällen von massivem Bienensterben, wodurch die Bedeutung einer gesunden Bienenpopulation größere Beachtung fand. Mit unserem Institut versuchen wir weltweit, Regierungen diese Wichtigkeit zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen arbeiten wir an der Bekämpfung von Krankheiten, die den Bestand der Honigbienen bedrohen. Unser Ziel ist es, die Qualität der Bienenhaltung zu verbessern und Bienenprodukte auf ein hohes Niveau zu bringen und dieses auch langfristig zu halten.“

Bienenstöcke
In seiner Abteilung fokussiert sich Giovanni auf Krankheiten der Honigbiene.
Foto: Privat von Giovanni Formato.

Gefahren für die Bienen

Laut Giovanni sind Bienenvölker durch eine Vielzahl von Faktoren gefährdet. „Durch den globalen Handel mit Bienenvölkern sowie mit Obst und anderen Feldfrüchten verbreiten sich alle möglichen Krankheitserreger und Parasiten extrem schnell. So z. B. der Kleine Beutenkäfer () Aethina tumida ), ein Parasit, der ursprünglich aus Südafrika stammt, jedoch schon seit fünf Jahren auch in Süditalien auftritt, und ganze Bienenvölker vernichten kann. Bienenzüchter und Tiermediziner gleichermaßen sind auf dieses Szenario nicht hinreichend vorbereitet. Ihnen fehlen das erforderliche Wissen, die Ressourcen und eine funktionierende Zusammenarbeit, um den Käfer erfolgreich zu bekämpfen. Auch wenn es gelungen ist, den Parasiten in Sizilien auszurotten, lässt sich die Ausbreitung auf dem Festland nicht mehr aufhalten und er wird sich letztlich in ganz Europa ausbreiten. Das einzige, was wir tun können, ist, die Bienenhalter zu informieren, wie die Kontamination verhindert und somit die Verbreitung verlangsamt werden kann.“ In den USA breitete sich der Kleine Beutenkäfer innerhalb von vier Jahren von Kalifornien in alle anderen Bundesstaaten aus und hatte damit verheerende Folgen für die Bienenpopulation.

Eine weitere Bedrohung für die Bienen stellt die intensive Landwirtschaft dar. „Aufgrund des in der Landwirtschaft praktizierten Monokultur-Anbaus finden Bienen nicht mehr ausreichend Nahrung“, erklärt Giovanni. „Auf der ganzen Welt findet man vielerorts extensiv bewirtschaftete Bereiche, in denen nur eine einzige Kulturpflanzensorte, wie z. B. Soja, angebaut wird. Damit können Bienen nichts anfangen. In der Landwirtschaft ist unbedingt ein nachhaltigeres Konzept mit einer größeren Artenvielfalt erforderlich. Möglich wird dies durch den Anbau von Kulturpflanzen, von denen Bienen und andere Bestäuber sich ernähren können sowie durch die Bereitstellung von honigtragenden Pflanzen (Trachtpflanzen), die in von starker Monokultur geprägten Regionen eine Futterquelle für die Bienen darstellen.“

Auch der häufige Pestizideinsatz in der Landwirtschaft hat katastrophale Folgen für die Bienen. „Besonders im Frühjahr, wenn sie vielerorts massive Vergiftungen hervorrufen“, so Giovanni. „Dies hat nicht nur große Verluste bei den Bienenbeständen zur Folge, sondern das eingesetzte Gift landet letztlich auch im Honig und anderen Erzeugnissen aus der Bienenzucht. In einigen Regionen ist es aufgrund der fatalen Kombination aus Monokultur und Pestiziden nicht einmal mehr möglich, Bienen zu halten.“

Mangel an Wissen

Trotz der zahlreichen Bedrohungen, mit denen die Honigbienen zu kämpfen haben, ist – im Widerspruch zur landläufigen Meinung – kein globaler Rückgang in der Bienenpopulation festzustellen. „Im Gegenteil. Tatsächlich nimmt die Anzahl der Honigbienen weltweit zu“, erklärt Giovanni. „Laut der FAOSTAT ist eine gewisse Zunahme zu erkennen, insbesondere in Asien.“ Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Anlass zur Sorge gibt. „Die Verbreitung sowie die Zunahme von Bienenkrankheiten über ganze Kontinente hinweg ist ein Grund für große Besorgnis. Ich hoffe sehr, dass Tiermediziner sich stärker auf dem Bienensektor engagieren werden. Ihre Fachkompetenz wird dringend benötigt. Nicht nur zur Erkennung und Bekämpfung von Krankheiten, sondern auch, um Bienenzüchter über eine gute Bienenhaltungspraxis (Good Beekeeping Practices, GBP) zu informieren und somit andere Probleme (Sterblichkeit von Honigbienen, Anwendung von Tierarzneimitteln) zu verhindern. Leider verwenden Bienenzüchter mitunter alle möglichen legalen und illegalen Substanzen, einschließlich Antibiotika – eine Praxis, die nur unzureichend durch Tierärzte oder andere Behörden kontrolliert wird. Allerdings herrscht auch bei den Tiermedizinern ein großer Mangel an Wissen.

