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Lungenwürmer bei Hund und Katze

Thema: Lungenwurm bei Hund und Katze. Jetzt im Covetrus Blog lesen.

Das Auftreten von Lungenwürmern unter Hunden und Katzen galt bis vor zwei Jahrzehnten noch vor allem auf endemische Hotspots in Frankreich, England und Dänemark beschränkt. In den vergangenen Jahren finden diese Parasiten allerdings immer weitere Verbreitung und stellen eine Herausforderung in der Kleintierpraxis dar. Neben dem steigenden Infektionsdruck durch die Verbreitung in der Wildtierpopulation (vor allem unter Füchsen) begünstigt der Zugang zu Zwischenwirten durch Freilauf der Hunde und Katzen eine Aufnahme der Parasiten. Darüber hinaus kann ein Befall mit Lungenwürmern über lange Zeit asymptomatisch verlaufen und wird daher oft spät oder gar nicht diagnostiziert. Zieht man in Betracht, dass Lungenwürmer gravierende bis letale pathologische Folgen nach sich ziehen können, die Prognose allerdings bei einer rechtzeitigen Diagnose und Behandlung mit effektiven Anthelminthika sehr gut ist, ist der geschärfte tierärztliche Fokus auf diese Parasiten lohnend.

Angiostrongylus vasorum, Crenosoma vulpis und Aelurostrongylus abstrusus – die häufigsten Lungenwürmer bei Hund und Katze

Unter den vier in Zentraleuropa vorkommenden Lungenwürmern des Hundes sind die beiden Fadenwürmer Angiostrongylus vasorum und Cremosoma vulpis am weitesten verbreitet. Die parasitierenden weiblichen Würmer legen dabei jeweils ihre Eier ab, aus denen sich in der Lunge des Hundes das erste Larvenstadium entwickelt. Dieses wird über die Trachea in den Schlund transportiert, gelangt von dort in den Magen-Darm-Trakt und wird mit dem Kot ausgeschieden. Als Zwischenwirt für eine Entwicklung vom Larvenstadium I zum infektiösen Larvenstadium III dienen Schnecken. Die Hunde infizieren sich entweder durch den Verzehr infizierter Schnecken selbst oder durch eine orale Aufnahme infektiöser Larven etwa durch das Fressen von Gras. Der weitere Infektionsweg der Larven III erfolgt über den Darm des Hundes, die Darmwand, auf dem Blutweg in die Leber und von dort über das Herz in die Lunge.
Unter den Katzen ist Aelurostrongylus abstrusus der am weitesten verbreitete Nematode des Respirationstraktes. Eine Studie unter 4.067 Katzen in der Schweiz ergab dabei im Jahr 2018 eine Prävalenz von 10,7 Prozent. Der Infektionsweg verläuft hierbei äquivalent zu den Lungenwürmern des Hundes mit dem Unterschied der Aufnahme der infektiösen Larven. Während für Aelurostrongylus abstrusus ebenfalls Schnecken als Zwischenwirt fungieren, nehmen Katzen die infektiösen Parasiten vor allem über ihre Beutetiere, Mäuse, Vögel und Frösche, auf, die als paratenische Wirte dienen.

Klinische Symptome einer Lungenwurminfektion

Eine Infektion mit C. vulpis bei Hunden führt zu respiratorischen Symptomen wie Husten, Tachypnoe, Schleimauswurf, Nasenausfluss und Niesen. Das Spektrum der klinischen Symptome einer Infektion mit A. vasorum hingegen ist deutlich breiter, weshalb auch bei nicht respiratorischen Symptomen eine Abklärung auf einen Befall mit Lungenwürmern angezeigt sein kann. Mit A. vasorum infizierte Hunde können gänzlich ohne klinische Symptome bleiben. In den häufigsten Fällen dominieren auch hier respiratorische Anzeichen. Gerade im Fall von chronischen Verläufen können allerdings auch Koagulopathien, Anorexie, Leistungsintoleranz und Störungen des zentralen Nervensystems auftreten. Ein Verschluss der Lungen- oder anderer wichtiger Arterien beziehungsweise eine Herzinsuffizienz kann letale Folgen haben.
Ein Befall der Katze mit Aelurostrongylus abstrusus bleibt in vielen Fällen asymptomatisch. Treten Symptome auf, handelt es sich um respiratorische Beeinträchtigungen, Husten und diffuse Erscheinungen wie Leistungsintoleranz.

Infektionsgefahr für Haustierbesitzer

Die drei Haupt-Lungenwürmer bei Hund und Katze sind für den Menschen ungefährlich. Anders sieht es jedoch beim Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila) aus. Dieser kosmopolitische Parasit ist vor allem bei Wildcaniden und Igeln vorzufinden, kann aber in seltenen Fällen auch Haushund und Katze befallen. Auch Infektionen des Menschen sind nicht gänzlich ausgeschlossen. Diese erfolgt über die orale Aufnahme infektiöser Larven, die sich in den Atemwegen etablieren und zu Bronchitis und Husten führen können.

Die Diagnostik von Lungenwürmern

Die gängige Diagnostik von Lungenwürmern erfolgt über die Untersuchung des frischen Kots, aufgrund der unterschiedlichen Ausscheidung der Larven in einer 3-Tages-Sammelprobe im Larven-Auswanderverfahren nach Baermann-Wetzel. Die Larven werden dabei frühestens 40 Tage nach einer erfolgten Infektion im Kot ausgeschieden.
Ebenfalls möglich ist ein Nachweis zirkulierender Antigene und Antikörper mittels ELISA. Für den Aelurostrongylus abstrusus der Katze ist diesem Verfahren dabei eine wachsende Bedeutung beizumessen, da die Ausscheidung der Larven über den Kot früh sistieren kann. Bildgebende Verfahren können darüber hinaus Auskunft über Verlauf und Schweregrad der Infektion geben und eine Behandlung unterstützen.

Behandlung eines Befalls mit Lungenwürmern

Eine Behandlung erfolgt sowohl für C. vulpis als auch A. vasorum mit Anthelminthika aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone. Empfohlen wird etwa eine Dosis von 2,5 mg/kg Körpergewicht Moxidectin in einer Spot-On-Behandlung mit einer möglichen Wiederholung nach vier Wochen oder eine Behandlung mit Milbemycinoxim in einer Dosis von 0,5 mg/kg KG einmal wöchentlich über vier Wochen. Diese Präparate sind auch zur Prophylaxe in endemischen Gebieten zugelassen. Wurde der Lungenwurmbefall rechtzeitig diagnostiziert, ist die Prognose in der Regel sehr gut. Treten hochgradige klinische Symptome bzw. Superinfektionen auf, können Antibiotika und Glukokortikoiden die Behandlung unterstützen. Die Diagnose und Behandlung von Lungenwurminfektionen sind in der Kleintierpraxis mit wenig Aufwand verbunden und können dabei effizient weitreichende pathologische Folgen für Hund und Katze verhindern.

Quellen:

https://www.esccap.org/uploads/docs/pa077iig_ESCCAP_2012_Factsheet_Angiostrongylus_d_def_310812.pdf

http://www.esccap.ch/2-uploads/praxis/ESCCAP%20CH_GL%20Endo%20rev_d_def_200415.pdf

https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/35881/2/KleintierKonkret_Schnyder_Berlin_01_07_2010.pdf

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0304401719300068?via%3Dihub

https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/93531/1/ZORA_NL_93531.pdf

https://www.esccap.ch/demo/wp-content/uploads/2019/01/ESCCAP-CH_HenrySchein_ToT_MS_Lungenwuermer-bei-Hund-und-Katze_PF_031117.pdf