An zahlreichen veterinärmedizinischen Fakultäten findet dieses Thema nur geringe oder gar keine Beachtung und es gibt so gut wie keine Regulierung. Es ist jedoch wie bei anderen Nutztieren – denn genau das sind sie – auch: Eine gute Regulierung ist wichtig für Wohlergehen und Nahrungsmittelsicherheit gleichermaßen. Tiermediziner spielen dabei eine wichtige Rolle: Mit verantwortungsvoller Verwendung von verschreibungspflichtigen Medikamenten und einer guten Unterstützung beim Umgang mit diesen kann viel erreicht werden. Glücklicherweise wird dies auch in der Welt der Tiermedizin erkannt und zunehmend steht im Studium der Veterinärmedizin auch die Bienenheilkunde auf den Lehrplänen.“ Seit dem laufenden Studienjahr bietet die veterinärmedizinische Fakultät in Utrecht einen Fakultativ-Kurs in Bienengesundheit für Studenten im zweiten Studienjahr an.

Regierungen

Auch Regierungen spielen eine wichtige Rolle, stellt Giovanni fest. „Erst einmal mit einer guten Politik für eine nachhaltigere Landwirtschaft und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Bienenzüchtern und Tiermedizinern. Darüber hinaus plädiere ich für strenge Regulierungen im Hinblick auf den Einsatz von Medikamenten. Dieser sollte nur auf Rezept eines Veterinärs hin gestattet sein. Auf europäischer Ebene hat die EU jetzt Mittel für Bienenhalter bereitgestellt, die bei der Bekämpfung von Krankheiten und Parasiten einen nachhaltigen Ansatz verfolgen oder sich für Bienenarten entscheiden, die eine höhere Resistenz gegen diese aufweisen. Ich habe den Eindruck, dass der Landwirtschaftssektor sowie nationale und supranationale Organisationen zunehmend die Bedeutung einer gesunden und nachhaltigen Bienenhaltung erkennen.

“Es ist wichtig, dass die Welt der Tiermedizin nachfolgt. Giovanni erzählt: „Als ich mit dem Studium der Tiermedizin begann, ging es hauptsächlich um Rinder und Pferde. Später jedoch wurde zunehmend auch Hunden und Katzen Aufmerksamkeit geschenkt und heute beispielsweise auch der Aquakultur. Die Veterinärmedizin folgt diesbezüglich den Bedürfnissen der Gesellschaft. Ich hoffe, dass auch der Bereich der Bienenzucht seitens der Tiermediziner die Aufmerksamkeit erhalten wird, die ihm zusteht. Denn, wenn die Tierärzte sich nicht darum kümmern, werden es andere tun – mit allen daraus folgenden Konsequenzen. Denn nur Tiermediziner verfügen über ausreichende Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der Medizin und der Pathologie. Daher müssen sie sich meiner Meinung nach dieser Sache annehmen.“

„Es ist wichtig, dass die Bienen wie jeder andere Nutztiersektor behandelt werden. Nicht nur im Interesse von Tierärzten und Bienenzüchtern, sondern auch für die öffentliche Gesundheit, die Sicherheit von Nahrungsmitteln und den Schutz natürlicher Lebensräume.“

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Die Biographie von Giovanni Formato (1970)

Studium: Veterinärmedizin, Universität Bologna (1998), Master in Lebensmittelsicherheit von Tierprodukten – Universität Bologna (2003), Master in der Pathologie der Honigbienen, Universität Pisa (2009).

Tätigkeit: Leitung des Labors für Bienenzucht, Honigbienenprodukte und -krankheiten, Istituto Zooprofilattico Sperimentale del Lazio e della Toscana (IZSLT), Rom.

Außerdem: Vorsitzender des italienischen wissenschaftlichen Veterinärausschusses für Bienenzucht (Società Scientifica Veterinaria per l’Apicoltura; SVETAP).

Quelle:

Dieser Artikel wurde aus dem Niederländischen übersetzt und erstmals in der Juniausgabe 2019 des von Covetrus Netherlands herausgegebenen Tierarztmagazins VET veröffentlicht.

Author: Joan Koele.