Weiter zum Artikel Valentinstag: Jeder Fünfte zieht Haustier dem Partner vor

Zahnmedizin für Haustiere ist mehr als Routine

In vielen Tierarztpraxen und -kliniken wird die Zahnpflege als Routineangebot betrachtet oder sogar vernachlässigt. Die Tiergebisse werden möglicherweise gereinigt oder bei Problemen Zähne gezogen. Doch für bedürftige Tiere gibt es genau wie in der humanen Zahnmedizin neue Ansätze in der spezialisierten Behandlung. Einige Tierärzte und -ärztinnen haben das bereits erkannt und Wege gefunden, sich in fortgeschrittener Pflege und Zahntechnik ausbilden zu lassen, ähnlich wie das, was für die Bedürfnisse der menschlichen Zähne verfügbar ist. Die Ausbildung reicht von der Behandlung verschiedener Parodontalerkrankungen über die Endodontie bis hin zur Radiologie.

Parodontalerkrankungen sind die häufigsten klinischen Zahnbeschwerden, die bei der Untersuchung von Haustieren wie Katzen und Hunden auftreten. Tierärzte können in diesem Bereich zu Spezialisten ausgebildet werden, um die Untersuchung der Maulhöhle, Zahnreinigung, Zahnsteinentfernung und Politur, zahnärztliche Röntgenaufnahmen, das Begutachten der Aufnahmen mit anschließender Diagnose und sogar Zahnfleischchirurgie durchzuführen. Es gibt die Möglichkeit der Parodontaloperationen, einschließlich des Knochenregenerationsverfahrens.

Im Bereich der Endodontie können Behandlungstherapien angeboten werden, die den Zahn einschließlich der Pulpa des Zahnes, seiner Nerven und Blutgefäße betreffen. In der Orthodontie können auch bei Haustieren Zahn- und Skelettfehlstellungen korrigiert werden. Durch den Einsatz von Chirurgie- und Kieferorthopädiegeräten werden Tierärzte zu Spezialisten weitergebildet, damit sie u.a. die Ursachen von Zahnfehlstellungen feststellen, die Wiederherstellung der Gesichtssymmetrie oder eine Korrektur von Zahnfehlbildungen vornehmen können.

Ein Einsatz von Prothetik kann dem kranken Tier helfen, beschädigte Zähne zu stärken, Zähne zu erhalten, die eine Fraktur aufweisen, mögliche Schmerzen minimieren, die durch beschädigte Zähne mit freiliegenden Nerven und Pulpa verursacht werden. Die Funktion fehlender Zähne kann durch den Einsatz von Implantaten wiederhergestellt werden.

Die Schulung im Bereich der Radiologie vermittelt dem Spezialisten das Verständnis für die Entwicklung und Anwendung von Röntgenuntersuchungen und Zahnkarten. Dieses Fachgebiet ist besonders wichtig für die Maul-, Kiefer- und Gesichtschirurgie beim Haustier mit ernsten Bedürfnissen durch einen Gaumenfehler, Zahnverlust, Maultumoren oder Kieferfrakturen und Kieferaufbau.

Die Zahnmedizin für Haustiere ist ein so umfangreiches Feld wie die Zahnheilkunde für den Menschen. Sie spielt eine große Rolle für den Gesamtgesundheitszustand und das Wohlbefinden eines Tieres und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden.

Quelle:

https://northamerica.covetrus.com/home/dentistry/2017/02/15/specialized-dentistry-for-pets

Pflege der Hundepfoten im Winter

Tollen Sie im Winter gern mit Ihrem Hund draußen herum und können es kaum erwarten, bis der erste Schnee fällt und Sie raus können? Oder lieben Sie eher wärmere Tage und machen nur kürzere Spaziergänge oder Ausflüge. Ob so oder so, der winterliche Aufenthalt im Freien birgt seine Gefahren.

Lassen Sie sich nicht den Winter durch eine der häufigsten Beschwerden verderben, die Ihren Hundefreund treffen kann: eine Pfotenverletzung. Eine Pfotenverletzung kann sie beide sehr ärgern. Dabei kann man gegen so etwas vorbeugen.

7 Regeln für gesunde Hundepfoten:

  1. Schneiden Sie das Fell zwischen den Pfotenballen, da sich hier Schnee und Wasser ansammeln. Kommt es darüber hinaus zu einer Verletzung und das Fell gelangt in die Wunde, wirkt es als Fremdkörper und behindert die Heilung.
  2. Schmieren sie die Pfoten mit einer Salbe, einem Öl, einer Creme mit geringem Wassergehalt oder mit Vaseline ein. Sofern Sie sich nicht hundertprozentig sicher sind, gibt es auf dem Markt spezielle Mittel, die genau für diesen Zweck bestimmt sind.
  3. Achten Sie darauf, wo sich Ihr Hund bewegt. Am schädlichsten sind Salz und Eis. An scharfen Eiskanten kann sich der Hund leicht seine Pfoten aufschneiden.
  4. Waschen Sie dem Hund nach der Rückkehr von einem winterlichen Spaziergang oder Ausflug die Pfoten mit lauwarmem Wasser und trocknen Sie sie gut ab! Da Sie mit Salz gestreuten Straßen oder Fußwegen wahrscheinlich nicht ausweichen können, ist dieser Punkt außergewöhnlich wichtig.
  5. Überprüfen Sie bei Ihrem Liebling den Zustand der Pfoten. Verwundet können nicht nur die Pfotenballen sein, sondern auch die Zehenzwischenräume, die Krallen oder das Krallenbett.
  6. Stellen Sie raue und rissige Pfoten fest, benutzen Sie spezielle Schuhe aus Neopren oder Leder.
  7. Beginnt Ihr Hund zu hinken, hat er sichtbare Veränderungen an den Pfoten und manchmal gar keine Lust sich zu bewegen, dann ist es höchste Zeit, den Tierarzt aufzusuchen.

Wir wünschen einen schönen Winter voller Spaß im Freien!

Hunde- und Katzenhaltung im Sommer

Der Sommer ist für die meisten von uns die liebste Jahreszeit. Man genießt das warme Wetter, die Urlaubszeit, macht Ausflüge und geht schwimmen. Eben deshalb ist aber der Sommer für den menschlichen und tierischen Organismus sehr anstrengend, da dieser größeren Anforderungen ausgesetzt wird als in den anderen Jahreszeiten. Wir haben Frau Doktor Markéta Švarcová gefragt, wie wir richtig für unsere Hunde und Katzen sorgen können.

Einen schönen Tag, Frau Doktor. Auf was sollten wir als Tierhalter im Sommer am meisten achtgeben?

Guten Tag auch Ihnen und Ihren Leserinnen und Lesern. Das ist ein umfangreiches Thema. Alles ist vor allem mit den im Sommer herrschenden hohen Temperaturen verbunden. Problematisch wird eigentlich jeder Bereich der Katzen- bzw. Hundehaltung. Anfangen kann man bei der Nahrung und der täglichen Trinkmenge, weiter geht es mit Parasiten bis hin zu Hautbeschwerden.

Gut, gehen wir es der Reihe nach an. Der Frühling hat schon angefangen. Können wir irgendwelche Verhaltensänderungen unserer Tiere in den folgenden Monaten erwarten?

Ja, bestimmt. Vor allem ist die Rolligkeit bei Katzen im Zeitraum ab dem Frühling bis zum Herbst am intensivsten. Es handelt sich um die sog. Photoperiode, also die Reaktion auf die Dauer des Tageslichts. Während der Rolligkeit von im Freien lebenden Katzen ähneln ihre Laute einem weinenden Kind. Für eine Katze, insbesondere eine Hauskatze, ist dies sehr erschöpfend. Und nicht nur für sie, oft auch für die Besitzer. Die im Freien lebenden haben die Tendenz viel herumzustreunen, womit sich das Unfallrisiko (von einem Auto überfahren zu werden) oder das Risiko der Ansteckung mit einer Krankheit erhöht. Es ist wichtig sich ebenfalls bewusst zu werden, dass sich die Rolligkeit ununterbrochen und viele Wochen immer wieder wiederholt.
Ich empfehle allen meinen Klientinnen und Klienten, dass Sie sich aus den oben angeführten Gründen eine Kastration überlegen sollten, sofern Sie keinen Tiernachwuchs planen. In Zukunft beugen sie so auch vielen anderen Unannehmlichkeiten vor.

Weiter erwähnten Sie Hautbeschwerden. Diese kommen in der Sommerzeit sehr häufig vor, nicht wahr?

Stimmt. Gründe gibt es gleich mehrere. Das sehr warme Wetter kann Intertrigo, sog. Hotspots, zur Folge haben. An Stellen mit kleinen Verletzungen, in Hautfalten oder an Hängeohren kommt es zu nässenden Entzündungen. Es handelt sich um Beschwerden, die sehr schnell entstehen und starken Juckreiz verursachen. Häufig tritt dies zum Beispiel nach dem Baden auf. Dieses Problem betrifft vor allem haarige Rassen. Sie erkennen es daran, dass sich das Tier an dieser Stelle häufig kratzt, das Fell ist um die Stelle herum wie mit Honig verklebt, die Haut darunter ist gerötet, verdickt, entzündet und riecht intensiv. In Anbetracht dessen, dass der Entzündungsherd sehr schnell größer wird, empfehle ich eine schnelle erste Hilfe beim Tierarzt. Er rasiert das Fell an der betroffenen Stelle ab und desinfiziert diese. Abhängig vom Umfang der Entzündung empfiehlt er dann eine entsprechende Pflege.

Weitere Hautbeschwerden sind Verbrennungen an den Pfoten. Vermeiden Sie bei hohen Temperaturen das Laufen auf Beton und Asphalt, ebenfalls Vorsicht auf Blech. Hier ist die 5-Sekunden-Regel ideal. Legen Sie Ihre Handfläche auf den Boden des Wegs. Können Sie Ihre Hand für diese 5 Sekunden problemlos auf dem Boden halten, ist er auch für Hundepfoten geeignet.

Achten Sie bei Rassen ohne Fell während des Aufenthalts im Freien auf eine ausreichende Behandlung mit Sonnenschutzmitteln, die einen hohen Lichtschutzfaktor haben.

Wenn wir schon bei großer Hitze angekommen sind. Auf was sollen wir besonders achten?

An erster Stelle muss man sich bewusst sein, dass Hunde und Katzen viel anfälliger für eine Überhitzung sind, da sie nur begrenzt schwitzen können. Wahrscheinlich wird das sehr selbstverständlich klingen, aber in der Praxis erlebe ich leider das Gegenteil, deshalb werde ich diese Grundsätze zur Vermeidung möglicher Beschwerden lieber aufzählen:

  1. Ausreichend sauberes Wasser den ganzen Tag lang. Nehmen Sie auf Ausflüge nicht nur Wasser für sich mit – Vorsicht bei Wasser aus Pfützen, Teichen und ähnlichem.
  2. Hygiene und Aufbewahrung von Nahrungsmitteln. Das Futter sollte immer frisch sein und im Kühlen gelagert werden. Waschen Sie regelmäßig die Näpfe aus. Vorsicht auch mit Obst, insbesondere bei Steinfrüchten (z. B. können Pfirsichkerne im Verdauungstrakt hängen bleiben). Tückisch kann auch eine Vergiftung durch Pflanzen wie Maiglöckchen, Oleander oder Lilien sein. Katzen spielen gern mit diesen.
  3. Gehen Sie an warmen Tagen lieber am Morgen und am Abend mit Ihrem Hund raus. Schränken Sie während des Tages die Aktivitäten ein.
  4. Im Freien lebende Hunde müssen während des Tages die Möglichkeit haben, sich im Schatten aufzuhalten.
  5. Lassen Sie den Hund niemals im Auto zurück. Sein Organismus kann sehr schnell überhitzen und er kann einen Hitzeschlag bekommen, woran er in der Folge auch sterben kann.
  6. Eine geeignete Vorbeugung ist das Scheren des langen Fells.

Am meisten gefährdet sind Rassen mit einer kurzen Nase (sog. kurzköpfige Rassen), fettleibige, herzkranke oder allgemein kranke Tiere.

Frau Doktor, was ist eigentlich der genaue Unterschied zwischen einem Hitzeschlag und einem Sonnenstich?

Ein Sonnenstich entsteht aufgrund der direkten Sonneneinstrahlung, es kommt zur Überhitzung und folglich Anschwellung des Gehirns. Der Hitzeschlag ist eine Gesamtüberhitzung des Organismus und Dehydration. Die Symptome sind in beiden Fällen ähnlich und gefährden das Leben des Tieres.

Wie erkennt man diesen Zustand und was müssen wir tun?

Das Tier zeigt keinerlei Interesse an Aktivitäten, es hat eine erhöhte Temperatur, einen abwesenden Blick, es ist schwach, desorientiert, es hat eine erhöhte Atem- und Herzfrequenz, einen unsicheren Gang bis hin zu Krämpfen, es übergibt sich und ist nervös. Es müssen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden, und zwar in Form einer schrittweisen Abkühlung – vor allem der Pfoten und des Kopfes. Wickeln Sie das Tier in ein nasses Handtuch ein, legen Sie es an eine kühle Stelle, idealerweise auf Fliesenboden. Geben Sie ihm zu trinken und lassen Sie es nicht unbeaufsichtigt. Suchen Sie danach unverzüglich tierärztliche Hilfe auf.

Also ist es am besten, den Hund während der warmen Tage regelmäßig abzukühlen und ihm eine Möglichkeit zum Baden zu geben?

Das hängt von Ihrem Hund ab. Sofern er ein Schwimmer ist und Wasser liebt, wird er es sicher mögen. Anderenfalls geht es ihm zu Hause in einem belüfteten Raum oder im Schatten mit ausreichend Wasser besser. Sie können ihm auch Kopf und Rücken mit lauwarmem Wasser übergießen. Gehen Sie nur zu kurzen Spaziergängen mit ihm raus, die ihn nicht erschöpfen.

Zwingen Sie Ihren Hund niemals zum Baden und werfen Sie ihn nicht ins Wasser, er könnte Angst vor Wasser bekommen. Suchen Sie eine flache Stelle mit flachem Ufer. Ins Wasser muss er immer von selbst gehen.

Beachten Sie außerdem eine wichtige Regel: Um einer Entzündung vorzubeugen, wischen Sie dem Hund nach dem Baden gründlich die Ohren aus.

Ist das alles oder haben wir noch etwas Wichtiges vergessen?

Ich denke, es gibt da noch viel mehr. Bezüglich des Aufenthalts in der Natur würde ich gern noch die Problematik der Grassamen oder Grannen erwähnen. Die Gefahr besteht in der pfeilartigen Form dieser, dank welcher sie tief in das Gewebe eindringen und dort Reizungen und Entzündungen verursachen. Am häufigsten sind die Zehenzwischenräume an den Pfoten, lange Ohren, Augen und Haut, aber auch die Augenbindehaut und die Atemwege betroffen. In diesem Fall ist Vorbeugung sehr wichtig. Beschränken Sie lieber den Aufenthalt des Hundes im hohen Gras und untersuchen sie ihn nach dem Spaziergang gründlich. Bei haarigeren Rassen appelliere ich wieder an die Pflege und das Schneiden des Fells. Wenn Sie nach der Rückkehr vom Spaziergang feststellen, dass sich der Hund in die Pfoten beißt und diese leckt, aus der Nase schnaubt, hustet oder ihm die Nase blutet, suchen Sie lieber einen Tierarzt auf.

Das Fell sollte man nach einem Spaziergang auch auf Zecken untersuchen, nicht wahr?

Parasiten sind ein ganzjähriges Problem, das sich natürlich im Frühling und Sommer noch verschärft. Es kommen Zecken, Mücken, Kriebelmücken und andere blutsaugende Insekten hinzu. Sie verursachen lokale Reaktionen und übertragen verschiedene Krankheiten. Hunde und Katzen jagen gern Bienen und Wespen. Kommt es zum Stich, ist es notwendig, den Stachel herauszuziehen und die betroffene Stelle zu kühlen. Wenn Ihnen irgendetwas seltsam vorkommt, suchen Sie wieder den Arzt auf. Das Tier kann, so wie der Mensch, allergisch auf einen Stich reagieren. Insgesamt ist das Parasitenproblem sehr umfangreich und wichtig ist dabei die Vorbeugung, also eine Behandlung mit sog. Antiparasitika.

Quelle:
https://www.mojecalibra.cz/aktuality-firmy/pece-psa-kocku-lete/

Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Hunden

Herr Doktor, welche sind die häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Hunden und warum entstehen sie? Welche Rassen betrifft die Erkrankung und was sind typische Beschwerden?

Es ist wichtig sich bewusst zu werden, dass als primäre Ursache von Bewegungsbeschwerden bei Hunden fast immer eine Erkrankung des noch unausgewachsenen Skeletts festgestellt werden kann. Neben den Genen, die einen grundlegenden Einfluss haben, spielen die Belastung, eine angemessene Bewegung und natürlich die Ernährung in Welpenalter und Pubertät eine Rolle.

Für große und mittlere Hunderassen sind Hüftgelenks- und Ellbogendysplasien typisch sowie die Problematik des vorderen Kreuzbandes im Knie. Für kleine und zwergwüchsige Hunderassen lautet die häufigste Diagnose: Kniescheibenluxation. Dieses am Anfang unauffällige Hinken und Hüpfen auf drei Beinen führt in der Folge zur dauerhaften Kniescheibenluxation, Perforation des vorderen Kreuzbandes und zur Deformation der gesamten Beckengliedmaße. Folge aller genannten Schäden ist letztendlich immer ein bestimmter Grad von Osteoarthrose – also irreversibler degenerativer Veränderungen.

Bei einem Hund zeigen sich die ersten Beschwerden als Hinken. Das Hinken ist anfangs unter Belastung deutlicher und klingt nach einer Ruhepause ab. Mit der fortschreitenden Entwicklung der Arthrose zeigen sich die Symptome trotz Ruhepausen.

Warum entstehen diese Beschwerden und wie kann man ihnen vorbeugen?

Wie schon gesagt, einen grundlegenden Einfluss hat die Genetik. Leider ist die Vererbung zumeist polygen (verursacht durch mehrere Gene), also kompliziert. Auch die Auswahl einzelner Zuchttiere nur aufgrund eines Röntgenbildes der Gelenke erfasst nicht alle Tiere, die die genetische Information übertragen und kann somit kein komplettes Verschwinden der Erkrankung in der Zucht sicherstellen. Zum Beispiel ist im Falle einer Hüftgelenksdysplasie für die Entwicklung und das Ausmaß der Schäden in den ersten sechzig Lebenstagen die Ernährung und Belastung entscheidend. Das ist eine Periode, die wir aus Sicht des zukünftigen Besitzers nur durch die sorgfältige Auswahl eines verantwortungsvollen Züchters beeinflussen können.

Während der Pubertätsphase ist die Ernährung von großer Bedeutung. Bei großen und riesigen Rassen besteht im Falle einer schlecht ausgewogenen Ernährung ein großes Risiko einer gestörten Umwandlung wachsenden Knorpels zu festen Knochen. Die Beschädigung des Gelenkknorpels nennt man Osteochondrose. Vereinfacht kann man diese Erkrankung mit einer Blase an der Gelenkfläche vergleichen. Große Schmerzen und Hinken treten schon im Laufe des ersten Lebensjahres auf. Eine rechtzeitige Diagnose und arthroskopische Behandlung kann die Entwicklung einer darauffolgenden Arthrose verhindern oder erheblich verlangsamen. Die komplizierteste Situation besteht im Ellbogengelenk. Der Begriff Ellbogendysplasie umfasst eine ganze Reihe Schäden.

Was sind Anzeichen solcher Beschwerden und was ist zu tun, sollten diese auftreten?

Das häufigste Symptom solcher Beschwerden ist das Hinken. Kommt das Hinken schon bei jungen Hunden vor, ist eine rechtzeitige Untersuchung und Feststellung der Primärursache wichtig. Ohne eine gute Röntgenaufnahme kann man beginnende Veränderungen der Wachstumszonen oder das zeitgleiche Auftreten mehrerer pathologischer Erscheinungen nicht erkennen. Als Ärzte beurteilen wir immer drei Faktoren: zunächst die Ernsthaftigkeit und alle Aspekte der konkreten Behinderung des Bewegungsapparates, weiter das Temperament und Gewicht des Patienten und nicht zuletzt die Fähigkeit des Besitzers mit seinem Hund und mit uns zusammenzuarbeiten und unsere Empfehlungen umzusetzen. Erst die Kombination der Röntgenbefunde, einer gründlichen Palpation der Gliedmaße (Untersuchung durch Abtastung) und die Abwägung jener drei Faktoren ermöglicht eine Auswahl der am besten geeigneten Therapie oder chirurgischen Technik.

Welche weiteren Erkenntnisse haben Sie aus Ihrer Veterinärpraxis?

In letzter Zeit stoße ich persönlich in meiner Praxis viel häufiger als früher auf Schäden der Wachstumsknorpel an den Gliedmaßen. Es handelt sich um eine sog. Retention des Wachstumsknorpels und die Folge ist ein asymmetrisches Wachstum und Herausdrehen der Gliedmaße. Eine Gemeinsamkeit ist die BARF-Fütterung, die aus meiner Sicht für junge Hunde ungeeignet ist, auch wenn es heutzutage möglich ist, die Qualität dieser Art der Ernährung anhand von Blutabnahmen auf ein sog. BARF-Profil zu überprüfen und so rechtzeitig den laufenden Gesundheitszustand zu korrigieren.

Haben Sie zum Schluss noch einen Tipp für Hundebesitzer?

Ich würde gern noch einmal betonen, dass Vorbeugung immer besser ist als eine Behandlung. Diese Vorbeugung hinsichtlich der Schädigung des Bewegungsapparates beeinflussen wir unauffällig und tagtäglich eben durch die Ernährung. Fettleibigkeit oder die Nichtbeachtung erster Anzeichen des Hinkens können auch bleibende Schäden zur Folge haben. Hier muss man ebenfalls sagen, dass es durch die Wahl der richtigen Diät, der Ergänzungsfuttermittel und Übungen in vielen Fällen möglich ist, Operationen zu vermeiden oder nach einem chirurgischen Eingriff die Genesungszeit zu verkürzen. Ergänzungsfuttermittel mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren verlangsamen ebenfalls erheblich die Entwicklung von Arthrose.

Ich danke vielmals Herrn Doktor MVDr. Tomáš Weidenhöfer für das Gespräch und die Zusammenarbeit.

Quelle:
https://www.mojecalibra.cz/aktuality-firmy/onemocneni-pohyboveho-aparatu-u-psu/